(openPR) Es ist wissenschaftlich erwiesen: Der Nur-Sitz-Arbeitsplatz gefährdet die Gesundheit und mindert die Leistung. Aber die Sitzgesellschaft hat sich etabliert - als Ergebnis des lange Zeit angestrebten Zieles "Höchstmögliche Bequemlichkeit mit möglichst wenig Bewegung", das man als "Komfort" missverstand. Insbesondere in den Büros, wo nicht nur das Telefon, sondern ebenso Faxgerät, PC, Drucker, Kopierer, Hängeregistraturen usw. möglichst aus der Sitzposition heraus erreichbar sein sollten. Bis man feststellte, dass der Mensch nicht zum Dauersitzen geschaffen ist:
Rückenerkrankungen sind heute bei uns die Volkskrankheit Nr. 1!
80% der Bundesbürger sind mehr oder weniger stark davon betroffen! 25 Mrd. € kostet das alljährlich die Krankenversicherungen und nochmals 20 Mrd. € die Arbeitgeber!
Muskel-Skelett-Erkrankungen sind heute das größte Gesundheitsproblem für Arbeitnehmer in ganz Europa:
Es schwächt laut EU-Kommission sogar Europas Wettbewerbsfähigkeit!
0,5 - 2,0% des EU-Bruttoinlandproduktes kostet dies jährlich!
Für Deutschland haben die EU-Beamten Kosten von 0,61% des BIP errechnet!
Wie können Büromitarbeiter und ihre Arbeitgeber nun diesem gravierenden Problem künftig Abhilfe verschaffen? Durch mehr Bewegung und Dynamik im Büro! Durch Wechseln zwischen Sitzen, Stehen & Gehen bei der Arbeit.
Körperliche Abwechslung ist gefragt!
Der Mediziner Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer, Bruder des Musikers Herbert Grönemeyer, bestätigt, dass 80 % der chronischen Rückenschmerzen auf eine Vernachlässigung der Rückenmuskulatur und dauerhaft falsche Körperhaltungen am Arbeitsplatz zurückzuführen sind. Weil einige Muskeln einseitig überfordert und andere fast gar nicht beansprucht werden.
Körperliche Abwechslung durch den Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung, Ruhe und Bewegung ist notwendig. Ebenso wie die Stuhlhöhe sollte auch die Tischhöhe der Körpergröße angepasst werden können. Für den Augenabstand zum Computer gilt: Augen auf Höhe Oberkante Monitor, der Blick eher etwas nach unten auf den Bildschirm gerichtet als nach oben. Und immer wieder die Position wechseln, aufstehen und gehen - und bestimmte Arbeiten im Stehen verrichten. Flexibilität ist nicht nur gut für den Rücken, sondern für die gesamte Muskulatur, die Gelenke, den Kreislauf.
Sitzen & Stehen sind Einstellungssache
Nicht nur durch das lang anhaltende Sitzen, sondern vor allem durch dauerhaft einseitige Arbeitsbeanspruchungen ist die Büroarbeit geradezu prädestiniert für falsche Sitzhaltungen ohne Abwechslung und Bewegung.
Wer z. B. lange am PC sitzt, nimmt automatisch eine Zwangshaltung ein. Eine sinnvolle Alternative sind höhenverstellbare Steh-Sitz-Arbeitsplätze. Hier sind uns z. B. die skandinavischen Länder Dänemark und Schweden schon weit voraus, weil die EU-Empfehlung für die Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen in Dänemark gesetzlich umgesetzt wurde und in Schweden Welt-Unternehmen wie Volvo, Ericsson und SKF als Pioniere vorangingen. Die Schreibtische, die heute in Skandinavien verkauft werden, sind zum größten Teil Steh-Sitz-Arbeitsplätze, ausgestattet mit elektrischen Antriebssystemen, die für körperliche Positionswechsel zwischen Sitzen, Stehen & Gehen sorgen.
Dynamisches Arbeiten steigert gesunden Komfort
Abwechslungs- und bewegungsarme Sitzarbeit im Büro wirkt einseitig belastend, muskelverspannend und ermüdend. Dynamik ist deshalb gefordert! Bei der dynamischen Arbeit, dem ständigen Wechsel von Sitzen, Stehen & Gehen, wirken auf unseren Körper selbsterzeugte Kräfte, die ihm die gesunde Stütz- & Spannkraft erhalten. Auch können die Muskeln den Wechsel von Anspannung & Entspannung weit länger durchhalten als die dauernde Anspannung bei statischer Arbeit.
Arbeitsmediziner empfehlen, die Arbeit zu 60 % im Sitzen, zu 30 % im Stehen und zu 10 Prozent beim gezielten Umhergehen zu verrichten. Voraussetzung hierfür sind flexibel gestaltete Arbeitsplätze mit zusätzlichem Stehpult oder besser noch pneumatisch oder elektrisch höhenverstellbare Steh-Sitz-Arbeitstische.
Umfangreiche Studien beschäftigen sich bereits mit dem Thema. Ihre Ergebnisse zeigen deutliche Verbesserungen in punkto Gesundheit & Wohlbefinden, Leistungsbereitschaft & Produktivität. Festgestellt wurde zugleich eine spürbare Abnahme der Nackenverspannungen und Rückenbeschwerden.
Abwechslung bringt Arbeitsfreude & Mehrleistung
Schon nach nur 4 Monaten einer 6-monatigen arbeitswissenschaftlichen Testreihe wollten 5 von 6 Testpersonen nicht mehr in herkömmlicher Weise ausschließlich im Sitzen arbeiten. Rund ein Fünftel ihrer Arbeitszeit betätigten sie sich inzwischen im Stehen. Für Tätigkeiten wie Telefonieren, Notieren, Skizzieren und Kurzbesprechungen bevorzugten sie diese aufrechte, den Rücken entlastende Arbeitshaltung. Die bildschirmgebundenen Arbeiten wie Dateneingabe und Textverarbeitung führten sie dagegen nach wie vor lieber im Sitzen aus, da die Bewegungsgenauigkeit z. B. mit der Maus im Sitzen größer ist.
Ein Beispiel aus jüngster Zeit: Ein Büromöbelhersteller hatte von einem großen Elektrokonzern einen Auftrag über 1.200 höhenverstellbare Arbeitstische erhalten, die in der 2. Runde um 600 statische Tische ergänzt werden sollten. Unmittel-bar nach Lieferung der ersten HV-Tische wurde die 2. Lieferrate geändert: auf weitere 400 HV-Tische und nur noch 200 statische Tische für nur zeitweise anwesende Mitarbeiter.
Mehr Leistungsbereitschaft & weniger Krankheitstage im dynamischen Büro
Wie arbeitswissenschaftliche Studien und praktische Unternehmenserfahrungen zeigen, hat man nur Vorteile vom "dynamischen Sitz-, Geh- & Stehbüro" zu erwarten: Alle "Schreibtischtäter" - Führungskräfte, Fachkräfte und Sachbearbeiter - fühlen sich wohler, sind motivierter, leistungsbereiter und innovativer. Sie ermüden nicht so schnell, bleiben gesünder, fehlen seltener und werden innovativer. Produktivität und Effizienz des Unternehmens nehmen insgesamt zu. Und wer würde sich als Mitarbeiter nicht über fortdauernde Gesundheit freuen?
Mit dem Chef und den Kollegen reden!
Gemeinsam mit ihren Vorgesetzten sollten alle Mitarbeiter sich überlegen, wie der tägliche Arbeitsablauf so organisiert werden kann, dass es einen ständigen Wechsel zwischen Tätigkeiten im Sitzen, Stehen & Gehen gibt: durch häufiges Wechseln zwischen Arbeiten am PC im Sitzen und Arbeiten im Stehen wie Kopieren und Ablage sowie zwischen Arbeitsberatungen im Stehen (auch z. B. mit gemeinsamem Einblick auf den PC) und dem Gehen von notwendigen Wegen im Haus - und zwischen routinemäßigen Aufgaben mit niedrigen und qualifizierten mit hohen Konzentrationsanforderungen. Beim Telefonieren auch einfach mal aufstehen. Dadurch ändern sich ständig Arbeitstempo und -rhythmus und die Arbeit wird abwechslungsreicher, entspannender & gesünder. Auch durch häufigere kurze Pausen für entspannende Rückengymnastik, Dehnübungen und Umhergehen.
Was bietet die Büromöbelindustrie?
Schreibtische mit zugeordnetem Stehpult sind eine Lösung, jedoch eine ziemlich flächenaufwändige. Bedingung hierfür ist die Bindung von bestimmten Arbeiten an bestimmte Flächen - z. B. Telefonieren oder Unterschreiben im Stehen und PC-Arbeiten im Sitzen. Höhenverstellbare Arbeitstische sind die bessere, weil flexiblere Lösung. Manuell oder mechanisch verstellbare Tische erfordern körperliche Anstrengung und sind wenig empfehlenswert, da diese Verstellungsart deshalb oft nicht betätigt wird.
Pneumatisch oder elektrisch verstellbare Tische sind dagegen komfortabel und schnell an jede Aufgabe anpassbar. Diese Investition lohnt sich, aber man sollte darauf achten, dass jeweils die gesamte Arbeitsfläche höhenverstellbar ist, die Kabel gut geführt sind und der Hoch- und Niedrigverstellung problemlos und gefahrenfrei folgen.
Besonders von den neuen, höhenverstellbaren Arbeitsplätzen profitieren auch alle Mitarbeiter, die überwiegend am PC arbeiten - z. B. in den DTP- und CAD-Abteilungen. Denn sie können nunmehr ihre Arbeit in frei gewähltem Rhythmus und fließendem Wechsel von Sitzen und Stehen verrichten.
Mehr zum Thema erfahren Sie unter www.buero-forum.de, Ergonomie, Gesundheit; unter www.baua.de, Themen von A-Z, Büroarbeit, Steh-Sitzdynamik, oder unter www.ergo-online.de, Arbeitsplatz, Mobiliar.
Der Initiativkreis "Neue Qualität der Büroarbeit" versteht sich als aktivierende Plattform, die die Potenziale, die es zum Thema Büroarbeit gibt, besser vernetzt. Ausgangspunkt für diese Zielsetzung waren folgende Überlegungen.
Rund um das Thema Büro besteht eine Vielfalt von Organisationen und Gremien, deren Aufgabe es ist, zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen beizutragen. Dazu gehören die Aufsichtsdienste des Staates und der Unfallversicherungsträger, Gremien, wie z.B. der Fachausschuss Verwaltung des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften sowie öffentliche und private Beratungseinrichtungen. Hinzu kommen Fachverbände und Unternehmen, die sich mit der Einrichtung und Organisation von Büros befassen.
Viele Akteure auf dem Gebiet der Gestaltung der Büroarbeit handeln jedoch bisher unabhängig voneinander, oft sogar in Unkenntnis der genauen Aufgabenstellungen, Kompetenzen und Interessen der anderen Akteure. Bessere Kooperation kann ein großes Potenzial für die Qualität der Büroarbeit erschließen.
Eine neue Qualität der Kooperation in Deutschland kann auch in den europäischen Raum ausstrahlen und von dort wichtige Impulse bekommen. Die relative Gleichartigkeit der Arbeitsbedingungen im Büro, der hohe Stellenwert der per se internationalen neuen Kommunikationsmedien und das gemeinsame europäische Recht zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit bieten gute Chancen, die Diskussion um die Qualität der Büroarbeit auch auf europäischer Ebene zu intensivieren.
INQA-Büro gehört zur bundesweiten Intiative Neue Qualität der Arbeit.
www.inqa.de












