(openPR) Betriebliches Qualitätsmanagement sollte im Interesse der Kunden stattfinden, denn damit dient es auch dem Unternehmen. Das unternehmerische Ziel der Profitmaximierung wird dadurch mit dem berechtigten Verlangen der Kunden, nach einwandfreier auftrags-, norm- und rechtsgemäßer Leistung in Einklang gebracht.
Leider erfüllt das Verständnis so mancher Führungskräfte von Qualitätsmanagement nicht die dazu erforderlichen Voraussetzungen. Kunden scheinen für sie keine Geschäftspartner zu sein, die man pflegen muß, weil man sie als Auftraggeber und Quelle von Umsatz und Gewinn möglichst langfristig an sein Unternehmen möchte. In der Studie „Qualitätsmanagement in der Praxis - Wenn Kunden sich als Beuteopfer fühlen - ein “Reise”-Erlebnis mit Gebecot/TUI oder: Wie Missmanagement Kunden vertreibt“, 4. Auflage, eBook (ISBN 978-3-943788-07-5), Umfang 137 S. Euro 19,95. Krasses Managementversagen wie in diesem Fall, kommt glücklicherweise nicht ständig vor. Die meisten Geschäftsführer sind klug genug, ihre Kunden nicht zu gebecoen.
Dennoch fragen sich Kunden gar nicht so selten, was wohl in den Köpfen so mancher Geschäftsführer vorgehen mag. Der eMail-Provider gmx, eine Tochtergesellschaft Firma 1&1 hält sich zum Beispiel zugute, einen sogenannten Spam-Schutzfilter zu nutzen, um ihre Kunden vor eMüll zu schützen, der heutzutage ja nicht selten Schadsoftware enthält. Eine gute Idee. Eigentlich.
Das ist dann aber auch alles, was positiv über diese Einrichtung zu sagen ist. Die Praxis dieser Filterung ist entweder – weil nicht wirklich ernst gemeint - dilettantisch und kundenfeindlich, oder es handelt sich um vollkommenes Unvermögen.
Mit einem Spamfilter genannten Programm fischt gmx nach seiner Ansicht verdächtige eMails heraus und sammelt sie in einer als „Spam-Report“ bezeichneten Liste. Die sendet er dem Kunden per eMail zu. Die Liste enthält notorisch kunterbunt gemischt sowohl Werbemüll, eMails, die der Kunde sowieso ungelesen gelöscht hätte, wie auch eMails von Absendern, mit denen er zuvor schon mehrmals korrespondiert hatte. Während der Spam-Filter letztere eMails als oft Spam aussortiert, leitet der viel Werbemüll an den Kunden weiter. Auch kommt es vor, daß eMails vom gleichen Absender einmal unbehelligt bleiben, ein andermal aber auch als Spam aussortiert werden, also das Programm willkürlich „entscheidet“ was der Kunde erhält und was nicht. Ein System ist nicht zu erkennen.
Das von gmx als Schutz deklarierte Programm ist nicht nur untauglich, seine Aufgabe zu erfüllen, sondern es schädigt auch die Kunden. Denn der Kunde muß sich auf einer speziellen WebSite von gmx einloggen, um den Inhalt einzelner eMails des „Spam-Report“ lesen zu können. Kunden, die seit vielen Jahren Nutzer eines kostenlosen gmx-Accounts sind und ihr vor Jahren gewähltes Paßwort vergessen haben, erhalten dies nur, wenn sie 3,99 Euro „Lösegeld“ an gmx zahlen.
Ob die Zurückhaltung von Post gegen „Lösegeld“ zulässig ist, mögen Juristen klären. Das notorisch (und sogar automatisiert) abweisende Verhalten von gmx gegenüber Kundenbeschwerden über diese miserable, übergriffige und rechtlich zweifelhafte Praxis muß allerdings als kundenfeindlich betrachtet werden.
Der Geschäftsleitung von 1&1 sind die Kunden offensichtlich gleichgültig oder sie betrachten sie nur als Cashcows. Kunden, die sich nicht melken lassen, erhalten auf ihre Reklamationen jedenfalls keine Antwort – außer natürlich der automatisierten Aufforderung, 3,99 Euro für ein neues Paßwort zu bezahlen.
„Was den Unternehmer vom Profitgeier unterscheidet, ist seine Auffassung vom Kunden als Partner, m i t dem und nicht g e g e n den man Geschäfte macht“, lesen wir bei Prof. Querulix im Volksmund.
Eine Arbeitshilfe für Qualitätsmanagement wie es im Interesse von Unternehmen und Kunden sein sollte, nämlich kundenorientiertes Qualitätsmanagement ist das Fachbuch „Qualitäts-Audits als Führungsmittel. Mit Management- und Unternehmensqualität im globalen Wettbewerb gewinnen.“ Ein praktischer Assistent und Soforthelfer mit zahlreichen Abbildungen und Checklisten“, eBook (ISBN 978-3-943788-00-6), Umfang 134 S., Euro 19,95. Zum gleichen Preis inklusiv Versand als Druckausgabe, Umfang 132 S. (ISBN 3-89811-581-X) ist das Buch nur beim Verlag unter www.read.ruedenauer.de erhältlich.
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