(openPR) Johanna Wechselberger beschäftigt sich seit 20 Jahren mit Kaffee und setzt sich für eine bessere Kaffeequalität ein. Das beginnt für Johanna Wechselberger bei der Wahl des direkt gehandelten Rohkaffees für ihre Rösterei in Wien, umfasst den Erfahrungsaustausch mit Farmern und Röstern, Beratung für Espressomaschinenhersteller und Jungunternehmer, die einen Coffeeshop planen. Johanna ist Kaffeerösterin, Barista-Trainerin, SCAE-Masterbarista, Buchautorin, Jurorin beim Cup of Excellence und erfolgreich bei Barista-Meisterschaften.
Im ersten Teil des Interviews widmen sich Andreas Meinicke, Inhaber von Kaffee Meinicke, und Johanna Wechselberger dem Thema "Direkter Kaffeehandel".
Andreas Meinicke:
Servus Johanna, direkter Handel gewinnt zunehmend an Bedeutung für den Kaffeekauf. Was kennzeichnet aus Deiner Erfahrung den direkten Handel?
Johanna Wechselberger:
Nach dem Wortlaut „direkter Handel“ geht es darum, irgendetwas einem Farmer abzukaufen. Das ist aber leider selten möglich, weil nicht jeder Farmer eine Exportlizenz hat. Also ist direkter Handel auch der Rohkaffeekauf bei einer Kooperative oder einem Coffee Hunter, der dann das Geld der Kooperative überweist.
Andreas Meinicke:
Ist letzteres dann noch direkter Handel?
Johanna Wechselberger:
Für mich ist es dann noch direkter Handel, wenn ich die Einkaufsbedingungen direkt mit dem Farmer ausgemacht habe, vor Ort auf der Kaffeeplantage war, den Kaffee gesehen und verkostet habe. Es ist nie so, dass der Kaffee direkt von der Farm auf das Transportschiff gehen kann. Es muss immer ein Büro bzw. Exporteur eingebunden werden, allein schon wegen der gesetzlichen Bestimmungen.
Andreas Meinicke:
Ist direkter Handel von Kaffee ein Indiz dafür, dass dieser auch fair gehandelt wurde?
Johanna Wechselberger:
Es sollte immer einen unmittelbaren Zusammenhang geben. Nehmen wir Fair Trade: die Marke ist ein Verein, die mit Kooperativen Verträge hat. Hierbei muss nur ein bestimmter finanzieller Anteil für einen gemeinnützigen Zweck verwendet werden. Aber was passiert mit dem Rest des Geldes? Darüber gibt es keine Kontrolle. Daneben ist problematisch, dass die Kooperative nur einen Teil der Einnahmen an die Farmer weitergibt. Und wer weiß schon, was der Farmer seinen Pflückern weitergibt. Fair gehandelt heißt vor allem für mich, dass man sich nicht wie bei Fair Trade an Börsenpreise hält, sondern den Kaffee zum Beispiel nach Qualität und Geschmack bewertet und bezahlt.
Andreas Meinicke:
Bei dem Wettbewerb „Cup of Excellence“ verkostet und prämieren eine lokale und eine internationale Jury jedes Jahr die besten Ernten mit Hilfe eines Punktesystems. Je höher die Punktzahl, desto besser sind die Umsatzchancen für Farmer. Ist der „Cup of Excellence“ hier ein Paradebeispiel für direkten und fairen Handel?
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