(openPR) Wer glaubt, Krisen sind leicht zu lösen, der irrt. Wer behauptet, Krisen haben nur eine Ursache, der lügt.
Das Dilemma. Spätestens durch zunehmenden Druck von außen wachsen die Sorgen um einen Ausweg.
Mut zum richtigen Handeln ist der einzige Weg, eine drohende Insolvenz abzuwehren.
Von Unternehmer für Unternehmer
Aus weit über 100 Gesprächen mit Selbständigen, Einzel- und Familienunternehmen offenbart sich, dass Ratsuchende die Entwicklung einer Krise zwar als schleichenden Prozess wahrnehmen. Jedoch einst bewundert und gewohnt die Dinge allein anzupacken, sind die Stufen zur Einleitung übergeordneter Strategien, Taktiken und abzuleitenden Maßnahmen dennoch weitestgehend unbekannt.
Kämpfen oder Aussitzen?
Sobald Finanzlücken scheinbar nicht mehr geschlossen werden können, wird nach mehr oder weniger intensiven Aufbäumen auf das Prinzip Hoffnung gesetzt. Die Scham, dass Fehler offensichtlich werden, fördert die vermeintliche Strategie eine Krise „auszusitzen“. Fatal. Menschlich ist dies gut zu verstehen. Ich betone dies, da jeder nicht von Insolvenz Betroffene genau diese menschliche Belastung und Reaktion unterschätzt und als Laie glaubt mit gutgemeinten, ja auch zum Teil guten Ratschlägen helfen zu können.
Die Krux mit Beratern
Bei Spezialisten wie zum Beispiel Steuerberatern oder Anwälten, Schwerpunkt Insolvenzrecht, empfinden sich Selbständige oft unverstanden. Dies liegt primär nicht an der Fachkompetenz der Berater sondern aus meiner Erfahrung in der Hauptsache an der fehlenden Gesamtbetrachtung der Situation des Ratsuchenden.
Bei Schuldenberatern wiederum fühlen sich Selbständige allzu oft und zu schnell auf das Gleis Insolvenzantrag befördert.
Tipp: Beschreiben Sie mit kreativer Technik wie z.B. Mindmapping Ihre Gesamtsituation und das was Sie – ja Sie! - wollen. Eine inhaltlich gute Gesprächsvorbereitung ist von entscheidender Bedeutung für Ihre Zukunft!
Halbwahrheit als Selbstschutz
Der Mensch neigt dazu, sich bei einer Flut von Problemen, für eine zurechtgelegte Wahrheit, dem sogenannten „reservatio mentalis“ zu entscheiden.
Im >5-Sufen-Strategiemodell< (1) wird anschaulich dargestellt, wie sich Selbständige in Krisensituationen selbst einschätzen können. Neben dieser einfachen Möglichkeit der ersten Selbsteinschätzung ist es aus meiner Erfahrung heraus für Ratsuchende wichtig, dass sie sich auch emotional verstanden fühlen. Da sich die Abwärtsspirale des Unternehmens in den meisten Fällen langsam und über zumindest ein bis zwei Jahre Vorgeschichte hinzieht, wird auch das soziale bzw. private Umfeld zunehmend seltener über das Ausmaß der Situation informiert. Ein persönlicher Reputationsverlust wird so lange wie möglich vermieden.
Schuld ist nicht gleich Schuld
Von Außenstehenden unterschätzt ist das Phänomen des Schuldeingeständnisses. Denn wider aller propagierten Kultur der zweiten Chance wird eine Schieflage des Unternehmens, insbesondere eine Insolvenz stigmatisiert. Was zählt ist der Erfolg. Genau hier gilt es einzuhaken. Selbständigen fällt es jedoch schwer sich im Moment der selbstkritischen Eigenwahrnehmung zu öffnen. Die Befürchtung versagt zu haben, ist ein Grund warum Gegenmaßnahmen spät oder nicht rechtzeitig eingeleitet werden. Der Zweite ist das fehlende Wissen wie wichtig eine Gesamtbetrachtung der Situation ist.
Tipp: Trennen Sie unbedingt die Schuld aus offenen Forderungen von Ihrer persönlich empfundenen Schuld. Weitaus entscheidender ist Ihre selbstreflektierte Einstellung und Ihr Wunsch, es in Selbstbestimmung ab heute besser zu machen!
Persönliche Lebenserfahrung - zum Verständnis
Dass der Weg aus einer Krise nicht einfach ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Als geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Augsten + Scheuerlein GmbH & Co.KG' (250 Mitarbeiter, Insolvenzantrag im Jahr 2002), über „Haus und Hof“ bis hin zu Lebens- und Altersversicherung, verlor ich im materiellen Sinn alles nur Denkbare. Kein Spaß.
Bis heute wehre ich mich jedoch gegen eine persönliche Insolvenz. Diese Erklärung ist für Selbständige:„Du bist nicht allein“..
Mut zur eigenen Wertschätzung
Gleich wie komplex ein so genannter „gordischer Knoten“ sein mag. Gleich, wie hoch die gestellten Forderungen sind. Eines dürfen Sie bei all der empfundener Belastung nie vergessen. Es ist Ihr Leben!
Impuls: Heute, d.h. jetzt, haben Sie die Chance umzudenken, Hoffnung und neuen Mut zu schöpfen.
Ihr Leben verdient Perspektive
Wir sind uns eins. Vergangenes ist nicht mehr veränderbar. Gegenwart ist heute Erlebtes. Zukunft: Welche Zukunft? Ihr Leben, vor allem Ihre Lebensziele und -wünsche sind wichtig. Haben Sie bereits darüber nachgedacht?
Impuls: Im Modell >Ihre Lebenszeitachse< (2) wird der Betrachter zu einer neuen, eigenen und übergeordneten Perspektive angeregt. Sie
dient dazu, die eigene Gesamtsituation nicht nur besser zu verstehen sondern auch wieder Lust zu neuer Lebensgestaltung zu gewinnen.
Mut zur Teamarbeit
Durch meine 13-jährige, langsam gewachsende Erfahrung mit Krisen als auch durch die intensive Arbeit mit Krisen Dritter, bin ich zur Überzeugung gekommen, dass die weithin bekannte Einzelkämpfermentalität nur in den seltensten Fällen von Erfolg gekennzeichnet ist.
Tipp: Bauen Sie sich möglichst frühzeitig ein individuelles Team für den „worst case“-Fall auf und pflegen Sie dieses menschlich, informell wie auch gegenseitig sinngebend.
Mut zu scheinbar Trivialem
Worüber Selbständige in prekären Situationen selten sprechen. Post. Post mit gelben Umschlägen. Diese sind gerichtliche Mahn-, bzw. Vollstreckungsbescheide. Allein diese zu öffnen, fällt zwei Drittel der sich mir Anvertrauenden extrem schwer.
Tipp: Für eine dritte Person, z.B. ein Freund/ eine Freundin lassen sich selbst ganze Kartons mit verschlossener Post wesentlich entspannter öffnen, sichten, lochen, ordnen und ablegen. Schriftliche Unterlagen bieten etwas, das dem emotional Belasteten ad hoc nicht bewusst ist. Sie sind jedoch eine wichtige Voraussetzung um optimale Wege überhaupt beschreibbar zu machen.
Die Bedeutung von ZDF (3)
Zahlen, Daten, Fakten (ZDF) beinhalten vielfältige Informationen, die ganz erheblich dazu beitragen, überlegte und besonnene Lösungsvarianten zu entwickeln.
Bemerkung: Ich behaupte dass in jedem Menschen dieses Potenzial, diese Sehnsucht, ja auch der Mut steckt, aus einer instabilen Lebenslage heraus wieder in eine stabile Lage kommen zu wollen.
Insolvenz – nein danke
Ob es mir gelang, Ihnen als Leser und Leserinnen Anregungen entscheiden Sie selbst. Ein Feedback würde mich freuen.
Sie wünschen sich mehr Tipps zu Ihrer persönlichen Situation? Jeder Fall ist jedoch anders. Jeder Mensch ist anders. Jeder Hintergrund ist anders. Auch die Auffassungs-, Betrachtungs- und Vorgehensweise
von Unternehmern und Unternehmer-innen ist unterschiedlich. Als überdurchschnittlich erfolgreich erwies sich die Konstellation >Teamarbeit









