(openPR) Rund 300 Gäste kamen zur 23. Küchenparty ins Mercure Hotel - Zehn Top-Köche und zwölf Spitzen-Weingüter sorgten für das leibliche Wohl
TRIER. Es ist eine Veranstaltung, die nicht beworben wird, die maximal 300 Gäste haben darf. Trotzdem gibt es jedes Jahr einen regelrechter Ansturm auf die Karten für die Küchenparty. Vor 23 Jahren wurde das Event von Gisela Schröer, der Gattin des damaligen Trierer Oberbürgermeisters, ins Leben gerufen. Nutznießer der Aktion waren damals wie heute Trierer Kinder.
Montag, 18:30 Uhr. Vor dem Restaurant des Mercure -Hotels warten die ersten Gäste auf Einlass. Doch sie müssen sich noch ein wenig gedulden. Denn im Restaurant werden die letzten Vorbereitungen für das Highlight des Jahres getroffen. Winzer von zwölf Weingütern verstauen ihre Wein- und Sektkisten, drapieren Gläser an den Ständen. In der Küche schieben zehn Spitzenköche aus der Region Lebensmittel in die Öfen, dekorieren liebevoll Dutzende von Tellern.
18:45 Uhr, Eintritt. Am Restauranteingang stehen Bärbel Schulte und Katrin Hülsmann gemeinsam mit Andreas Ammer bereit. Gemeinsam hängen die Vorstandsmitglieder der Trierer Kulturstiftung jedem der 300 Gäste eine bordeauxfarbene Schürze um, die ein von Johannes Kolz entworfenes, aufgesticktes Logo ziert. Vorstandsvorsitzender Harry Thiele und Hoteldirektorin Anja Ahnen begrüßen die Gäste mit den aktuellen Menükarten. Junge Restaurantfachkräfte stehen mit Tabletts bereit, erwarten die Gäste mit kühlen Getränken und ersten kleinen Häppchen.
Der Blick in die Runde zeigt: Man kennt sich. Rasch bilden sich erste Gruppen, angeregt wird geplaudert, gescherzt und gelacht. Zum sechsten Mal ist die Kulturstiftung Trier Ausrichter der Küchenparty. Man sei damals gerne als Ausrichter eingesprungen, sagt Harry Thiele, Vorsitzender des achtköpfigen Vorstands. Für eine Privatperson war der Aufwand zu groß geworden, erinnert sich Gisela Schröer. Da kam das Angebot der Kulturstiftung, die mit dem KinderKulturFonds einen eigenen Bereich zur Unterstützung von Trierer Kindern unterhält, gerade recht.
An der Procedere hat sich seither nichts geändert. Köche, Winzer und Gäste engagieren sich - jeder auf seine Art - für die Trierer Kinder. „Essen für einen guten Zweck“ nennt Andreas Peters das. Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval wird unter anderem von seinem Vize Stefan Feltes begleitet. Man treffe hier viele Leute, die man vom Karneval her kenne, sagt Peters. Was er besonders schätzt: „Du musst an diesem Abend nichts selbst machen, sondern kannst Dich in angenehmer Umgebung ganz zwanglos unterhalten und dabei lecker essen und trinken.“ Und Stefan Feltes ergänzt: „Du hast hier die einmalige Chance, die Spitzengastronomie der Region an einem einzigen Ort zu erleben.“
Wolfgang Becker ist einer der Top-Köche, die sich um das Wohl der Gäste kümmern. Der Zwei-Sterne-Koch unterstützt die Küchenparty seit 1998. Damals sei das etwas ganz Innovatives gewesen, erinnert er sich. Denn ein solches Veranstaltungsformat habe es in Trier zuvor noch nicht gegeben. Für ihn gehört die Enge dazu. „Wenn die Menschen mit ihren Tellern in der Küche Schlange stehen, entsteht unweigerlich Kommunikation, was so ja auch beabsichtigt ist.“ Vorstandsvorsitzender Harry Thiele ist zufrieden mit der diesjährigen Beteiligung. Es ist voll, aber nicht zu voll. Von qualvoller Enge keine Spur.
Eng aber geht es in der Küche zu. Den Top-Köchen und ihrem Personal bleibt nicht viel Platz. Zumal die Arbeitsflächen auf zehn Gastronomen mit ihrem Personal aufgeteilt werden müssen. Alle haben an diesem Tag ihren Ruhetag, sonst könnte es diesen Abend nicht geben. Und alle haben sich für die Küchenparty etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Wolfgang Becker (Olewig) reicht „Veggie‘s Delight“ mit ausgefallenen Zutaten, bei Alexander Oos (Trittenheim) gibt es Kalbsfilet mit Blattspinat und Limonen-Kartoffelpüree; Carsten Vogt als Küchenchef des Mercure-Hotels bietet Jakobsmuscheln mit passender Beilage an; Georg Henke (Georgs Restaurant) offeriert ein Duett vom Angus Rind mit Spargelgemüse und Beilagen, Christan Morgen (Schepper’s) bietet Filet vom Mahi Mahi mit Ananasragout und Kokosmilch an, Harald Rüssel (Rüssels Landhaus) lockt mit Seesaibling und ausgefallenen Beilagen; Christoph Kaiser (A la minute) reicht Gänsestopfleber im Abinao-Mantel und Winfried Licht (Zum Wiesengrund) verwöhnt mit Hummerravioli. Doch damit nicht genug: Für den Nachtisch sorgen Hubert Scheid (Schloss Monaise) - er bietet ein Dessertbüffet an - und Léa Linster (Restaurant in Frisange/Luxemburg) mit ihrer herausragenden Crème Brulée und den dazu gehörenden feinen Madeleines.
Die passenden Weine stellen an diesem Abend Becker’s Weingut und Weinhaus, Olewig, an, ferner die Weingüter Forstmeister Geltz-Zilliken, Saarburg; Clüsserath-Weiler, Trittenheim; Bischöfliche Weingüter, Trier, Reichsgraf von Kesselstatt, Morscheid; Josef Rosch, Leiwen; Kirsten, Klüsserath; Paulinshof, Kesten; Piedmont, Konz-Filzen, von Hövel, Konz-Oberemmel, Vereingte Hospitien, Trier und das Weingut zur Römerkelter aus Maring-Noviand. Seine Abrundung erfährt das Angebot durch Walderdorff’s Cocktail Bar, Trier, und der Mondo del Caffé-Kaffeebar.
Während sich die Menschen an den verschiedenen Kochkojen bedienen, erinnert sich Gisela Schröer an die allererste Veranstaltung. Das sei eine ganz spannende Sache gewesen, schmunzelt sie. „Ein großes Essen, das viel Geld kostet - und das auch noch in der Fastenzeit!“ Nach 23 Jahren ist von Gegenwind nichts mehr zu spüren. Anja Ahnen, Direktorin des Mercure-Hotels, erntet höchstes Lob als Gastgeberin. Nicht nur die Gäste lobten die Bereitschaft des Hauses zu dieser Veranstaltung in den höchsten Tönen. Auch Kulturstiftungschef Harry Thiele zeigt sich dankbar für das Engagement der Direktorin. Und auch Sternekoch Becker bringt es auf den Punkt: Ohne die Küche des Mercure-Hotels würde es die Küchenparty in diesem Rahmen vermutlich so nicht geben.
Doch bevor alle satt und zufrieden wieder nach Hause gehen, gibt es nochmals einen Anreiz für die Spendierfreudigkeit der Gäste: Andreas Ammer versteigert ein gerahmtes Bild der Künstlerin Chikako Kato. Am Ende geht das Kunstwerk für 700 Euro an Jacek Sienkiewicz, der es stolz und zufrieden in Empfang nimmt. Kunst und Genuss für Trierer Kindern. Der Abend hat erneut bewiesen, dass Helfen durchaus auch den Spendern selbst Freude machen darf.













