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Studie: Recruiting-Aufwand für Logistiker deutlich gestiegen

Die Teilnehmer des Kongresses diskutierten engagiert über die Ergebnisse der Studie
Die Teilnehmer des Kongresses diskutierten engagiert über die Ergebnisse der Studie

(openPR) Knapp 70 Unternehmen aus neun Bundesländern nahmen an der Online-Befragung des Zentrums für Logistik, Mobilität und Nachhaltigkeit (ZLMN) an der Frankfurt University of Applied Sciences teil. Die Studie zu den Handlungsfeldern der Personalarbeit in der Logistik wurde exklusiv auf dem HR-Summit Logistik & Mobilität am 2. Juni 2016 bei der IHK Frankfurt am Main vorgestellt. Experten aus Forschung und Praxis diskutierten die sich daraus ergebenden Herausforderungen für die Branche.


 
Frankfurt am Main, 17. Juni 2016 --- Die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern wird immer schwieriger – das ist ein zentrales Ergebnis der Studie „Handlungsfelder der Personalarbeit in der Logistik“, die Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke vom ZLMN auf dem HR-Summit Logistik & Mobilität präsentierte. Die Teilnehmer des Kongresses diskutierten engagiert über die Ergebnisse. Bei 83 Prozent der Logistik-Unternehmen hat sich der Aufwand für die Beschaffung geeigneter Mitarbeiter in den vergangenen fünf Jahren deutlich erhöht. Es mangelt vor allem an Führungskräften, Fachkräften für Umschlag und Lagerlogistik sowie an Disponenten und Fahrern. Entsprechend engagiert zeigen sich die Logistiker beim Thema Nachwuchsfachkräfte: 81 Prozent bilden in ihrem Betrieb aus. „Viele Unternehmen bilden zwar aus, haben aber Probleme qualifizierte Bewerber zu finden“, erklärt Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke.
Die Befragten stufen vor allem das Image der Branche als wesentlichen Faktor ein, der das Recruiting erschwert: Lediglich ein Viertel der Teilnehmer gibt ihm die Note „Gut“, ein weiteres Viertel bewertet es sogar „Schlecht“. Rund 50 Prozent vergeben ein „Befriedigend“. Weitere Gründe für den Fachkräftemangel sehen die Personalverantwortlichen in der geringen Bezahlung im Vergleich zu anderen Branchen sowie in den teilweise unregelmäßigen Arbeitszeiten.
 
Sichere Arbeitsplätze und attraktive Zusatzleistungen sollen überzeugen

Die Logistiker setzen auf unterschiedliche Maßnahmen, um sich als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren: Mehr als die Hälfte der Firmen bietet ihren Beschäftigten unbefristete Arbeitsverträge, ein Viertel der Befragten stellt sogar 90 Prozent seiner Mitarbeiter unbefristet an. Übertarifliche Löhne sind für 57 Prozent der Studienteilnehmer ein Muss. Auch Teambuilding-Events sowie betriebliche Altersvorsorge und Prämiensysteme sind für mehr als die Hälfte der Befragten wichtige Attraktivitätsfaktoren. Zudem sehen 61 Prozent die Unterstützung der Mitarbeiter bei der Aus-, Weiter- und Fortbildung als motivationsfördernd an, allerdings ist lediglich etwa die Hälfte aller Befragten bereit, Mitarbeiter für Qualifizierungsmaßnahmen freizustellen. „Es ist keine einfache Herausforderung für die Unternehmen, ihre Mitarbeiter durch Weiterbildung auf die zukünftigen Anforderungen vorzubereiten“, so Dr. André Kavai, Geschäftsführer der Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH während der Podiumsdiskussion auf dem HR-Summit Logistik & Mobilität.
Bei der Betriebszugehörigkeit zeigt sich die mittelständisch geprägte Branche solide: Fast ein Drittel der Unternehmen bindet seine Belegschaft im Durchschnitt für fünf bis zehn Jahre, 40 Prozent zwischen zehn und 20 Jahre und zwölf Prozent können sogar eine durchschnittliche Betriebszugehörigkeit von mindestens 25 Jahren vorweisen.
 
Die Rolle der Personalabteilung in der Logistik

Nur ein Fünftel der befragten Logistikunternehmen besitzt keine eigenständige Personalabteilung, etwa die Hälfte betrachtet sie allerdings als reine interne Dienstleistung. Lediglich ein Viertel misst ihr eine strategische Bedeutung bei. „Die HR-Abteilungen in der Logistik müssen stärker konzeptionell arbeiten, um mit ausreichend Gestaltungsmöglichkeiten aktiv und rechtzeitig auf Bedarfssituationen Einfluss zu nehmen“, erklärt Elke Wasser, Geschäftsführerin Logistic Training Center.
Die Hauptaufgaben der Personalabteilung liegen in den Bereichen Rekrutierung, Administration und Weiterbildung. Rund die Hälfte der Befragten setzt auf Personalgespräche und gezielte Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung.
 
Digitalisierung wird unterschiedlich hoch priorisiert

In Bezug auf die Digitalisierung und die sich dadurch verändernde Arbeitswelt gehen die Meinungen weit auseinander: Etwa ein Drittel der Personalverantwortlichen sieht kurzfristig keinen Handlungsbedarf, ein weiteres Drittel hingegen erkennt eine Notwendigkeit, zeitnah umfangreiche interne Qualifizierungsmaßnahmen durchzuführen. Die Mehrheit der Befragten hält eine Anpassung innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre für angemessen. Langfristig wird sich die Digitalisierung nach Meinung der Befragten auch auf die Lehrinhalte in Schule und Ausbildung auswirken. „In der Branche herrscht eine abwartende Haltung vor, der große Umbruch beim Thema Digitalisierung steht noch bevor“, so Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke.
 
Bestehende Prozesse müssen hinterfragt werden

Logistik-Unternehmen stehen besonders bei der Suche nach den sogenannten High-Potentials im scharfen Wettbewerb mit anderen Branchen. Nach Meinung der Talkrunde beim HR-Summit Logistik & Mobilität ist eine zentrale Aufgabe für Human Resources, die Digitalisierung als Chance zu nutzen, um Arbeitsplätze attraktiver und nicht nur effizienter zu gestalten. „Wir nutzen das Internet beispielsweise zur bedarfsgerechten Schulung und Weiterbildung unserer Mitarbeiter und haben damit bisher sehr gute Erfahrungen gemacht“, erklärt Markus Bappert, Geschäftsführer der Ludwig Meyer Logistik GmbH & Co. KG. „Die Zukunftsfähigkeit der Branche ist eng damit verknüpft, inwieweit Unternehmer bereit sind, sich selbst weiterzubilden und ihre bestehenden Prozesse zu hinterfragen“, berichtet Dr. André Kavai.

Weitere Informationen: www.hr-summit-logistik.de
 
 
Bilder können Sie hier herunterladen:
https://mainblick.pixx.io/index.html?gs=eS2t4LIPjE7tnII1A&gl=de

 
Bildunterschrift:
Die Teilnehmer des Kongresses diskutierten engagiert über die Ergebnisse der Studie „Handlungsfelder der Personalarbeit in der Logistik“.
 

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