(openPR) Das internationale Kunstprojekt mit Ausstellung zum Thema Schlaf dormART, veranstaltet vom Dortmunder Depot, wird durch Jan Hoet am 26. Mai um 19:30 Uhr eröffnet. Nach dem folgenden öffentlich zugänglichen ersten Teil der Ausstellung vom 26. Mai bis 07. Juni werden die elf Installationen "privatisiert", das heißt vom 08. Juni bis 09. Juli können Kunstinteressierte oder Reisende die Kunst als Übernachtungsmöglichkeiten mieten.
Dortmund, 24. Mai 2006 +++ Menschen schlafen sehr unterschiedlich: in Betten, in Hängematten, viele Stunden oder auch nur für Minuten. Von den verschiedenen Vorstellungen vom Grundbedürfnis des sich Ausruhens oder der Sehnsucht nach Geborgenheit reichen die Themen der elf im Depot umgesetzten Kunstwerke der teilnehmenden internationalen Künstler und Künstlergruppen. Seit Mitte Mai setzen die 15 Künstler aus den sieben Ländern Korea, Indonesien, Zypern, Österreich, der Niederlande, der Schweiz und Deutschland im Depot ihre vielgestaltigen Blickwinkel auf das Thema Schlaf in Rauminstallationen um.
Elf künstlerische Blicke auf die Kultur des Schlafens
Winfried Baumann (Deutschland / Raum 1) zeigt mit "Instant Housing" Wohnsysteme für Obdachlose und andere urbane Nomaden. Es sind auf ein Minimum reduzierte Behausungen, deren wichtigstes Merkmal die Mobilität ist.
Der Fokus von Birgitta Thaysen (Deutschland / Raum 2) liegt bei "TULIP REDBOX" im Gegensatz von Traum und Realität. Sie lädt den Besucher, bzw. Schläfer ein, in einen ihrer Träume hinein zu schlüpfen und selbstvergessen zu schlafen.
Jeong-Eun Lee (Korea / Raum 3) hat für ihre Installation "Schlafender" mit einem Futon die typische ostasiatische Form der Bettstatt gewählt. Er ist Schlafstätte und zugleich Projektionsfläche für das Bild eines schlafenden Babys, mit dem der Besucher verschmilzt.
TWO\FOUR\TWO (Zypern – Künstlergruppe / Raum 4) bieten in "UNPACK" jedem Gast beim Check-in einen Koffer, der alle notwendigen Dinge enthält, um den Raum aufzubauen. Der Gast wird aufgefordert, den Raum bei Ankunft selber einzurichten und bei Abreise wieder zusammenzufalten und an der Rezeption abzugeben.
Melati Suryodarmo (Indonesien) / Oliver Blomeier (Deutschland / Raum 5) entwickeln mit "Deformed Ethic of a Relationship 3.0" Gegensätze, die in einer Beziehung auftauchen können, und thematisieren den Deformationsprozess einer Beziehung in den Rückzugsmöglichkeiten beim Schlafen in getrennten Räumen.
Guda Koster (Niederlande) / Theresia Leuenberger (Schweiz / Raum 6) verdeutlichen mit "Im Schlaf sind alle Gleich", dass es für Schlafende keine Unterschiede wie Nationalität, Alter, Gesellschafts- oder Clubzugehörigkeit gibt. Sie bieten dem Besucher neben der gleichen weißen Kleidung die Möglichkeit, sich mit dem anderen Schläfer der Installation zu "verbünden".
Daniela Wettstein (Schweiz / Raum 7) hat sich in "95 € pro Nacht" einem der ernsten Themen der zeitgleichen WM angenommen, der Zwangsprostitution. Ist man als Besucher oder Übernachtungsgast im Innern des Wohnwagens angelangt, gibt es dort nur eine begrenzte Anzahl von Rollenmustern fern dieses Themas.
Wolfgang May (Deutschland / Raum 8) fordert Besucher wie Gäste im Baumhaus "Wie im Himmel so auf Erden" auf, die Holzleiter hinauf und hinaus aus der "Einheitsparzelle" der Ausstellungsarchitektur zu erklimmen. Dort kann man Alltägliches zurücklassen und an einen Ort gelangen, an dem der Himmel möglicherweise ein wenig näher erscheint.
Barbara Frieß / Adi Hösle (Deutschland / Raum 9) fragen mit "Das Zimmer von Frau K – modell dortmund –" wie das Persönlich-Intime öffentlich darstellbar und wahrnehmbar ist. Sie integrieren die Vorstellungen eines – aufgrund einer Annonce gefundenen - Interieurs eines privaten Schlafzimmers und dessen BewohnerInnen in die Rauminstallation und den Ausstellungskontext.
Klaus Pinter (Österreich / Raum 10) schafft mit seiner Installation "ohne Titel" für den Kunstbetrachter, der plötzlich übermüdet ist, eine Schlafgelegenheit: der Rezipient kann das Bild von der Wand nehmen und auf den Boden legen. Das Wandbild verwandelt sich nun in ein gemütliches Bett, das einen erholsamen Schlaf spendet.
Byungwang Cho's (Korea / Raum 11) Rauminstallation "zzimzilbang I" basiert auf einer speziellen Art der koreanischen Sauna, wunderbar zum Schwitzen und Entspannen. Der Holzkubus ist zur Verdeutlichung seiner Funktion als „Wechselbatterie“ für Menschen mit roten und blauen Acrylstreifen ausgestattet.
Weltweite Schlaf-Erfahrungen erleben - Neue Ausstellungsebenen erfahren
Die Spannung zwischen den individuellen Konzepten aus den unterschiedlichsten Ländern und die Gemeinsamkeit der Sprache der Kunst hat ein erlebnisreiches Kunstprojekt im Depot entstehen lassen. Diese Erfahrung kann jeder Kunstinteressierte oder Reisende in der öffentlich zugänglichen ersten Ausstellungsebene, als Übernachtungsgast noch intensiver in der zweiten Ebene, im "privatisierten" Zeitraum vom 08. Juni bis 09. Juli, erleben. Dann kann jeder die einzelnen Räume, also die Kunst als Übernachtungsmöglichkeit mieten.
Eine weitere Besonderheit bietet der Ausstellungskatalog: da die Installationen temporär sind und den Menschen während der zweiten Ebene die Möglichkeit der eigenen Schlaf-Erfahrung gegeben wird, sind auch die Fotografien der Kunstwerke ab Ende Mai im permanenten Entstehungsprozess. Jeder Katalogkäufer erhält deshalb zum Katalog elf Fotos und die Chance sich die noch entstehenden Bilder nachschicken zu lassen. Oder sie zur Finissage am 09. Juli selber abzuholen. Die entsprechenden Katalogseiten sind mit Platzhaltern versehen.
Informationen: www.dormart.de und www.depotdortmund.de
Bildmaterial: www.dormart.de/presse.html
Projekt- und Ausstellungszeiten im Überblick:
-- Umsetzung der Konzepte durch die Künstler im Depot: 14. Mai bis 25. Mai 2006
- Für Besucher geöffnet: 20. und 21. Mai 2006, von 11 bis 17 Uhr, Eintritt frei.
-- Ausstellungsdauer, Teil 1 / Öffentl. Zugang: 26. Mai bis 07. Juni 2006
- Vernissage: 26. Mai 19:30 Uhr im Depot
- Für Besucher geöffnet: täglich 14:00 bis 20:00 Uhr, Eintritt 7 €, ermäßigt 5 €
-- Ausstellungsdauer, Teil 2 / Private Vermietung: 08. Juni bis 09. Juli 2006
- Finissage: 09. Juli 16 Uhr im Depot
- Für Übernachtungsgäste, Buchungen unter www.ruhgebiet.de,
- Preise: Übernachtung Einzelperson inkl. Frühstück 95 €, Übernachtung von bis zu vier Personen in einer Installation inkl. Frühstück: pro Person 80 €
- Zusätzlich ist die Ausstellung in Teilen am 17. Juni 2006 von 18 bis 22 Uhr während der "Nacht der Industriekultur" für die Öffentlichkeit zugänglich.
Die dormART Sponsoren und Förderer:
Das internationale Kunstprojekt dormART wird veranstaltet vom Depot e.V. und dem Kulturbüro der Stadt Dortmund. Die Sparkasse Dortmund und die DSW21 sponsern das Projekt, seine Umsetzung und die Ausstellung. Als Förderer konnten zudem die Kunststiftung NRW, das Innenministerium NRW und die anne-fischer-stiftung gewonnen werden.
Das Depot – Zentrum für Kreativität:
Einst das Straßenbahndepot der städtischen Verkehrsbetriebe, ist das Depot heute ein expressiver, energiegeladener Ort, an dem die Kreativität ihren freien Lauf nimmt. Mehr als 40 Einzelpersonen, Gesellschaften, Vereine, Betriebe, Büros und Bürogemeinschaften haben sich seit der Eröffnung 2001 an der Immermannstraße in der Dortmunder Nordstadt etabliert. Im Depot arbeiten Architekten, Fotografen, Grafiker, Bildende und Darstellende Künstler, Glas- und Schmuckdesigner, Galeristen, Gestalter, Berater und Computerexperten. Unter einem Dach gehen Kunst, Kultur, Medien, kreative Dienstleistungen, Gastronomie und Handwerk eine seltene Symbiose ein, die den Geist des Ortes prägt. Schwerpunkte des Depot sind gemeinsame Veranstaltungen und Projekte im Bereich Bildende Kunst und Kunsthandwerk und Spartenübergreifende Veranstaltungen mit lokalen, überregionalen und internationalen Partnern.
Leser-Kontakt:
dormART
Depot e. V.
Geschäftsführung: Claudia Schenk
Immermannstr. 39
44147 Dortmund
Tel. 0049- (0) 231-900 806
Fax. 0049- (0) 231-900 808
www.depotdortmund.de













