(openPR) TBT modifiziert Maschinenstandard für die Bearbeitung von Getriebewellen
Um Getriebewellen komplett zu bearbeiten, hat die TEMA-Fischer GmbH in Berlin-Rudow auch das Tieflochbohren im Portfolio. Als das Auftragsvolumen zunahm, war schnell klar: die vorhandene Tiefbohrmaschine braucht Verstärkung. Das Unterneh-men schaute sich auf dem Markt um und wurde schließlich bei TBT fündig. Die Experten aus dem schwäbischen Dettingen/Erms lieferten die Wunschmaschine in Rekordzeit.
Als Zulieferbetrieb für die Automobilindustrie, den allgemeinen Maschinenbau oder Unter-nehmen der Bahntechnik hat die TEMA-Fischer GmbH einen hohen Anspruch an sich selbst: Teile komplett zu bearbeiten und in höchster, einbaufertiger Qualität zu liefern. Ent-sprechend umfangreich ist die mechanische Fertigung mit modernsten Werkzeugmaschinen ausgestattet. Hinzu kommen mehrere Messmaschinen. Das Qualitätsmanagement erfüllt die ISO/TS 16949:2009.
Bei der Bearbeitung von Getriebewellen für PKW aus dem Werkstoff 42CrMo4 kommen beispielsweise auch Einlippenbohrer zum Einsatz. Es gibt mehrere Wellenvarianten mit Sacklochbohrungen bis 470 mm Tiefe und Durchmessern von 15 bis 25 mm. Die Wellen selbst sind bis zu 555 mm lang. Als die Stückzahlen in der zweiten Jahreshälfte 2013 zunahmen, war die vorhandene Tiefbohrmaschine schnell an der Kapazitätsgrenze angekommen. TEMA-Fischer musste handeln. „Auf der Suche nach einer weiteren Maschine kam auch der Kontakt zu TBT zustande“, meint Geschäftsführer Jan Marten Scholz. „Die Erfahrungen und Referenzen überzeugten uns. TBT liefert nicht nur von der Stange, das ist ein wichtiger Aspekt für uns.“
Lieferzeit wie Standardmaschine
Denn auch in diesem Fall gab es besondere Anforderungen. So benutzt der Berliner Zerspanungsbetrieb ein auf die Wellen zugeschnittenes Spannfutter aus der eigenen Entwicklung, dieses war in die neue Maschine zu integrieren. „Unsere Konstrukteure überarbeiteten die am besten passende Standardmaschine, eine ML250-2-850. Zunächst vergrößerten sie die Bohrschlittenlänge von 50 auf 150 mm, um die Wellen inklusive Spezialfutter aufnehmen zu können“, erklärt Panagiotis Zafiridis, Sales Manager bei TBT. Die ML250 ist grundsätzlich mit einer, zwei oder vier Spindeln verfügbar. Der Anwender entschied sich für zwei Spindeln. „Im Standard ist nur die Einspindelausführung auf 25 mm Bohrungsdurch-messer ausgelegt, wie vom Anwender gefordert. Weitere wichtige Modifikationen waren daher größere Spindeln und stärkere Antriebe“, so Zafiridis weiter. Der Lösungsvorschlag gefiel den Verantwortlichen bei der TEMA-Fischer GmbH. Ende Januar 2014 erging der Auftrag an TBT, und zwar komplett mit einer automatischen Be- und Entladevorrichtung nach einem Standard-Design. Um das Spannfutter in das Maschinenkonzept zu integrieren, arbeiteten beide Unternehmen in der Folge eng zusammen.
Für den Besteller einer Maschine mit Sonderausstattung stellt sich immer die Frage, ob es am Ende Probleme mit der Lieferzeit gibt. Sonderwünsche sind häufig ein zeitliches Risiko. Nicht in diesem Fall, die Tiefbohrexperten arbeiteten auf Hochtouren. Die Auslieferung erfolgte ohne Verzögerung, nämlich Ende Juli, nach sechs Monaten. „Diese Frist liegt sogar knapp unter der Lieferzeit für eine Standardmaschine“, betont Panagiotis Zafiridis.
Aber wie bekam der Zulieferer in der Zwischenzeit die gestiegenen Stückzahlen in den Griff? „Ein wichtiger Aspekt in unserer Entscheidungsfindung war, dass TBT auch über eine eigene Lohnfertigung mit den entsprechenden Maschinenkapazitäten verfügt, um die Kunden bei Engpässen zu unterstützen“, meint Jan Marten Scholz. Doch der Dettinger Maschinenhersteller ging noch einen Schritt weiter und lieferte eine Übergangsmaschine nach Berlin. Wenn auch schon etwas älter und nur mit einer Spindel ausgestattet, die Auftrags-spitzen konnten während der sechs Monate termingerecht abgearbeitet werden.
Produktivität geht nach oben
Als dann Mitte Juli die modifizierte und auf dem Stand der Technik befindliche ML250 die Arbeit aufnahm, ging die Produktivität merklich nach oben. TEMA-Fischer nennt Produktivitätssteigerungen von „15 bis 20 Prozent“. Die Zerspanungsspezialisten in Berlin-Rudow konnten den garantierten Vorschub sogar noch erhöhen. Alles in allem fügte sich die neue Maschine perfekt ins bestehende Produktionsgefüge ein. Das Nadelöhr für den Gesamtprozess „Getriebewellen“ ist aktuell jedenfalls nicht das Tieflochbohren, sondern eine Folgeoperation.
„Wir ziehen eine positive Bilanz“, bekräftigt Dieter Scholz. „Unsere ML250 erfüllt alle vorgegebenen Forderungen. Dass die Maschine trotz Sonderausstattung pünktlich geliefert wur-de und wir in der Zwischenzeit auf eine Übergangsmaschine zurückgreifen konnten, hat uns in der aktuellen Auftragslage sehr geholfen.“ Derartige Projekte ließen sich mit mittelständischen Werkzeugmaschinenherstellern hierzulande gut abwickeln, meint der Ge-schäftsführer weiter. Was wäre die Alternative? Fernostkonzerne produzieren ihre Werk-zeugmaschinen in großen Stückzahlen. Der Invest reduziert sich zwar, aber wie sieht es mit der Flexibilität aus? Klar ist: Liegt eine Liste mit Sondermerkmalen vor, ist es enorm wichtig, dass die Kommunikation funktioniert, mehr noch, dass sie auf einer Wellenlänge stattfindet. Und das war zwischen den Berlinern und Schwaben eindeutig der Fall.
Panagiotis Zafiridis, Sales Manager bei der TBT Tiefbohrtechnik GmbH + Co, Dettingen/Erms, www.tbt.de, PR-Agentur www.pressco.de











