(openPR) Berlin, 4. November 2015 – Der Bundesverband Wintergarten e.V. hat seine Jahrestagung im Oktober in Berlin abgehalten. Auch dieses Mal wieder konnte die Branchenvertretung sich über ein reges Interesse an Mitgliederversammlung und Vortragsprogramm freuen. Das ausgewählte Hotel im Zentrum Berlins an der Friedrichstraße bot dafür sowohl nach Lage, Räumlichkeiten und Service gute Bedingungen.
Bevor der für die Fachbetriebe öffentliche Teil begann, trafen sich zunächst die Verbandsmitglieder zu ihrer turnusgemäßen Mitgliederversammlung. Versammlungsleiter Rainer Trauernicht, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes, begrüßte zunächst die anwesenden Mitglieder und stellte die Beschlussfähigkeit der Versammlung fest.
Dr. Steffen Spenke, 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Wintergarten, konnte daraufhin die Tätigkeit des Verbandes seit der letzten Jahrestagung skizieren. Dabei stellte er fest, dass die Zahl der Mitglieder und Fördermitglieder des Bundesverbandes seit der letzten Tagung in Dresden 2014 bei 150 Mitgliedern und Fördermitgliedern gehalten werden konnte.
Spenke fasste die Arbeit des Verbandes – insbesondere die der Fachausschüsse – zusammen und legte dar, wie der Bundesverband die Mitwirkung an der fachlichen Diskussion zum Thema Wintergarten organisieren und sich weiterhin an der Aktualisierung der Regeln der Technik sowie des baurechtlichen Umfeldes beteiligen will.
Anschließend folgten die Regularien, wie Finanzbericht und der Plan zu Einnahmen und Ausgaben 2016, der Bericht des Kassenprüfers sowie die Entlastung des Vorstands.
Das darauf folgende Fachprogramm wurde von Prof. Dr. Franz Feld-maier von der Hochschule Rosenheim mit einem Beitrag zur „praktischen Glasdimensionierung“ in den Bereichen Wintergarten, Terrassendach und Fassade eingeleitet. Im Mittelpunkt stand hier die DIN 18008, deren Relevanz Feldmaier für unterschiedliche Bausituationen referierte. Er erläuterte die Arbeitsschritte für die Erarbeitung des Standsicherheitsnachweises nach Eurocodes 1 und DIN 18008 anhand konkreter Fallsituationen. Es folgten zahlreiche Beispiele für mögliche Vereinfachungen bei der Berechnung, die sich an der Praxis des Wintergartenbaus orientierten. Dazu wurden von Prof. Feldmeier im Rahmen seiner Forschungsarbeit ausgearbeitete Grafiken vorgestellt, die eine einfache, schnelle Vorbemessung der Verglasung ermöglichen. Mit der weiteren Bereitstellung solcher Grafiken kann ein erheblicher Anteil der praktisch anfallenden, typischen Bausituationen ausreichend genau für Beratungsgespräche und die Angebotsbearbeitung eingeschätzt werden.
Das Nachmittagsprogramm begann Hinrich König (Fa. Hinrich König Elektrosysteme, Großefehn) mit einem Beitrag über die Problematik beim Einsatz dimmbarer LED-Lichter in Wintergärten und Terrassendächern. König war kurzfristig für einen erkrankten Referenten eingesprungen und gab den Zuhörern einen kleinen Einblick in die Grundlagen der LED-Technik. Für Wintergartenbauer ist dies ein wichtiges Detail, um Kunden über die Besonderheiten bei der Dimmung von LED aufzuklären.
Im Anschluss folgte ein Beitrag von Dr. Matthias Rottmann (Gesimat GmbH) über „schaltbare Verbundgläser“. Rottmann gab einen Überblick über die am Markt erhältlichen elektrisch schaltbaren Sonnenschutz-, Sichtschutz- und Heizgläsern sowie über ein thermisch schaltendes Sonnenschutzglas.
Den Abschluss des ersten Vortragstages übernahm Dr. Uwe Arndt, Pressesprecher des Bundesverbandes mit einem neuen Format bei den Wintergartentagen des Bundesverbandes Wintergarten, dem sog. „Wintergarten-Wiki“. Hier wurde in kurzer Reihenfolge und prägnanter Zuspitzung auf verschiedene Punkte rund um den Wintergartenbau eingegangen. Die Palette reichte von der DIN 1090 über eine neues Merkblatt zum Anschluss von Holz-Wintergärten an WDVS und Putz bis hin zu den Publikationen „Ratgeber Wohnen im Wintergarten“ und dem Mitteilungsblatt des Bundesverbandes „wiga aktuell“. Eingegangen wurde auch noch einmal auf die erste erfolgreiche Systemprüfung, die der Bundesverband Wintergarten in Zusammenarbeit mit dem PIV Velbert durchgeführt hat.
Am Nachmittag folgte dann das schon traditionelle Besichtigungsprogramm, das bereits zum festen Bestandteil der Jahrestagungen gehört. Dieses Mal führte eine spezielle Architektentour in Kleinbussen zu herausragenden Glasbauten der Bundeshauptstadt. Der Abend war dann dem „Branchentreff“ vorbehalten, bei dem man in geselliger Runde ent-spannen und Erfahrungen austauschen konnte.
Am Freitag startete das Programm mit einem Vortrag von Dr. Edgar Joussen (Joussen & Schranner, Berlin) zum Thema „Der Wintergartenbauer als Planer – Wer trägt welche Verantwortung?“ Der Fachanwalt aus Berlin versuchte Licht in das Dunkel des juristischen Netzwerks zu bringen, das den Wintergartenbauer in allen Phasen der Abwicklung eines Bauvorhabens ereilen kann. Wie immer waren zahlreiche Beispiele aus der Praxis des Wintergartenbaus eine willkommene Veranschaulichung des juristischen Sachverhalts.
Dem Beitrag folgte ein Thema, das erstmals auf einer Jahresversammlung des Verbandes angesprochen wurde: Außergerichtliche Konfliktlösung. Die Mediation als Alternative zum aufwändigen gerichtlichen Rechtsstreit. Der Wirtschafts- und Lehrmediator sowie Business-Coach Dr. Stefan Hagen und Rechtsanwältin Ulrike S. Mendel (beide von der ARGE Deutsche Wirtschaftsmediation) stellten in ihrem Beitrag die Möglichkeiten einer Mediation vor, die bei einem wirksamen Abschluss auch Rechtskraft erlangen kann. Anhand verschiedener Fälle aus der Praxis wurden die Möglichkeiten einer außergerichtlichen Konfliktlösung aufgezeigt, wobei der größte Vorteil neben einer erheblichen Beschleu-nigung in zumeist geringeren Kosten besteht.
Den Abschluss der Wintergartentage 2015 machte ein Beitrag aus dem Bereich Marketing mit dem Titel „Themenorientiertes Verkaufen“ von Thorsten Moortz (Moortz Marketing, Georgsmarienhütte). Moortz stellte in den Mittelpunkt seines abwechslungsreichen Beitrags die Frage, wie man bei seinen Kunden positive Emotionen auslösen kann. Er stellte heraus, dass es dazu keine besonderen, „geheimen“ Zugänge zu den Gehirnen der Kunden gibt, sondern es immer um die gleichen grundsätzlichen Fragen einer spannenden Inszenierung dessen geht, was der Wintergartenbauer anzubieten hat.
Im zweiten Teil des Beitrags stellte Moortz verschiedene Möglichkeiten einer emotionalen Ansprache der Kunden vor, die weit über die her-kömmlichen Marketing-Instrumente wie Prospektmaterial etc. hinaus-gehen.
Mit Rekordbeteiligung: Die Foyer-Ausstellung
Auch in Berlin wurde die Veranstaltung wieder von einer Foyer-Ausstellung begleitet, bei der zahlreiche Firmen und Dienstleister der Zuliefererindustrie ihre Produkte zeigten. Diese bereits zum sechsten Mal durchgeführte Veranstaltung mit einer neuen Rekordbeteiligung von 22 Ausstellern wurde von allen Beteiligten als willkommene Ergänzung der Tagung empfunden: Für die Teilnehmer, weil sie in einem sich ständig wandelnden Umfeld mit neuen Produkten und Ideen konfrontiert werden und auch für die Aussteller, die im Gegensatz zu einer herkömmlichen Messe den eher familiären Rahmen der Ausstellung zur intensiven Darstellung ihrer speziellen Produkte und Leistungen für den Wintergartenbau nutzen konnten.












