(openPR) Aktion Mensch fördert „Interkulturellen Jugendgarten“ in der CJD Jugendhilfe Frechen mit 4984,79 Euro
Durch die Unterstützung von Aktion Mensch haben junge Migranten, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und junge Männer zwischen 14- und 18 Jahren, die aufgrund einer problematischen Situation nicht mehr in ihrem bisherigen Umfeld bleiben können oder wollen in der CJD Jugendhilfe Frechen sowie Schüler aus den umliegenden Schulen, in einem inklusiven Projekt, die Chance auf gemeinsame Erlebnisse im „Interkulturellen Jugendgarten“ als Berufseinstiegschance und zum Training des Sozialverhaltens.
Der gemeinsame interkulturelle Jugendgarten dient nicht nur der Inklusion und Förderung des interkulturellen Austausches sondern es werden neben der gegenseitigen Akzeptanz von behinderten und nicht behinderten Menschen, von Deutschen und Migranten wichtige Schlüsselkompetenzen für den Alltag und die Ausbildung erarbeitet und gestärkt, z.B. Teamfähigkeit, Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit, Verantwortungs-bewusstsein, Frustrationstoleranz und Durchhaltevermögen. Ihr Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein, Selbsteinschätzung und Selbstvertrauen wird gestärkt und gefördert. Sie erkennen eigene körperliche Fähigkeiten und Grenzen. Angst, Hemmungen und Vorurteile werden abgebaut und vorhandene Fähigkeiten werden durch ganzheitliches Lernen hervorgebracht. Die jungen Menschen erhalten eine Chance, eigene Stärken zu entdecken und Erfolge zu erfahren,
sie erlernen einen verantwortungsvolleren Umgang mit ihrer Freizeit und erhalten geistige Ausgeglichenheit und Fitness durch den körperlichen Arbeitseinsatz. Denn die jungen Leute sollen die ausbildungs- und schulfreie Zeit in den Ferien möglichst sinnvoll nutzen, einen Ort im Freien auf dem Gelände des CJD haben, wo sie sich treffen können, auch während es regnet, Musik hören und Freunde und Verwandte einladen können. Sie sollen gemeinsam einen Garten gestalten, in dem sie ihr eigenes Obst, Gemüse und ihre eigenen Kräuter und Gewürze anbauen können. Sie sollen Naturerfahrungen aus erster Hand machen, Grenzen abbauen, trotz Sprachbarrieren und andere unterstützen lernen. Sie sollen eigene Entscheidungen treffen und deren Ergebnisse hautnah erleben. Die Jugendlichen sollen selbst den interkulturellen Jugendgarten anlegen, indem sie selbst bestimmen, was passiert und was wächst, um dann anschließend Freunden, Familie und anderen Interessierten die Fürchte ihrer Arbeit präsentieren zu können. Durch die Planung, Bau, Bepflanzung und Pflege von Hochbeeten und einer Kräuterschnecke und die Verarbeitung der eigenen angebauten Produkte praktisch und mit allen Sinnen werden die Jugendlichen an die Prinzipien der Natur und eine ökologische Wirtschaftsweise herangeführt. „Sie erhalten eine handlungsorientierte Umwelterziehung und die berufsbezogenen handwerklichen und gartenbaulichen Qualifikationen in den Bereichen Metalltechnik, Holztechnik, Bautechnik und Agrarwirtschaft werden ausgebaut“, erklärt Petra Klitzke, CJD Fachbereichsleiterin in der Jugendhilfe NRW Süd/Rheinland.
„Im Vordergrund steht das Motto „Lernen für´s Leben“ durch den interkulturellen Jugendgarten“, so Klitzke. Dabei besteht besonders die Chance für behinderte und nicht behinderte Menschen, Deutsche und Migranten miteinander und voneinander zu lernen. Voraussetzung sei natürlich, dass das gemeinsame Gärtnern in der Gruppe immer unter Anleitung von geschulten Pädagogen geschehe, so Klitzke.
Die Ziele werden durch folgende Aktivitäten umgesetzt:
Die unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge und die weiteren in der CJD Jugendhilfe untergebrachten Jugendlichen errichteten ein Gartenhaus und eine Feuerstelle, um einen Raum zu schaffen, der ihren Bedürfnissen entspricht, der zu Austausch und zum Verweilen einlädt und den sie weitestgehend eigenständig und gemeinschaftlich gestalten können. Direkt angrenzend wird ein Garten mit Nutzpflanzen und eine Kräuterspirale angelegt und in einem workshop ein Nützlingshotel gebaut, wodurch die Zusammenhänge der Natur deutlicher werden. Das gemeinsame Arbeiten führt zu einer besseren Zusammenarbeit in der der Gruppe, trägt zum Austausch an gärtnerischem Wissen bei und stärkt den Bezug zur Natur. Gemeinsames gärtnerisches Schaffen und gemeinsamer Aufenthalt im Freien lässt zwischen den verschiedenen Gruppen (Internatsschüler im Berufsbildungswerk, Jugendliche der Jugendhilfe und externe Schüler) mehr Kontakt untereinander, Vernetzung und kulturellen Austausch entstehen. Auch Schüler der Schulen und Bildungseinrichtungen in Frechen, Köln und Umgebung können sich am Gärtnerprojekt beteiligen. Kooperationspartner sind u.a. die CJD Christophorusschule Frechen, die Jakob- van Gilsschule Bergheim, das Berufskolleg Deutzer Freiheit, die Hauptschule Herbertskaul, das Berufskolleg der Stadt Köln, die Sprachschule Georg Lammers, das Nicolaus August- Otto Berufskolleg Köln, die Jugendwerkstatt Nippes, die Realschule Frechen, das Erich Gutenberg Berufskolleg Köln, der IB Frechen. Die Jugendlichen aus den unterschiedlichen Bereichen: CJD, Deutsche, Migranten, Flüchtlinge, Schüler aus Schulen und Einrichtungen der Umgebung lernen durch das gemeinsame Gärtnern gegenseitiges Verständnis, gegenseitiges Unterstützen und Abbau von Vorurteilen. Nach dem Fertigstellen des Gartenhauses, Anlegen der Hochbeete und Bau der Kräuterspirale werden Pflanzen in einem vorhandenen Wintergarten vorgezogen. In den darauffolgenden Wochen werden die Hochbeete mit Pflanzenerde befüllt und mit den vorgezogenen Nutzpflanzen bestückt. Die Verantwortung für die Pflege und Bewässerung der Anbauprodukte wird reihum von abwechselnden Teams übernommen.
Regelmäßige workshops und ein Gartenfest fördern den Kontakt zu Freunden, Verwandten und Interessierten. In der sehr gemischten Gruppe der Jugendhilfe im CJD Frechen mit den unterschiedlichsten ethnischen Zugehörigkeiten (Afghanistan, Bangladesh, Äthiopien, Somalia, Guinea, Eritrea) kann es auch zu einem Austausch an gärtnerischen Wissen aus den verschiedenen Herkunftsländern kommen, was zu einer bewussten Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur und Identität beiträgt. „ Durch das Projekt durch das gemeinsame Gärtnern, durch Gespräche, Austausch und Begegnungen soll es insbesondere den unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen langfristig leichter Fallen „Wurzeln zu schlagen“ und eine neue Heimat zu finden“, wünscht sich Petra Klitzke. „Wir freuen uns sehr, dass Aktion Mensch uns das Gartenprojekt ermöglicht hat und sagen Dank“, sind sich die jungen Menschen einig.
Gefördert wird das Gartenprojekt in der CJD Jugendhilfe mit 4984,79 Euro von der Aktion Mensch im Rahmen der aktuellen Förderaktion "Noch viel mehr vor". (www.aktion-mensch.de/foerderaktion.) Möglich machen dies etwa 4,6 Millionen Menschen, die sich regelmäßig an der Soziallotterie beteiligen.










