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Atomendlager Buer - Frankreichs Gorleben

09.02.201621:01 UhrEnergie & Umwelt

(openPR) In Frankreich stirbt ein Techniker während Arbeiten in einer Forschungseinrichtung für die Endlagerung in Frankreich – weil einer der unterirdischen Gänge einbricht. Das Projekt wirft somit ernsthafte Fragen auf, wie sicher der gewählte Ort sein kann. Dabei soll schon in weniger als 10 Jahren der erste radioaktive Müll sein Endlager beziehen.



Wer meint, dass nur Deutschland arge Probleme mit der Endlagerung von mittel- bis hochradioaktiven Atommüll hat, hat den Blick noch nicht nach Frankreich gerichtet. Die französische Agentur für Atommüllverwaltung (Andra) betreibt im kleinen französischen Ort Buer in der Region Lothringen ein Forschungslabor, um die Möglichkeiten und Risiken der Lagerung radioaktiv-strahlender Abfälle in Tonschichten zu erforschen. In der Region soll 2025 das erste atomare Endlager Europas entstehen. Ein Prestige-Projekt ist es allemal, in einem Land, das besonders auf Kernenergie setzt und sich deshalb die ideale Endlagerung auf seine Fahnen geschrieben hat.

Gang stürzt ein - Techniker stirbt in Forschungseinrichtung

Nun aber wird das gesamte Vorhaben in ein dunkles Licht gerückt. In einem der vielen Gänge der Forschungseinrichtung, die bis zu 500 Meter unter der Erde liegen und in denen unter anderem die Wasserdurchlässigkeit der Gesteinsschichten erforscht wird, löste sich aus bisher unerklärlichen Gründen eine größere Gesteinsmasse und begrub zwei Techniker. Ein 42-jähriger verstarb dabei, der andere konnte schwer verletzt geborgen werden. Die Sicherheitsvorschriften wurden von den erfahrenen Männern eingehalten.

Dieser tragische Zwischenfall wirft in Frankreich erneut Fragen auf. Neben der Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen im Forschungslabor selbst, werden auch die vorhandenen Gesteinsschichten als optimales Endlager in Zweifel gezogen. Zwar wird das Endlager nicht am gleichen Ort wie das Forschungslabor, sondern im benachbarten Departement Haute-Mame eingerichtet, dennoch scheint der Untergrund nicht stabil genug zu sein. Was also, wenn das Risiko besteht, dass Gesteinsschichten einstürzen, wenn hochradioaktives Material gelagert ist?

Widerstand gegen Endlager wohl zwecklos


Es gab auch Überlegungen an anderen Orten Frankreichs ein Endlager einzurichten, allerdings scheiterte dies wiederholt an starken Protesten der örtlichen Bevölkerung. In Buer selbst leben nur 90 Menschen. Das kommt den Verantwortlichen entgegen, wenn die Gegenwehr kleiner ausfällt. Auch andere Gegner des Atomendlagers in Bure haben meist wenig Hoffnung, dass die französische Regierung auf ihre Kritik eingehen wird. Daher bauen sie darauf, dass gerade die Anrainer, Rheinland-Pfalz, das Saarland oder auch Luxemburg mit in die Diskussion eingebracht werden können. Allerdings schätzen die ihre Chancen ebenfalls gering ein. Grund sind die Erfahrungen mit den beiden umstrittenen Atomkraftwerken Fessenheim und Cattenom, bei denen die Anrainer ebenfalls vehement für eine Stilllegung protestierten, aber keinen Erfolg hatten.

Bundesregierung an Forschung in Buer beteiligt

Somit bleibt am Ende wohl nur die Lösung über die Bundesregierung, die in Gesprächen mit ihren französischen Kollegen etwas bewirken könnte. Ob die Bundesregierung daran ein Interesse hat, ist wiederum eine andere Frage. Immerhin ist der Bund sowohl finanziell als auch personell mit dem Endlager in Buer eng verbunden. Laut einer Anfrage der Linken gab das Bundeswirtschaftsministerium an, in den Jahren 2000 bis 2007 insgesamt 1,6 Millionen Euro in die Forschung des dortigen Projektes gesteckt zu haben. Darüber hinaus sind auch Mitarbeiter der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Bure selbst tätig.

Sollte trotz aller Bedenken die Pläne der Regierung zur Aufbewahrung radioaktiver Abfälle erfüllt werden, entsteht am Ende 2025 das erste atomare Endlager Europas. Bei der Einlagerung soll es 300 Jahre die Möglichkeit einer Rückholaktion geben können, ansonsten ist die Lagerung für eine Million Jahre vorgesehen. Insgesamt soll die Endlagerung mehr als 25 Milliarden Euro kosten. Zumindest scheint das Land bereit zu sein, in Zukunft mehr und mehr auf die Atomkraft zu verzichten.

Quellen:
taz
Tageblatt Lëtzebuerg
Deutschlandfunk

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