(openPR) Inspiriert von Johan Henrich Bühmann schrieb der Religionspädagoge Winfried Gburek ein Märchen für Kinder um Johan den Weber. Die historischen Quellen und Fakten um Bühmann haben die Historikerinnen Stephanie Kirsch und Helena Iwasinski dagegen genau im Blick. Bringt man beides zusammen, entsteht ein spannender Mash-up aus Fiktion und Wahrheit – Sage und Analyse.
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Überlieferung um das Hemd ohne Naht und seinen selbstbewußten Weber deutlich verändert. Schon bis zur allerersten Aufzeichnung um die Herstellung des Hemdes vergingen fast 40 Jahre, der junge Webergeselle war mittlerweile zum 56jährigen Mann geworden. Hatte er damals vielleicht selbst schon Hand an den Schicksalsfaden (s)einer Legende gelegt?
Im Laufe der Zeit wandelte sich die Geschichte weiter, Namen und Hintergründe wurden angepasst, viele nostalgische Elemente aus typischen Sagen und Märchen wurden eingewebt, dennoch - manche Fakten blieben erhalten.
Die jüngste Nacherzählung der Legende stammt von Wilfried Gburek aus dem Jahr 2011.
Kindgerecht und bunt illustriert durch Christian Weinholtz schuf er eine Mut-Mach-Geschichte für Groß und Klein. So entstand eine Kunstsage mit wahrem Kern um einen Sohn, eine Familie in Armut und ein Handwerk, von dem sogar die Bibel berichtet.
Seit kurzem präsentieren die Steinhuder Museen das originale und in Deutschland einmalige Hemd ohne Naht in einer Sonderausstellung. Für die Ausstellung haben sie zusammen mit der Historikerin Stephanie Kirsch von der Leibniz Universität Hannover und einem Team aus Studierenden die Suche nach der wahren Geschichte neu aufgenommen. In Kooperation mit der Neuzeithistorikerin Helena Iwasinski hat Stephanie Kirsch die erhaltenen Puzzlestücke aus Quellen, Dokumenten und Objekten neu in die Hand genommen und stellt in der Lesung das dabei gewonnene Bild der märchenhaften Sage entgegen. Die Historikerin und Expertin für antike Sozialisationsprozesse hat hierbei auch den Menschen Johan Henrich Bühmann fest im Blick.
Zusammen entsteht ein Dialog um Wissen, Sage, Quellen, Legende, Zeitgeist und Methoden für und mit Besuchern zu einem wahrlich spannenden Stück Geschichte.
Sonntag, 18. Oktober, 14 Uhr, Steinhuder Museen. Fischer- und Webermuseum | Spielzeugmuseum, Neuer Winkel 8, 31515 Wunstorf-Steinhude.
Eintritt: Erwachsene 3 Euro, Kinder bis 6 Jahren frei, Kinder bis 12 Jahren 1,50.

















