(openPR) (openPR) – Die Schlagzeilen, die dem Stiftung-Warentest-Buch „Die Andere Medizin“ vorauseilten, verhießen nichts Gutes: Gut zwei Drittel der komplementären und alternativen Heilverfahren – nach angelsächsischem Sprachgebrauch inzwischen abgekürzt „CAM“ genannt – taugen angeblich nichts. Soweit sie Patienten helfen, beruhe das meistens auf Placebo-Effekten oder obskuren suggestiven Einflüssen der sie praktizierenden Behandler. Das rief geradezu nach einer Überprüfung. Schon ein flüchtiges Querlesen förderte erstaunliche, auch gefährliche Fehlinformationen zutage, gerade als „Ratgeber für Laien“.
Was etwa soll ein Gesundheitsrat suchender Laie mit der Behauptung machen, dass „normalgewichtige gesunde Menschen bis zu 60 Tagen auf Nahrung verzichten können, ohne Schäden befürchten zu müssen“. Eine Auffrischung des Gedächtnisses mit kurzer Internet-Recherche ergab, dass der nordirische Unterhausabgeordnete Bobby Sands nach 66 Tagen Hungerstreiks für die IRA verstarb, der RAF-Terrorist Holger Meins trotz künstlicher Zwangsernährung nach 57 Tagen. Oder was ist das für ein Rat der Stiftung Warentest an Schwangere, „Neuraltherapie während Schwangerschaft und Stillzeit“ nicht anzuwenden, obwohl Verbände von Frauenärzten drohende Fehlgeburten zum Indikationskatalog dieser Therapie zählen“. Hinzu kamen pauschale Abqualifizierungen lange bewährter, hoch entwickelter Heilverfahren: Homöopathie – „. . . zur Behandlung von Krankheiten und Störungen nicht geeignet“. Anthroposophische Medizin – „. . . als Therapiekonzept zur Behandlung von Krankheiten nicht geeignet“. Traditionelle Chinesische Medizin – „. . . zur Behandlung von Kopfschmerzen wenig geeignet, zur Diagnose oder Therapie bei allen anderen Erkrankungen nicht geeignet.“ Ayurvedische Medizin, eines der großen traditionellen Heilsysyteme der Inder – „. . . als allgemeines Behandlungskonzept . . . zur Behandlung von Krankheiten und Störungen nicht geeignet.“
Das schrie förmlich nach einer gründlichen Überprüfung, wobei sich der Autor Christian Ullmann in seinem Buch „Fakten über die ‚andere Medizin’ – Zur Kritik der Stiftung Warentest an den komplementären und alternativen Heilverfahren (CAM)“ vornahm, die Autorinnen des Stiftung-Warentest-Buches, Krista Federspiel und Vera Herbst, mit jenen Methoden zu widerlegen, die sie selbst für sich in Anspruch nehmen, also RCT-Studien, Metaanalysen und Cochrane-Studien. Penibel mit mehr als 1000 nachprüfbaren Quellenangaben belegt, deckte Ullmann derart viele Zerrbilder und Falschbehauptungen in dem Buch der Stiftung Warentest auf, dass er für die Darstellung selbst ein Buch mit 250 Seiten füllte. Von dem Anspruch des Autoren- und Gutachterteams der Stiftung Warentest, dass der beschriebene Erkenntnisstand der zuverlässigste sei, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zur Verfügung stand, bleibt danach nichts übrig – außer ein Buch, das den Eintrag ind Guiness-Buch der Rekorde verdient, als Text zwischen zwei Buchdeckeln mit den meisten Fehlern.
Das Echo zu "Die Andere Medizin": http://www.psychophysik.com/html/ak03-gwup-die-andere-medizin.html
Mehr Informationen zum Buch: http://www.psychophysik.com/html/ak03-gwup091.html
Über Dr. Christian Ullmann:
Dr. Christian Ullmann studierte Philosophie, Politikwissenschaft, Wissenschaftstheorie und Zeitungswissenschaft. Er arbeitete über 30 Jahre lang als Redakteur bei der “Süddeutschen Zeitung”. Für das Online-Magazin psychophysik.com verantwortet er die Bereiche Komplementärmedizin und Wissenschaftstheorie.
Fon: +49 (0) 88 07 / 60 05













