(openPR) In den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts schuf die Möbelmanufaktur Rockhausen im sächsischen Waldheim zahlreiche Typenstuhle, die heute häufig im Kontext mit der damaligen Moderne genannt werden. Einheitliches Gestaltungsmerkmal der verschiedenen Stuhlmodelle war dabei die besonders geschwungene Sperrholz-Sitzfläche mit ihrer organischen Anmutung.
Passend zum 150jährigen Jubiläum der Firma Rockhausen zeigt Markanto eine Auswahl dieser „Sitzmöbel der Zukunft”.
Ort: Markanto Depot, Mainzer Straße 26, 50678 Köln
Datum: 14. Oktober bis 30. November 2016
jeden Samstag von 11.00 bis 16.00 Uhr und nach Vereinbarung
Öffnungszeiten zur Orgatec 2016:
Di - Fr 16.00 bis 19.00 Uhr, Sa 11.00 bis 19.00 Uhr
Vernissage: 14. Oktober 2016 ab 19.00 Uhr
Gegrundet wurde die Manufaktur Rockhausen bereits 1866 als Tischlerei von Carl Ernst Louis Rockhausen (1841–1910). Als Lieferant des sächsischen Königshauses und des Sultans von Konstantinopel florierte der Betrieb als Kunsttischlerei, das Credo war Stil und Qualität. 1902 traten die Söhne in das Unternehmen als Gesellschafter mit ein, wobei vor allem Ernst Rockhausen (1883–1948) später die Geschicke als Geschäftsfuhrer und Entwerfer bestimmen sollte. Mit uber 200 Mitarbeitern im Jahr 1925 war Rockhausen ein bedeutender Hersteller von Buro- und Schulmöbeln im damaligen Deutschen Reich.
Ein besonderes Augenmerk verdienen die ab Mitte der 1920er Jahre produzierten Schulbänke. Laut dem historischen Musterbuch von Rockhausen war dieses zweisitzige, höhenverstellbare „Schulgestuhl” fur jede Körpergröße geeignet. Die Bänke wurden dabei durch den unteren Holzrahmen mit der jeweilig vorderen Bank fest verbunden, das Pult konnte durch einen Drehmechanismus verstellt werden. Die Sitzfläche und die Ruckenlehne waren dabei anatomisch ausgeformt, hierbei wurde eine zweidimensionale Schichtholztechnologie verwendet.
Die Modelle ließ sich Rockhausen damals umfangreich patentieren – wahlweise als D.R.P. (Deutsches Reichspatent) oder als D.R.G.M. (Deutsches Reichs-Gebrauchsmuster). Die so geschutzten Entwurfe wurden umfangreich als Patentstuhle und Patentsessel beworben, verbunden mit dem Werbeslogan „Die Sitzmöbel der Zukunft”. Besonders die geschwungenen Sperrholz-Sitzfläche der Typenstuhle wurde ein einheitliches Kennzeichen der verschiedenen Rockhausen-Stuhlmodelle. Über 40 verschiedene „Sitzmöbel der Zukunft” bildeten neben diversen Tischen und Schulbänken den Schwerpunkt der damaligen Produktion. Aus heutiger Sicht sind diese durchdachten Stuhle aufgrund der verwendeten Schichtholztechnologie und ihrer Formgebung sehr innovativ. Das Grundkonzept wurde dabei immer wieder durch Ernst Rockhausen und die Werkstatt variiert, um so unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen. Passend dazu bot Rockhausen damals höhenverstellbare Arbeitsplätze an.













