(openPR) Der BKK-Dachverband hat in seiner neuen Studie erschreckende Zahlen veröffentlicht und nachgewiesen, dass die Langzeit-Erkrankungen bei den Beschäftigten gerade in den kleinen und mittleren Betrieben stark zunehmen. Sie machen bereits rund die Hälfte aller Fehltage aus, wobei man bei einer Langzeit-Erkrankung von einem mindestens sechswöchigen Ausfall ausgeht. Dramatisch wird diese Entwicklung, wenn man weiß, dass inzwischen rund 24 Prozent aller Krankentage auf psychische Störungen zurückzuführen sind. Dieser Wert hat sich binnen zehn Jahren verdoppelt.
Immer mehr Arbeitnehmer fühlen sich ausgebrannt und gestresst. Wird das nicht im Betrieb erkannt und durch Spezialisten behandelt, sind psychische Erkrankungen die Folge. Ein Betroffener fällt im Schnitt 37 Tage aus, bei Langzeit-Erkrankten ist es sage und schreibe ein halbes Jahr. Dass diese Entwicklung für die Betriebe immer höhere Kosten verursacht, weiß auch Tanja Stöcker, eine Medizinerin aus Germering bei München. Sie geht gezielt in die Betriebe und bietet Verbänden, Kammern und Gewerkschaften Hilfe an. „Die Ausgaben für Krankengeld lagen im vergangenen Jahr bei fast elf Milliarden Euro, was einer Steigerung seit 2010 um drei Milliarden Euro bedeutet“, sagt die Expertin für Betriebliches Gesundheits-Management. Und sie weiß, dass die Langzeiterkrankungen ein immer größeres Problem in den kleinen Betrieben werden, weil diese das Gehalt in den ersten sechs Wochen zu 100 Prozent weiter zahlen müssen. Stöcker verweist auch auf die Forderungen der Politik, denen sie sich als Medizinerin anschließt und die sie unterstützt: „Die chronischen Erkrankungen werden im Zuge des demografischen Wandels zunehmen, wenn sich in der Prävention nichts ändert und wenn die Betriebe nicht bald flächendeckend ein wirkliches Gesundheitsmanagement einführen“.







