(openPR) • Studie der berufundfamilie Service GmbH belegt Wunsch von Beschäftigten nach mehr Selbständigkeit
• Strategisch eingebettetes Führen auf Distanz bringt mehr Flexibilität in die Arbeitswelt
Beschäftigte sind sich einig: Unabhängig von Berufs- und Lebensphase sowie individuellem Lebensentwurf wünschen sie sich mehr kurz- und langfristige Möglichkeiten der flexiblen Arbeitsorganisation. Das ist ein zentrales Ergebnis der Studie „Vereinbarkeit 2020“, die die berufundfamilie Service GmbH in Zusammenarbeit mit dem IBE, Fachhochschule Ludwigshafen, durchgeführt hat. Flexibilisierung der Arbeitszeit ist dabei genauso gefragt wie mehr Spielraum bei der Wahl des Arbeitsortes – etwa das teilweise Arbeiten im Home-Office.
Nach Ansicht der berufundfamilie Service GmbH muss aber die aktuelle, singuläre Diskussion um Home-Office-Lösungen einer viel umfassenderen Fragestellung weichen: Welche Chancen ergibt das Führen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf Distanz und wie lassen sich diese realisieren?
„Vertrauen ist gut, Kontrolle besser?“ – Motivation durch mehr Selbständigkeit
Oliver Schmitz, Geschäftsführer der berufundfamilie Service GmbH, erläutert: „Dezentrale Betriebs- und Projektstrukturen verlangen von Führungskräften, auf Distanz zu führen – aber auch eine familienbewusste Personalpolitik bringt diesen Anspruch mit sich. Denn Beschäftigte, die Kinder betreuen, einen Angehörigen pflegen oder anderen dringenden privaten Belangen nachkommen möchten, wollen zwar den entsprechenden Freiraum, aber auch die Anbindung an die Führungsebene. Zudem ist insbesondere im Rahmen eines Kontakthalteprogramms von Elternzeitlern oder etwa eines Sabbaticals ein gutes Führen auf Distanz sinnstiftend. Doch für viele Vorgesetzte geht mit Distanz ein Kontrollverlust einher. Und: Sie befürchten, dass die Bindung zu den Beschäftigten leidet.“
Dabei ist häufig das Gegenteil der Fall: Das Arbeiten von zu Hause etwa macht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zufriedener und loyaler. Und Führung auf Distanz minimiert eben jene Gefahren, die bei örtlicher Nähe oftmals gegeben sind: Bei einer zu starken Fokussierung auf das Vor-Ort-Management können Führungskräfte an strategischem Weitblick einbüßen. Zudem kann bei zu enger Führung die Eigeninitiative und Kreativität der Beschäftigten leiden. Doch genau diese suchen Beschäftigte. So zählt für die über 1.000 Befragten der berufundfamilie-Studie zu den wichtigsten Erwartungen an eine Führungskraft, dass sie die Selbständigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördert.
„Aus den Augen aus dem Sinn?“ – Achtung Karrierefalle
„Für Beschäftigte und für Arbeitgeber bringt das Führen auf Distanz aber nur dann Gewinne, wenn dieses strategisch in das betriebliche Handlungsfeld „Führung“, das im audit berufundfamilie gesonderte Beachtung findet, eingebettet und Fallstricke systematisch aufgelöst werden“, ergänzt Oliver Schmitz.
Bestandteil der Planung muss auch sein: die fortlaufende Berücksichtigung der Beschäftigten bei der Karriereplanung. Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter, die etwa regelmäßig im Home-Office tätig sind, sollten auch weiterhin in ihrer beruflichen Weiterentwicklung gefördert werden.
„Gut geplant ist halb gewonnen“ – Praxistipps
Arbeitgebern gibt die berufundfamilie Service GmbH folgende Tipps für das erfolgreiche Führen auf Distanz an die Hand:
1. Vertrauenskultur schaffen
Gegenseitiges Vertrauen von Führungskräften und Beschäftigten ist das A&O. Die beste Basis legt immer noch das persönliche Gespräch. Daher sind regelmäßige Meetings, an denen alle Teammitglieder vor Ort teilnehmen, einzuplanen – projektbezogene, aber auch solche, die der reinen Teambildung dienen.
2. Rahmenbedingungen definieren
Wann wird wie wo gearbeitet? Lassen sich etwa bestimmte Tage festlegen, in denen im Home-Office gearbeitet wird? Welche Erreichbarkeit ist zwingend nötig? Regelmäßigkeit bietet beiden Seiten Sicherheiten. Dabei dennoch Flexibilität zulassen.
3. Aufgaben und Ziele festlegen
Die Zusammenarbeit ist klar zu bestimmen, so auch, woran Aufgaben, Fortschritte und Ergebnisse gemessen werden. Empfehlenswert ist die gemeinsame Definition der Standards.
Wichtig: Auch Beschäftigte, die regelmäßig im Home-Office arbeiten, in der Karriereplanung unterstützen.
4. Klare, fortlaufende Kommunikation
Distanz bedarf einer besonders effektiven Kommunikation im Arbeitsalltag. Besprechungen und Informationen sind entsprechend kurz und prägnant zu halten. Außerdem müssen Termine und Absprachen von allen Seiten eingehalten werden.
Zur effektiven Kommunikation gehört zudem zielführendes Coaching, also auch regelmäßiges konstruktives Feedback.
5. Technik sinnvoll einsetzen
Führung auf Distanz stützt sich auf den Einsatz technischer Mittel. Die entsprechende Ausstattung ist bereit zu stellen und muss gepflegt werden.
Bei aller Technik nicht aus dem Blick zu verlieren ist: Ob bei der Kommunikation per Mail, Telefon oder Videokonferenz – Empathie und Emotionen sind wichtig und schaffen Nähe.
6. Raum schaffen für informellen Austausch
Möglichkeiten des informellen Austauschs sind wichtig für die Unternehmenskultur, aber auch für die Innovationsfähigkeit einer Organisation. Wenn ein größerer Anteil der Zusammenarbeit auf Distanz stattfindet, können z. B. Termine bewusst so eingeplant werden, dass Pausenzeiten anfallen, in denen informeller Austausch möglich ist. Aber auch mit neuen Medien kann sozialer Austausch gefördert werden, gerade für jüngere Generationen häufig bereits eine Selbstverständlichkeit.











