(openPR) Die Factoring-Branche blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die Gründe dafür sind vielfältig: Trotz niedriger Zinsen agieren Banken gerade beim Mittelstand oft zögerlich bei der Kreditvergabe, eine zunehmende Zahl an Startups benötigt Liquidität für die Forderungsfinanzierung und viele Unternehmen brauchen flüssige Mittel zur Wachstumsfinanzierung und Absicherung von Außenständen. In diesem Szenario kann sich Factoring zunehmend als flexible Alternative zu klassischen Unternehmenskrediten etablieren. Auch weil der Forderungsverkauf an einen Factor, neben besserer Liquidität, die Absicherungen der Forderungen und eine deutliche Entlastung beim Debitorenmanagement bietet.
Im Mittelstand auf dem Vormarsch
Laut einer Umfrage des Bundesverbands Factoring im Mittelstand (BFM) planen 15 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen den Einsatz von Factoring als Ergänzung oder Alternative zu Unternehmenskrediten. 2012 lag dieser Wert noch bei 10 Prozent. Dass Factoring für immer mehr Unternehmen interessant wird, belegen auch Zahlen der Mitgliedsunternehmen des Deutschen Factoring-Verbandes:
•Im ersten Halbjahr 2015 wurde erstmals ein Forderungsvolumen von 100,5 Milliarden Euro bewegt. Das sind 11 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (90 Milliarden Euro).
•Die Kundenzahl wuchs im Jahr 2014 auf 18.900 – ein Wachstum von fast 7 Prozent gegenüber 2013.
„Der Einsatz von Factoring hat uns in der Phase unseres starken Wachstums die Möglichkeit gegeben, unser Working Capital vollständig aus dem laufenden Geschäft zu finanzieren“, erklärt Max H.-H. Schaber, Vorstandschef des IT-Dienstleisters Datagroup in einem Interview mit dem Handelsblatt. „Zudem können wir durch den Einsatz von Factoring mit festen Einnahmen planen und auf diese Weise unsere Liquidität genau steuern.“
Viel Potenzial für Forderungsverkauf
Nach wie vor gibt es aber noch viel Potenzial für Factoring. So vertritt der europäische Finanzmarktverband Association for Financial Markets in Europe (AFME) die Ansicht, dass vielen kleineren Unternehmen überhaupt nicht bewusst ist, welche Möglichkeiten ihnen bei der Finanzierung offen stehen. Denn die meisten kleineren und mittelständischen Unternehmen nutzen weiterhin hauptsächlich Bankkredite. Erstens erhalten sie diese bis zu einem gewissen Punkt oft relativ unproblematisch, in der Regel aber nur gegen Bereitstellung meist hoher und oft auch privater Sicherheiten. Zweitens erscheinen alternative Finanzierungsinstrumente oft als komplexer, da wenig bekannt und in vertrauten Finanzierungsbeziehungen selten erklärt. Dies ist gerade für Firmen ein Hindernis, in denen sich meist nur die Eigentümer mit Finanzierung beschäftigen.
Zukunft des Factoring im Mittelstand
Jedoch erkennen immer mehr mittelständische Unternehmen die Vorteile dieser Alternative zum Unternehmenskredit. Im kommenden Jahr dürfte die positive Entwicklung von Factoring deshalb weitergehen. Vor allem in zwei Branchen sieht Thorsten Klindworth, Gründer und Vorstandsvorsitzender der A.B.S. Global Factoring AG, deutliches Wachstumspotenzial:
•Gerade der mittelständische Handel ist von hohem Wettbewerbsdruck geprägt. Hinzu kommen langfristige Zahlungsziele von bis zu 120 Tagen sowie insbesondere beim Export eine hohe Gefahr von Zahlungsausfällen. Durch den Forderungsverkauf erhalten Händler Liquidität, die sie sofort wirtschaftlich handlungsfähig macht – etwa zur Finanzierung neuer Handelsware, und gleichzeitig eine Absicherung ihrer Forderungen gegen Ausfall.
•Auch Personaldienstleister stehen aktuell vor großen Herausforderungen, insbesondere durch die Einführung des Mindestlohns und eine oft niedrige Eigenkapitalquote. Hinzu kommen lange Zahlungsziele und eine mitunter schlechte Zahlungsmoral von Kunden. Factoring bietet hier eine nachhaltige Finanzierungsalternative für Unternehmen, mit der sich etwa eigene Verbindlichkeiten pünktlich begleichen oder Kredite zeitnah abbauen lassen.
Um dieses Wachstum aktiv mitgestalten zu können, hat die A.B.S.-Gruppe in 2015 mit der geplanten Übernahme der VB Factoring Bank AG und der damit verbundenen vollständigen Abdeckung des ökonomisch starken Raums Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH) weitere Weichen zur erfolgreichen Umsetzung der eigenen langfristigen Internationalisierungs- und Wachstumsstrategie gestellt. Der Umzug in größere Räume am Hauptsitz Wiesbaden und die Vergrößerung des Teams unterstützen dieses Vorhaben.
„Das anhaltende Wachstum im Factoring-Markt wird uns 2015 mit einem voraussichtlich abgewickelten Forderungsvolumen von rund 1,35 Mrd. Euro einen weiteren Rekordumsatz ermöglichen. Immer mehr mittelständische Unternehmen wollen mit sofortiger Liquidität, flexiblen Wachstumschancen und der Ausfallsicherheit ihrer Forderungen die Vorteile von Factoring als Alternative zum Unternehmenskredit nutzen“, weiß Klindworth. „Deshalb blicken auch wir optimistisch in Richtung 2016“.









