(openPR) Interview zur bevorstehenden Agritechnica 2015 in Hannover.
Wir sprechen mit Jan Wagener, Geschäftsführer der Ernst Wagener Hydraulikteile GmbH in Hattingen.
Interviewer:
Welche Bedeutung hat die Agritechnica für die Landwirtschaft? Gibt es vergleichbare Messen in Deutschland oder Europa und was unterscheidet die Agritechnica von anderen?
J.W.:"Die Bedeutung der Agritechnica ist natürlich immens. Allein die Besucher- und Ausstellerzahlen sprechen für sich. Alle Hersteller sind präsent, und Neuentwicklungen und Innovationen werden hier auf dieser Messe vielfach vorgestellt. Viele Entscheider sind hier versammelt, sowohl von Seiten der Hersteller als auch der Anwender. Die Fachbesucherdichte ist dementsprechend hoch. Die Agritechnica ist ganz klar die Leitmesse für die Landwirtschaft, sozusagen das Mekka der Branche. Das gilt nicht nur für Deutschland sondern zumindest europaweit. Weltweit ist es sogar die größte Hallenmesse der Branche. Es gibt natürlich viele kleinere Messen rund um das Thema Land- und auch Forstwirtschaft
in Deutschland, oft mit relativ regionaler Reichweite. Diese haben durch ihre andere Prägung auch ganz andere Ziele und ihre ganz eigene Berechtigung. Als Leitmesse ist aber eindeutig die Agritechnica positioniert."
Frage 02:
Wo liegen aktuell die zentralen Herausforderungen für die Landtechnik im Allgemeinen und für die Hersteller von Landmaschinen sowie deren Zulieferer im Besonderen?
J.W.:
"Hier sind mehrere wichtige Punkte zu nennen: Höhere Leistung, Umweltverträglichkeit, Sicherheit, ökonomische Faktoren und nicht zu vergessen Bedienerkomfort. Die Landmaschinen haben in den letzten Jahren beständig an Leistung zugelegt. Ein 500 PS Schlepper, z. B. war vor einiger Zeit noch undenkbar.Zur Umweltverträglichkeit zählen neben treibstoffsparenden Entwicklungen natürlich auch
technische Neuerungen, die Leckagen beim hydraulischen Kupplungsvorgang minimieren.
Sicherheitsrelevante Verbesserungen die z. B. Bedienfehler nahezu ausschließen und den Maschinenführer allgemein besser schützen sind auch immer wichtigere Argumente der Hersteller. Wer Treibstoff spart, fährt nicht nur umweltverträglicher, sondern auch ökonomischer. Das leuchtet ein und ist bei steigenden Treibstoffkosten natürlich ein relevanter Faktor. Zuletzt ist auch der Komfort für den Bediener immer wichtiger. Der Fahrersitz einer modernen Landmaschine ist ein High-Tec Arbeitsplatz geworden und am Komfort für den Maschinenbediener ist stetig weiter entwickelt worden.
Die Zulieferer der Maschinenhersteller, und das sind wir ja in erster Linie bei der Ernst Wagener Hydraulikteile GmbH auch, müssen diesen Entwicklungen Rechnung tragen und für die Hersteller und mit diesen ständig an Verbesserungen arbeiten und bestehende Lösungen weiter entwickeln. Wir stehen dazu im ständigen Austausch mit den Herstellern unserer Produkte sowie den Konstruktionsabteilungen der Maschinenhersteller, um Produkte und Lösungen weiter zu optimieren."
Frage 03:
Mit welchen technischen Neuerungen oder Entwicklungen ist 2015 zu rechnen?
J.W.:
"Im Bereich der Hydraulikkomponenten müssen auch wir uns den höheren Schlepperleistungen anpassen. Dazu ist es notwendig Durchflusspassagen zu vergrößern, um Leistung auch effizient ohne hohe Druckverluste transportieren zu können. Wichtig dabei ist, dass der Kuppelvorgang sicher, umweltfreundlich und selbsterklärend durchgeführt werden kann. Ebenso ist es entscheidend, dass Schlepper und Anbaugerät durch flexible Adaptionsmöglichkeiten durchgängig zueinander kompatibel sind.
Ebenso erwarte ich nächste Innovationsschritte bei der ISOBUS- Steuerung zwischen Traktor und Anbaugerät. Die Bedienung wird immer intuitiver, ein Tablet-PC gehört schon jetzt bei vielen Herstellern zum Steuerungsequipment. Eine große Herausforderung im Sinne der Anwender muss es sein, die Kommunikationsschnittstellen zwischen Zugmaschinen und Anbaugeräten zu vereinheitlichen. Hier erwarte ich Impulse von führenden Herstellern der Branche. Für uns wird es spannend in Hannover zu sehen, wie die Hersteller das Thema Sicherheit beim Ankuppeln der Hydraulikschnittstellen lösen. Mit dem KENNFIXX®-Schlauchkennzeichnungssystem haben wir eine Lösung im Markt eingeführt, die es erlaubt
eine Vielzahl von Hydraulikleitungen auch für ungeübte Anwender verwechselungssicher zu kuppeln. Das Vertrauen vieler Hersteller in diese Innovation hat uns sehr gefreut. Als konsequente Weiterentwicklung dieser Produktgruppe gibt es nunmehr mehrere Baugrößen, eine Ausdehnung des Farbspektrums auf 10 Farben sowie die Möglichkeit, mit einem integrierten Drosselventil Volumenströme an der Maschine zu regeln."
Frage 04:
Sie sind mit Ihrem Unternehmen auch auf der Agritechnica vertreten - und das schon seit wie vielen Jahren. Und was treibt Sie als Unternehm er immer wieder die Kosten und Mühen einer Messeteilnahme auf sich zu nehmen?
J.W.:
"Unsere erste Messebeteiligung auf der Agritechnica war 2007. Unser Unternehmen hat sich seither stetig weiter entwickelt. Neue Produkte und Produktgruppen sind hinzugekommen und es hat viele Entwicklungen speziell für die Landwirtschaft gegeben, wie der KENNFIXX® Schlauchgriff. Von daher stellt sich die Frage des Fernbleibens von der Agritechnica für uns gar nicht. Wir sind in jedem Fall präsent und unsere Beziehungen zu den Maschinenherstellern werden von Jahr zu Jahr enger. Außerdem empfinden wir es - und damit sind wir sicher nicht allein - als immens wichtig, so oft wie möglich in engen Kontakt zum professionellen Anwender zu kommen. Auch dafür ist die Agritechnica ideal."
Frage 05:
Was sollte ich mir als Landwirt, Lohnunternehmer oder Vertreter eines Maschinenherstellers, Händlers oder als Auszubilden der unbedingt ansehen?
J.W.:
"Das sind ja gleich 5 Fragen auf einmal! Für Auszubildende ist es sicher sehr spannend alle
großen und kleinen Hersteller auf einem Fleck zu finden und deren Maschinenpark erforschen zu können. Wo sonst gibt es so viel neue Technik hautnah zu erleben? Es ist eine Reihe von Vorführungen auf dem Gelände zugänglich, die sehr spannend sind - und man kann sich prima über den technischen Stand informieren. Außerdem gibt es erstmals den "Campus&Career". Eine Plattform in den Pavillons 33 und 35, wo sich alles um den Beruf bzw. um die Aus- und Weiterbildung dreht. Viele kostenfreie Angebote und die Möglichkeit Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen werden hier geboten. Für Lohnunternehmer und Landwirte gilt natürlich ebenso, dass die geballte Ansammlung von Technik interessant ist, wobei hier hinzukommt, dass man direkt mit den Firmenvertretern in Austausch treten kann und Probleme oder Wünsche ansprechen, vielleicht sogar vor Ort lösen kann. Herstellervertreter und Konstrukteure wiederum können sich besonders im Bereich der Systems & Components mit den Zulieferfirmen austauschen
und auch hier in einem schier unerschöpflichen Pool von Information und Produkten genau das finden, was gesucht wird."
Frage 06:
Wie viel Zeit sollte ich für einen Agritechnica-Besuch einplanen und an welchen Tagen raten Sie die Messe zu besuchen?
J.W.: "Nehmen Sie sich so viel Zeit wie möglich, es lohnt sich! Die ersten beiden Tage sind ja
Exklusivtage - und von daher eignen sich diese für Fachgespräche und alle Belange, bei denen eine hohe Besucherdichte störend sein kann. Wer zeitlich flexibel ist, sollte sich die angebotenen Programme und Veranstaltungen vorher anschauen und seinen Besuch nach seinen Interessenschwerpunkten planen.
Frage 07:
Welchen Insider Tipp können Sie den Agritechnica Besuchern unter unseren Lesern mit auf den Weg geben?
J.W.:
"Kein wirklicher "Insider" Tipp, aber ein wichtiger Punkt wie ich finde ist, Planung. Diese Messe ist viel zu groß, um sich treiben zu lassen und darauf zu hoffen das Richtige zufällig zu finden. Planen Sie ihren Besuch und steuern Sie gezielt die Punkte an, die Sie interessieren. Alle Informationen sind ja vorab im Internet verfügbar. So machen Sie ihren Messebesuch zu einem Erfolg und ersparen sich jede Menge Frustration."
Frage 08:
Was hat Ihr Unternehmen dem interessierten Besucher in diesem Jahr Besonderes zu bieten?
J.W.:
"Wir zeigen in diesem Jahr moderne, pragmatische Hydrauliklösungen, die wir in den letzten Jahren in enger Entwicklungspartnerschaft mit Herstellern und - das ist mir ganz wichtig - Anwendern konzipiert haben. Ich möchte alle interessierten Leserinnen und Leser herzlich zu uns in Halle 16/D26 einladen, um an unseren Teststationen die Zukunft hydraulischer Schnittstellen am Schlepperheck live mit unseren Kuppelstationen testen zu können."
Herr Wagener, wir bedanken uns für das Gespräch.
Das komplette Interview finden Sie auch hier:http://www.wagener-gmbh.com/wp-content/uploads/2015/09/Interview-zur-bevorstehenden-Agritechnica-2015-in-Hannover.pdf













