(openPR) Markgröningen – Die Unternehmerin und pferdegestützte Coach Anna Bergamotto fuhr mit ihrem Pferd am 21.04.2016 erstmals ins Jugendgefängnis nach Adelsheim.
Die JVA ist eine Haftanstalt mit einer sozialtherapeutischen Abteilung, die die Wiedereingliederung der Gefangenen in die Gesellschaft unter sozialkompetenten Gesichtspunkten ermöglichen soll. Zu diesem Zweck wird auch Pferd „Sakima“ eingesetzt: Ob Fellpflege, Übungen aus dem Coachingbereich oder sogar Reiten: Durch den Kontakt mit dem Pferd öffnen sich die Gefangenen, lernen kritische Handlungen zu hinterfragen und entwickeln Lösungsmöglichkeiten.
Anna Bergamotto erklärt: „Pferde haben die Fähigkeit, die Dinge wahrzunehmen, die unser Verhalten steuern, ohne dass wir uns in der Regel bewusst darüber sind. Sie erreichen mit ihrer Art direkt die Gefühlsebene der Menschen. Meine Aufgabe als Coach ist es, die Reaktionen des Pferdes lesen zu können und für den Teilnehmer zu übersetzen – wie eine Art Spiegel. Daraus ergibt sich für ihn eine erste Idee, was die Beweggründe und Handlungsalternativen für sein Verhalten sein könnten.“
Tiergestützte Arbeit mit Häftlingen gibt es bereits deutschlandweit – meistens werden Hunde und Kleintiere eingesetzt. Dass ein Pferd direkt ins Gefängnis geht, ist neu. Die stellvertretende Anstaltsleiterin Frau Dietlein und die psychologischen Betreuer der Gefangenen sind nach dem Testlauf im April von dieser besonderen Maßnahme überzeugt und unterstützen sie mit allen Mitteln.
Auch bei den Häftlingen kommt das Konzept gut an: Gleich am ersten Tag mit drei Kandidaten meldeten sich weitere zwanzig Insassen für das Projekt. Jeder Einsatz wird von einem Psychologen beobachtet.
Dass bereits im ersten Aufeinandertreffen zwischen Pferd und Häftling ein bedeutender Schritt in Richtung Resozialisierung erfolgt, bestätigen nicht nur sie, sondern auch die Häftlinge selbst: „Ich verstehe jetzt, dass es wichtig ist, sein Herz zu zeigen und Fühlen zuzulassen, um das Leben genießen zu können. Ich dachte, wenn ich das alles wegsperre, komme ich besser klar.“ meinte jüngst einer der Teilnehmer, der als besonders aggressiv gilt. Viele bedanken sich sogar ausdrücklich für die Arbeit mit dem Pferd und möchten weitermachen. Eine gute Voraussetzung für langfristigen Erfolg.











