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Anforderungen an zukunftsweisende Tourismusstudiengänge

06.06.200613:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Der Tourismus bezieht seine Faszination zu ganz wesentlichen Teilen aus seiner Widersprüchlichkeit: hier das Bedürfnis der Touristen, exotische Länder zu bereisen, fremde Kulturen und Abenteuer als Gegen- oder zumindest andere Welten zu erleben, da der Wunsch die daraus sich ergebenden Unwägbarkeiten durch den Abschluss einer Reiseversicherung doch wenigstens abzumildern. Hier die Errichtung künstlicher Erlebniswelten zur Konsumtion touristischer Räume auf Seiten der Tourismusindustrie, da die fraglose Akzeptanz solcher Angebote und deren Klassifikation als authentisch auf Seiten der Reisenden. Die Liste der Widersprüchlichkeiten ließe sich beliebig fortsetzen.



Trotz oder gerade wegen dieser Widersprüche ist die Tourismus- und Freizeitindustrie mit mehr als zehn Prozent Anteil an der weltweiten Wirtschaftsleistung eine der wichtigsten Sektoren. Für Deutschland ermittelt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) immerhin einen Anteil von acht Prozent, das entspricht rund 140 Mrd. Euro. Auch die Aussichten scheinen trotz Unsicherheiten durch Attentate, politische Unruhen und Epidemien ausgesprochen günstig: nach einer Prognose der Welthandelsorganisation (WTO) wird sich die Anzahl der internationalen Reisen von 1995 bis 2020 verdreifachen. Im langjährigen Durchschnitt expandiert die Tourismusindustrie um zwei Prozent stärker als die Weltwirtschaft.

Dabei werden die Kundenwünsche immer komplexer und die Anforderungen an die im Tourismus Arbeitenden steigen. Das macht die Frage nach adäquaten Ausbildungskonzepten vordringlich. Dabei haben allerdings diejenigen, die solche Ausbildungskonzepte entwickeln als auch diejenigen, die sich hernach für ein solches Angebot entscheiden, vielfältige Besonderheiten und Widersprüchlichkeiten zu berücksichtigen.

1. Der touristische Personalmarkt akademisiert sich zusehends. Um in der Tourismusindustrie leitende Positionen im oberen und mittleren Management übernehmen zu können, wird vielfach ein abgeschlossenes Studium vorausgesetzt.

2. Wenngleich im öffentlichen Fokus immer die „Großen“ der Branche stehen, seien es Reiseveranstalter, Reisemittler, Hotels oder/und Transportunternehmen, darf nicht übersehen werden, dass die Tourismusindustrie strukturell im Wesentlichen durch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geprägt ist. Darüber hinaus werden aber auch die großen und bekannten touristischen Leistungsträger größtenteils durch KMU getragen. KMU stellen aber ganz spezifische Anforderungen an ihr Personal. Die Übernahme von Führungspositionen in KMU verlangt Generalisten. Generalisten müssen in der Lage sein, sich mit immer schneller wechselnden Zyklen in allen Disziplinen auseinanderzusetzen und sich den Kundenwünschen und dem Wettbewerberverhalten anzupassen. Dabei wird offenkundig, dass ein touristisch-orientiertes Studium umfassend angelegt sein muss. Tourismusmanagement ist deshalb kein Appendix der Betriebswirtschaftslehre: auch und gerade Disziplinen wie Soziologie, Psychologie und Kulturwissenschaften bilden die Grundlagen für ein fundiertes und zukunftweisendes Studium.

3. Die Tourismusindustrie differenziert sich immer mehr entlang der eigenen Wertschöpfungskette. Unübersehbar ist, dass eine Differenzierung aber auch in Bezug auf die Reiseform zu konstatieren ist. Auch akademische Ausbildungskonzepte haben eine solche Differenzierung zu reflektieren und Rechnung zu tragen. So hat beispielsweise das Baltic College Güstrow mit dem Studiengang „Gesundheitsmanagement im Tourismus“ ein innovatives Studienprogramm aufgelegt, das den Besonderheiten aus der Verbindung von Tourismus und Gesundheitswirtschaft einerseits und der zunehmenden Nachfrage nach gesundheitsorientierten Dienstleistungen im Tourismus andererseits gerecht wird. Gerade an diesem Beispiel wird nochmals deutlich, dass Absolventen für dieses Berufsfeld betriebswirtschaftliche Kenntnisse auch mit Kompetenzen aus anderen Disziplinen verknüpfen können müssen.

4. Von nahezu allen Studiengängen wird derzeit ein stärkerer Berufsbezug gefordert (also eine Ankopplung des Studiums an rasch wechselnde außerhochschulische Bedarfslagen), andererseits aber auch die Vorbereitung auf „lebenslanges Lernen“ (also die Entkopplung von solchen Bedarfslagen) verlangt. Auch dies scheint ein offensichtlicher Widerspruch zu sein, der der vornehmlich politischen Forderung nach einer Orientierung des Studiums an ökonomische Verwertungszusammenhängen entspringt. Das Baltic College beschreitet zur Auflösung des Widerspruchs den Weg des dualen Studiums. Hier werden Berufsausbildung und Studium parallel angeboten. Der Vorteil: die in der beruflichen Ausbildung erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten werden in der anschließenden Phase des Studiums reflektiert, ergänzt und theoretisch fundiert et vice versa. Somit findet ein ständiger Reflexionsprozess zwischen beiden Bestandteilen der Ausbildung statt und qualifiziert die Absolventen für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben.

Es dürfte klar sein, dass eine Bildungsinstitution, die ihr Angebot an diesen beschriebenen Besonderheiten orientiert, umfangreiche Bildungsressourcen vorhalten muss. Angesprochen sind damit nicht nur vielfältige Kontakte und Kooperationsverflechtungen zur Praxis, sondern auch Modulbausteine aus anderen Studiengängen, die jeweils für sich einen wesentlichen Beitrag zu einem konsistenten Studienprogramm leisten können.

André Schulz M.A.

Das Baltic College ist als wirtschaftsnahe Hochschule eine innovative Schnittstelle zwischen akademischen Lehrinhalten und dem konkreten Bildungsbedarf der Unternehmen.

Weitere Informationen: www.baltic-college.de/boa/

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