(openPR) Erstmals öffnen am Pfingstmontag 2016 ausgewählte private Schlösser und Herrenhäuser in ganz Sachsen-Anhalt ihre Türen.
Sie sind die Heimat adeliger und bürgerlicher Familien, mitunter seit Jahrhunderten, manchmal erst seit wenigen Jahren.
Besucher können am 16. Mai Geschichte lebendiger als in jedem Museum erleben, ob in einer alten Burg, bedeutenden Renaissanceschlössern, im ländlichen Rittergut oder dem stolzen Barockbau.
Wer mag, spaziert durch Landschaftsparks im englischen Stil oder fachsimpelt in historischen Küchengärten. Während Führungen überall angeboten werden, gibt es in manchen altehrwürdigen Mauern auch kleine Sonderausstellungen und Vorträge.
Und natürlich kann man erfahren, wie Grafen schlafen und ob es im 21. Jahrhundert wie im Märchen ist, in einem alten Schloss zu wohnen und die Verantwortung dafür zu tragen. An allen Orten gibt es zu sehen, zu hören und zu schmecken. Die Besitzerfamilien der privaten Burgen, Schlösser und Herrenhäuser Sachsen-Anhalts freuen sich auf Besucher.
Organisiert wird das Ganze von der Gesellschaft Historische Häuser und Gärten Sachsen-Anhalt. Sie vereint aktuell 20 Burgen, Schlösser und Herrenhäuser im Bundesland.
Das Gesamtprogramm ist auch im Internet unter www.schloesser-sachsen-anhalt.de als Download erhältlich.
Historische Häuser und Gärten Sachsen-Anhalt e.V.
Matthias Prasse – Erster Vorsitzender
c/o Rittergut Maxdorf
Neubauernstraße 1
Osternienburger Land
OT Maxdorf
www.schloesser-sachsen-anhalt.de
facebook
www.facebook.com/schloesser.sachsen.anhalt/
tel. mobil 0176 682 59 600
Über das Unternehmen
Die Erhaltung von Burgen, Schlössern, Herrenhäusern und Parks in Sachsen-Anhalt braucht sicher Geld, vor allem aber Tatkraft, Ideen und Unterstützung. Diesen Zielen hat sich eine neu gegründete Gesellschaft verschrieben, die Anfang 2015 auf der Wasserburg in Gommern ins Leben gerufen wurde.
„Historische Häuser und Gärten Sachsen-Anhalt“ - so der Name des Zusammenschlusses - vereint dabei ausschließlich jene alten Adelssitze, die in privatem Besitz sind. Doch es sind nicht nur Vertreter alter Adelsfamilien, wie die v. Bismarcks oder v. Rauchhaupts, die dem Netzwerk angehören, sondern genauso Bürgerliche, die sich irgendwann ihren Kindheitstraum vom Schloss erfüllt haben.
Geld für Farbe
Wer hundert Fenster zu reparieren hat oder sechzig Türen zu streichen, der braucht den einen oder anderen Geldschein. Die meisten Häuser im Netzwerk stehen deshalb regelmäßig zahlenden Besuchern offen, ob für Führungen, als Hotel oder Eventkulisse. Touristische Vermarktung, aber auch Erfahrungsaustausch gehören daher auch zu den vorrangigen Zielen des Vereins, so Matthias Prasse, Gründungsvorsitzender der Gesellschaft. Seiner Familie gehört das sogenannte Kreuzritter-Gut in Buro bei Wittenberg. „Wir wollen unsere Häuser durch Nutzung erhalten, für unsere Familien und für die Gesellschaft. Sie sind geschichtliche Zeugnisse Sachsen-Anhalts, lebendiger als jedes Schlossmuseum.“
Große landwirtschaftliche Latifundien wie in vergangenen Jahrhunderten hat kaum einer der neuen Schlossherren. Dafür riesige Dachflächen und morsche Balken. Thymo von Rauchhaupt, zweiter Vorsitzender der Gruppe, betreibt deshalb im Familienschloss Dieskau bei Halle seit mehreren Jahren ein Restaurant und belebt die alten Mauern durch ein hochkarätiges Veranstaltungsprogramm. Auch er sieht den neuen Verein als wirkungsvolle Vermarktungschance, um über die jeweilige Region hinaus neue Besucher zu gewinnen: „Gerade für den ländlichen Raum in Sachsen-Anhalt bietet der Kulturtourismus hohe Wachstumsmöglichkeiten. Dies erfordert aber Erfahrungsaustausch, Vernetzung und konsequente Positionierung“.
Die Mitglieder kommen aus allen Teilen des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Ihre Bauten vereinen alle Epochen mitteldeutscher Kunstgeschichte der letzten achthundert Jahre, von der mittelalterlichen Wasserburg bis zum Herrenhaus aus der Gründerzeit.
Aber am Ende sei es gar nicht etwas so Besonderes, in einem Schloss zu wohnen, meint Prasse. Nur der Weg zum Klo sei länger.
Tag der offenen Schlösser
Schon jetzt wird über alle Veranstaltungen auf den Schlössern via Facebook und Internet informiert. Ein halbjährlicher Programmflyer wird zudem auf eigenen Ständen wie zum Sachsen-Anhalt-Tag und auf Tourismus-Messen verteilt. Auch die Zusammenarbeit mit den Tourismusverbänden läuft an.
Am gemeinsamen „Tag der offenen Schlösser“ sollen nun konzentriert an einem Tag Tore und Türen großen und kleinen neugierigen Gästen zugänglich sind.
Doch die Mitglieder wollen nicht nur Ahnenporträts und Jagdtrophäen präsentieren. Ihnen geht es auch darum, über die Herausforderungen ihres Alltags zu berichten, der im Land der Frühaufsteher nicht immer rosig ist. So stellen enorme Abwasser- und Straßenausbaubeiträge und behördliche Forderungen enorme Belastungen für den Erhalt der denkmalgeschützten Bausubstanz dar.
Besucher können sich also am Pfingstmontag auf eine spannende Mischung aus Geschichte, Natur, Kunst und Kulinarik freuen.