(openPR) KÖLN - Fünf Jahre ist es nun her, dass Karl-Theodor zu Guttenberg unter Plagiatsverdacht gestellt wurde, was zum Verlust seines Doktortitels und zum Rücktritt von seinem Amt führte. Was damals als Warnung für Plagiierende angesehen wurde, scheint fünf Jahre später noch keine weitreichenden Folgen mit sich gebracht zu haben, laut BR-Hörfunk Leiterin der Redaktion Wissenschaft und Bildungspolitik Jeanne Rubner in einem Artikel des Bayrischen Rundfunks.
Rubner schrieb “Der Doktor ist der Adelstitel für Bürgerliche” und machte deutlich, dass die Bezeichnung eines Titels heutzutage mehr Wert darstellt, als die eigentlichen Fähigkeiten die hinter diesem Titel stehen. So bemühen sich viele Doktoranden um die Vollendung ihres Studiums weniger um sich hochwertiges Wissen anzueignen, sondern eher rein um des Titels Willen.
Wo Qualität und Bemühungen nachlassen, nehmen Gemütlichkeit und Schummeleien zu. Der schnelle Weg akademische Arbeiten zügig abzuschließen ist das unsaubere Arbeiten mit Informationsquellen - Plagiieren.
Und obwohl sich sowohl Studenten als auch Lehrfachkräfte über die Plagiate bewusst und mehr oder weniger aufgeklärt sind, besteht immer noch eine Vielzahl an plagiierten wissenschaftlichen Arbeiten, die regelmäßig zwischendurch auftauchen und für Aufruhr sorgen.
Ein umfassendes, standardmäßiges Vorgehen gegen Plagiate wurde bislang nicht eingeführt - jedenfalls nicht in Deutschland. In Österreich werden mittlerweile alle vorwissenschaftlichen Arbeiten (VWA) von Schülerinnenn und Schülern mit PlagScan geprüft.
“Der Einsatz von PlagScan zur Beurteilung von VWAs hat sich jetzt schon im zweiten Jahr bewährt. Wir können klare positive Effekte auf die Arbeitsmoral der Schüler feststellen. Unsere Lehkräfte nehmen PlagScan als nützliches Werkzeug wahr und empfinden es als Bereicherung ihrer Korrekturarbeit”, sagt Anna Lasselsberger, Leiterin der Abteilung für Allgemeinbildende höhere Schulen des österreichischen Bundesministeriums für Bildung und Frauen.
Jeanne Rubner meint, dass die Plagiatsproblematik dem Ansehen der Wissenschaft in Deutschland schadet. “Der Doktor hat allen Respekt verdient, aber der Respekt gebührt der wissenschaftlichen Leistung, nicht dem Titel.”
Es scheint Einigkeit zu herrschen, dass man der Problematik Einhalt gebieten möchte, um die Qualität wissenschaftlicher Abschlüsse zu sichern. An einzelnen Bildungseinrichtungen sind in den letzten Jahren teils sehr engagierte lokale Maßnahmen etabliert worden. Gemäß Rubners Kommentar haben diese aber nur bedingt Früchte getragen. Am Beispiel des österreichischen Bundesministeriums für Bildung und Frauen sieht man, dass ein durchgreifender Ansatz an dieser Stelle effektiv ist.












