(openPR) Münster, 08. März 2016 - Die YieldCo-Branche in den USA hat in den letzten Jahren eine spektakuläre Entwicklung durchlaufen. Die Gesellschaften, die mit einem Portfolio von Erzeugungskapazitäten, überwiegend auf Basis Erneuerbarer Energien, gut planbare Cashflows erwirtschaften und diese größtenteils an Anleger in Form von Dividenden ausschütten wollen, erfreuten sich im Niedrigzinsumfeld zunächst großer Beliebtheit. Mit mehreren IPOs seit 2013, zahlreichen Kapitalerhöhungen und einer umfangreichen Fremdkapitalakquise konnten die Gesellschaften von Juli 2013 bis September 2015 rund 19 Mrd. US-Dollar einsammeln und damit große Portfolios aufbauen. Dabei schien das Perpetuum Mobile der Renditesteigerung gefunden: Mit Emissionen zu immer höheren Kursen wurde das durchschnittliche Investment je Aktie gesteigert (umgekehrter Verwässerungseffekt) und damit auch die Dividende je Aktie kräftig erhöht.
Kurseinbruch und Strategieanpassung
Diese Renditespirale endete mit einer kräftigen Kurskorrektur, im letzten Jahr haben die US-YieldCos im Schnitt ein Drittel ihres Börsenwerts eingebüßt, in den ersten zwei Monaten 2016 setzte sich der Abwärtstrend mit -18,5 Prozent fort. Der Einbruch hat mehrere Ursachen, dazu zählen die Marktsättigung nach zahlreichen Emissionen, eine zu aggressive Wachstumsstrategie mehrerer Anbieter mit gewagten Finanzierungsstrukturen, der Rückgang des Ölpreises (als Gefahr für neue Projekte wegen sinkender Strompreise) und nicht zuletzt eine kritischere Bewertung des Sponsorenmodells. In dessen Rahmen werden die YieldCos von sogenannten Sponsoren, bei denen es sich oftmals um Projektentwickler handelt, gegründet, die anschließend substanziell beteiligt bleiben und neue Projekte an die Gesellschaften verkaufen, was zunehmend als Quelle möglicher Interessenskonflikte gesehen wird. Als Reaktion auf die Kapitalmarktentwicklung wird das Sponsorenmodell aktuell ebenso adjustiert wie die Wachstums- und Ausschüttungspläne der Gesellschaften, da größere Emissionen derzeit als Finanzierungsoption weitgehend ausfallen.
Bessere Entwicklung im deutschsprachigen Raum
Im deutschsprachigen Raum finden sich auf dem Kurszettel mittlerweile ebenfalls mehrere Unternehmen, die sich auf den Aufbau eines Portfolios von Erzeugungskapazitäten auf Basis Erneuerbarer Energien fokussieren. Im Gegensatz zu den USA werden die Anlagen in den meisten Fällen aber frei am Markt erworben, zudem werden insbesondere auf der Finanzierungsseite konservativere Modelle (Finanzierungen mit langen Laufzeiten) verfolgt. An der Börse wird das honoriert, im letzten Jahr haben sich die Aktienkurse der sechs von uns erfassten Unternehmen aus der DACH-Region um durchschnittlich 21,6 Prozent erhöht, auch in den turbulenten ersten zwei Monaten 2016 haben sie sich mit einem durchschnittlichen Kursverlust von 8,3 Prozent deutlich stabiler entwickelt als der DAX (-11,6 Prozent).
Save the date: Zweite Green-IPP & YieldCo Investorenkonferenz am 5.10.2016
Den Unternehmen ist es in den letzten Monaten zudem gelungen, frisches Eigenkapital einzuwerben und damit ihre Portfolios weiter auszubauen. Das Wachstumsmodell ist intakt und das Wachstumspotenzial in einem zersplitterten Markt und angesichts anhaltend niedriger Zinsen groß. SMC-Research wird den Unternehmen zusammen mit rikutis consulting in diesem Jahr erneut eine Plattform zur Darstellung der Expansionsstrategien bieten, am 5. Oktober 2016 findet in Frankfurt die zweite Green-IPP und YieldCo Investorenkonferenz in Frankfurt statt. Reservierungen werden schon jetzt von den Veranstaltern entgegengenommen.



