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"OBJECTS IN MIRROR ARE CLOSER THAN THEY APPEAR"

03.06.201615:16 UhrKunst & Kultur

(openPR) DELIA JÜRGENS, WATARU MURAKAMI,
LISA MÜHLEISEN, SIMON SPEISER,
ANNABELLA SPIELMANNLEITNER, JULIEN VIALA

KURATIERT VON PHILIPP ZIEGLER

STUTTGART 9. JUNI – 30. JULI 2016
ERÖFFNUNG 9. JUNI 2016, 19 – 21 UHR

“At Taipei Airport, a few weeks after the Fukushima disaster, I am scanned for radiation since I have just transited in Tokyo. Every attempt to pull myself free by some act of cognition renders me more hopelessly stuck to hyperobjects. Why?” 1



Auf Außenspiegeln von Kraftfahrzeugen ist in den USA und Kanada der Sicherheitshinweis aufgedruckt: OBJEKTS IN MIRROR ARE CLOSER THAN THEY APPEAR. Was den Fahrer im Straßenverkehr eigentlich daran erinnern soll, dass die Wölbung des Spiegels Objekte weiter entfernt aussehen lässt, als sie tatsächlich sind, kann angesichts der globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel, dem Artensterben, der Produktion von Treibhausgasen oder der Übersäuerung der Ozeane auch so verstanden werden, dass diese Probleme die Menschheit unmittelbarer bedrohen, als wir es im allgemeinen wahrhaben wollen.2 Seit einigen Jahren ist vor dem Hintergrund der Debatten um das Anthropozän, dem menschengemachten Erdzeitalter, in der Philosophie und Kunst eine Rückbesinnung auf das Objekt zu verzeichnen. Der neue Materialismus oder die neue materialistische Ontologie, die auch unter dem Schlagwort des Spekulativen Realismus und einer objekt-orientierten Ontologie (OOO) von sich reden macht, stellt ganz allgemein die Dinge in ihren Mittelpunkt und weist damit die Behauptung zurück, dass der menschlichen Erfahrung eine größere Aufmerksamkeit als den Beziehungen unter nicht-menschlichen Objekten zu gute kommen soll. Mit seiner Abkehr von einer anthropozentrischen Sichtweise versucht diese Denkrichtung das Verhältnis von Subjekten zu Objekten grundsätzlich zu enthierarchisieren und darüber zu spekulieren, wie sich die Dinge unabhängig von einer Interaktion mit dem Menschen zueinander verhalten.

Nachdem in den Künsten bis vor kurzem vor allem Kategorien wie das Ephemere, Prozesshafte und Performative im Mittelpunkt standen, ist es kennzeichnend für eine neue Künstlergeneration, die von diesen objektorientierten Ansätzen beeinflusst ist, sich verstärkt mit objektbasierten Fragestellungen auseinanderzusetzen und angesichts des rasanten technologischen Wandels mit neuen, hybriden Materialien zu experimentieren. In der klassischen Erzählung der Kunst des 20. Jahrhunderts unterscheiden sich Dinge wie zum Beispiel Duchamps Ready-mades kategorial von anderen Dingen, sobald sie in den Bereich der Kunst aufgenommen werden. Der Unterschied ist dabei nicht so sehr an den Dingen, als vielmehr an der spezifischen Verwertung der Dinge als »Kunst« und der darin implizierten Zuschreibung eines kritischen Potentials festzumachen. Anstelle dieses Paradigmas setzen neuere objektbasierte Arbeiten, zu denen auch die Werke in dieser Ausstellung zu zählen sind, auf ein spekulatives Entwerfen von Zukunft, in der an der Schnittstelle zwischen physischer und digitaler Welt globale Probleme durch den möglichst umfassenden Einbezug wissenschaftlicher und technologischer Optionen angegangen werden.


1 Timothy Morton, Hyperobjects. Philosophy and Ecology after the End of the World, University of Minnesota Press, Minneapolis, London, 2013, S. 28 f.
2 Ibid, S. 27.

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