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Scope-Studie: Anwendung der MiFID auf Geschlossene Fonds sehr fraglich

(openPR) Berlin / Frankfurt, 20. Juni 2006 – Die deutsche Ratingagentur Scope sieht nach aktuellem Informationsstand eine direkte Anwendbarkeit der EU-Richtlinie „Markets in Financial Instruments Directive“ (MiFID) auf Geschlossene Fonds als sehr fraglich an. Zu diesem Ergebnis kommt Scope im Rahmen ihrer aktuellen Studie nach eingehender rechtlicher Würdigung der MiFID. Gleichwohl bleibt nach Scope-Einschätzung jedoch die Möglichkeit bestehen, dass der Gesetzgeber den Anwendungsbereich bestehender Begriffe bewusst ausdehnt, so dass infolgedessen auch Geschlossene Fonds erfasst werden könnten. In diesem Falle wären insbesondere kleinere Emissionshäuser und Vertriebe gegenüber den „Großen“ der Branche benachteiligt.



Nach rechtlicher Würdigung des in der Richtlinie bezeichneten Anwendungsbereiches sehen die Scope-Analysten die Gültigkeit der MiFID in der jetzigen Form für Geschlossene Fonds als äußerst fraglich an. „Sowohl die Wertpapiereigenschaft als auch das Vorhandensein eines geregelten Marktes erscheint aus unserer Sicht bei Geschlossenen Fondsanteilen nicht gegeben“, erläutert Chefanalyst Frank Heimsaat. „Die Möglichkeit der Handelbarkeit von Anteilen an internen oder externen Zweitmärkten ist zwar grundsätzlich vorhanden. Jedoch wird diese nicht umfassend von allen Fonds wahrgenommen. Zudem ist es äußerst fraglich, ob es sich bei den Handelsplattformen um "geregelte Märkte" im Sinne der MiFID-Richtlinie handelt.“ Ebenso problematisch erscheint die generelle Wertpapiereigenschaft von Anteilen an Geschlossenen Fonds, da sie weder zirkulationsfähig noch fungibel ausgestaltet sind.

Durch die Umsetzung der MiFID-Richtlinie werden grundsätzlich die Anwendungsbereiche von einigen bestehenden Begriffen deutlich ausgedehnt. Sollten Geschlossene Fonds letztlich doch von der Richtlinie erfasst werden, würde dies die Branche der Geschlossenen Fonds vor neue Herausforderungen stellen. „Erhöhte Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung, Organisation sowie die Ausweitung der Publizitätspflichten könnten sicher nicht von allen Marktteilnehmern problemlos umgesetzt werden, sagt Heimsaat. „Ohne entsprechende Ausnahmeregelungen für kleinere Emissionshäuser und Vertriebe wäre mit einem Konsolidierungs- und Selektionsprozess zu rechnen, der dem Markt Innovationskraft und konzeptionelle Vielfalt entziehen würde.“ Beispielsweise bestünde nach Heimsaat die Gefahr, dass gesellschaftlich erwünschte Investitionskonzepte wie Erneuerbare Energien aufgrund kleiner Volumina vom Markt verschwinden.

Positiv beurteilt Heimsaat allerdings generell den mit einer stärkeren Regulierung des Sektors einhergehenden Wechsel des Produktes in den „weißen“ Kapitalmarkt: „Regulierung bedeutet nicht automatisch eine Verbesserung des Rendite-Risiko-Verhältnisses der einzel-nen Angebote, ist in jedem Fall aber - im Vergleich zur aktuellen Situation - eine deutlich schwerer zu überwindende Markteintrittsbarriere für unseriöse Anbieter“.

Die von der EU im Jahre 2004 verabschiedete MiFID-Richtlinie ist Baustein des sogenannten Financial Service Action Plan. Ziel dieser Richtlinie ist die EU-weite Verbesserung des Anlegerschutzes und Erhöhung der Transparenz von Finanzmarktinstrumenten. Die Richtlinie ist in jedem Mitgliedsland bis zum 31.01.2007 in nationales Recht umzusetzen und muss spätestens ab dem 01.11.2007 zur Anwendung kommen.

Zur Studie

Die Informationen in der vorliegenden Pressemitteilung stellen einen Auszug aus der Themenstudie dar. Die Studie enthält ein Kurzprofil der Richtlinie, eine rechtliche Würdigung ihrer Anwendbarkeit auf das Segment der Geschlossenen Fonds, ihre Auswirkungen auf Initiatoren und Vertriebe im Falle ihrer Anwendung sowie im Anhang wesentliche Passagen der MiFID und anderer für die Betrachtung relevanter Gesetzestexte.

Die vollständige Studie „Anwendbarkeit und potenzielle Auswirkungen der MiFID-Richtlinie auf den Markt für Geschlossenen Fonds in Deutschland“ kann bei der SCOPE GROUP bezogen werden.

Die deutsche Ratingagentur Scope mit Sitz in Berlin und Frankfurt hat sich auf die systematische Recherche, Analyse und Bewertung von internationalen Kapitalanlagen und ihren Anbietern spezialisiert. Das Unternehmen setzt seinen Fokus auf das Rating von Offenen und Geschlossenen Fonds sowie auf das Rating von Zertifikaten. Kunden der Scope Group sind Kredit- und Allfinanzinstitute sowie Vermögensverwalter und Anlageberater. Die Scope Group beschäftigt 50 Mitarbeiter.

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