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9. Symposium - Lunge - Untersuchungsmethoden zur Diagnostik einer COPD

01.09.201612:03 UhrGesundheit & Medizin
Bild: 9. Symposium - Lunge - Untersuchungsmethoden zur Diagnostik einer COPD
9. Symposium-Lunge am 10. September 2016 in Hattingen/NRW
9. Symposium-Lunge am 10. September 2016 in Hattingen/NRW

(openPR) Wie der Arzt das Vorliegen einer chronisch-obstruktiven Bronchitis mit oder ohne Lungenemphysem (COPD) feststellt, wird Prof. Dr. Adrian Gillissen, Klinikdirektor Klinik für Lungen- und Bronchialmedizin am Klinikum Kassel, in seinem Vortrag auf dem 9. Symposium Lunge am 10. September 2016 erläutern.

Der Krankheitsverlauf einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zieht sich in aller Regel über Jahrzehnte hin. Vor einer Therapie steht daher immer eine genaue Diagnostik. Die Diagnostik der COPD gliedert sich in: Anamnese (Befragung des Patienten nach Beschwerden und Risikofaktoren), Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie, Bodyplethysmographie), Blutgasanalyse. Zur Abklärung COPD-typischer Komplikationen, Begleiterkrankungen oder bei diagnostischer Unsicherheit sind zusätzlich folgende Untersuchungen notwendig: EKG, Röntgenbild der Lunge, ggf. auch Computertomographie (CT) der Lunge und eine Herzultraschalluntersuchung (bei Verdacht auf eine Herzerkrankung).

Atemnot in Ruhe (oder im leichten Krankheitsstadium nur bei körperlicher Belastung), oft begleitet von Husten und Auswurf als Ausdruck einer chronischen Bronchitis, sind die typischen Zeichen dieser Erkrankung. Hinweise auf eine langjährige Exposition mit Zigarettenrauch oder Staub sind weitere Hinweise, dass eine COPD vorliegt. Wichtig ist für den Betroffen, dass er diese Befunde seinem Arzt ehrlich mitteilt, um die Diagnose nicht unnötig zu erschweren. Fragebögen wie z.B. der CAT (COPD Assessment Test) können dabei helfen, das individuelle Befinden und die mit der COPD verbundenen Einschränkungen besser einzuschätzen.

Während einer akuten Verschlechterung (Exazerbation) verändern sich die Menge, die Farbe und die Fließeigenschaften des Schleims (Sputum). Eine Zunahme der Sputummenge und eine neu aufgetretene Gelbfärbung mit oder ohne Fieber sind Hinweise auf eine zugrunde liegende bakterielle Infektion.

Der Arzt versucht nach dem Gespräch die beklagten Symptome durch eine körperliche Untersuchung zu objektivieren, in der er nicht nur die Lunge mit dem Stethoskop abhört, sondern auch perkutiert (Klopfschalluntersuchung), nach Zeichen einer Sauerstoffunterversorgung und z.B. nach Wassereinlagerungen als Ausdruck einer Herzschwäche sucht. Damit lassen sich recht gut Hinweise für eine Atemwegsverengung, eine Überblähung der Lunge (Lungenemphysem), Vorliegen einer Bronchitis und Hinweise für eine Herzschwäche oder andere, Atemnot verursachende Erkrankungen finden.

Die Lungenfunktionsprüfung ist in der COPD-Diagnostik so wichtig wie das EKG für den Herzkranken. Dabei wird zwischen der apparativ einfachen Spirometrie und der aufwändigeren Bodyplethysmographie (Untersuchung in der Glaskabine) unterschieden. Bei beiden werden Atemvolumina gemessen, wobei die Bodyplethysmographie zusätzlich die Bestimmung der Lungenüberblähung, wie sie für ein Lungenemphysem typisch ist, und des Atemwegswiderstands, wie er bei einer Atemwegsverengung vorkommt, ermöglicht.

Die Lungenfunktionsprüfung objektiviert die Beschwerden, erlaubt eine Schweregradeinteilung der Erkrankung, eignet sich zur Prognoseabschätzung und ermöglicht eine Abgrenzung zum Asthma. Leider ist die Lungenfunktionsmessung stark von der Mitarbeit des Patienten abhängig. Eine schlechte Mitarbeit macht die Interpretation der Messwerte mitunter unmöglich. Deswegen werden die Patienten von den Mitarbeitern des Lungenfunktionslabors deutlich hörbar angespornt, damit sie bei der Messung im wahrsten Sinne des Wortes Maximales leisten.

Folgende Lungenfunktionswerte sind für die weitere Therapieentscheidung einer COPD wichtig:
Das FEV1 gibt das Volumen an, das nach maximaler Einatmung unter Aufwendung aller Kraft innerhalb von einer Sekunde ausgeatmet werden kann (Sekundenluft). Eine Atemwegsverengung (Obstruktion) führt zu einer Verringerung des FEV1, wonach sich dann der gleiche Test nach vorherigem Einatmen mit einem bronchialerweiternden Medikament anschließt. Normalisiert sich das FEV1, spräche dies für ein Asthma und gegen eine COPD (bronchialer Reversibilitätstest).

VC oder FVC ist die Vitalkapazität bzw. forcierte Vitalkapazität und beschreibt das maximale Volumen, das wir Menschen ein- und ausatmen können. Es ist bei der Atemwegsverengung - aber auch bei Lungenfibrose (Lungenvernarbung) oder einer Herzschwäche mit Wasseransammlung in der Lunge - vermindert.

FVC/FEV1: Liegt das Verhältnis dieser beider Parameter über 70% und sind diese in gleicher Weise erniedrigt, dann liegt keine COPD vor sondern z.B. eine Lungenfibrose. Man spricht von einer restriktiven, d.h. alle Lungenvolumina einschränkenden Lungenerkrankung. Bei einer COPD wäre die FEV1 erniedrigt, die FVC aber normwertig und somit läge der Wert unter 70%.

In der Bodyplethysmographie können zusätzlich erfasst werden: der Atemwegswiderstand, das Residualvolumen (RV), das Atemvolumen, das selbst nach maximaler Ausatmung noch in der Lunge verbleibt. Aus diesen Werten lassen sich das intrathorakale Gasvolumen (ITGV), die Gasmenge, die nach einer normalen Ausatmung in der Lunge verbleibt, und die totale Lungenkapazität (TLC), der Summe aus VC und RV errechnen. Das RV und das ITGV sind beim Lungenemphysem typischerweise erhöht. Für die Bewertung werden die individuell normierten Sollwerte (bezogen auf Geschlecht, Gewicht, Alter, Körpergröße/-gewicht) verwendet und sind auch auf den entsprechenden Befundbögen ausgewiesen.

Peak-Flow-Bestimmung (Atemstoßtest): Dieser einfache Test, misst den Atemstoß nach maximaler Einatmung. Da schwankende Messwerte typisch für Asthma, nicht aber für COPD sind, wird dieser Test, der leicht selbst zu Hause mit einem Peak-Flow-Meter durchgeführt werden kann, bei der COPD nur selten durchgeführt.

Blutgasanalyse: Neben der Lungenfunktion ist eine Blutgasanalyse wichtig, in der vor allem der Sauerstoff- und der Kohlendioxid-Partialdruck (pO2 bzw. pCO2) sowie der Blut-pH (Säure-Basen-Haushalt des Blutes) gemessen werden. Schafft es die Lunge nicht mehr, genug Sauerstoff aufzunehmen oder Kohlendioxid abzugeben, spricht man von einer respiratorischen Insuffizienz. In diesem Fall ist die COPD schon recht weit fortgeschritten oder es liegt ein Notfall vor, der eine Sauerstoffgabe oder bei pCO2-Erhöhung mit erniedrigtem pH (

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