(openPR) Der Adam des 21. Jahrhunderts funktioniert auch heute noch nach dem von seinen Vorfahren ererbten biologischen Konstruktionsplan. Sukzessiv hinzu erworben hat er in den letzten ca. zweieineinhalb Millionen Jahren nur die Fähigkeit, seine Triebe und Rudeltierinstinkte intelligenter und mit zunehmend ausgeklügelteren technischen und rechtlichen Hilfsmitteln auszuleben. Nicht ein¬mal in demokratisch verfaßten Staaten, deren Politiker kaum eine Gelegenheit auslassen, von den Idealen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Menschenwürde zu schwadronieren, kön¬nen sich die Bürger darauf verlassen, daß die Mächtigen ihre grundlegenden Rechte respektieren und schützen. Im Zweifel gilt immer noch das Recht des Stärkeren, vor allem, wenn Macht- und Wirtschaftsinteressen im Spiel sind. Das Allgemeinwohl interessiert dabei nicht.
Die widerwärtigsten Kriminellen sind die, die es darauf anlegen, uns auf legale Weise schädigen. Die gefährlichsten sind die, die sogar das Recht vor den Karren ihrer Selbstsucht spannen.
Die gegenwärtigen Krisenbewältigungsaktivitäten der Politiker sind geeignet, alles zu vernichten, was sich die Menschheit seit dem Ende des zweiten Weltkrieges aufgebaut und geschaffen hat. Und das ist gar nichts gegen andere Tragödien: Mord und Totschlag um des „rechten Glaubens“, der „richtigen“ Hautfarbe oder der „richtigen“ ethnischen Zugehörigkeit“ Willen, Kriege um Rohstoffe, Kriege um Macht und Geld.
Weniger lebensgefährliche Übergriffe sind alltäglich: Übervorteilungsversuche mit Verträgen, Erschleichung von Hilfe und Unterstützung, Verbraucherübervorteilung bis hin zum Betrug, Ausbeutung, wirtschaftliche Versklavung, skrupellose Selbstbereicherung … Wir erleben täglich das Menschentier in seiner widerlichsten Art.
Die offenbar von den Notenbankern bestimmte Weltpolitik will die Finanzwirtschaft vor dem Zusammenbruch retten und tut genau das Gegenteil. In Japan wird auf Betreiben der polit-ökonomischen Herrscherklasse wider besseres Wissen nach der Katastrophe von Fukushima das erste Atomkraftwerk hochgefahren. Wirtschaftliche bzw. finanzielle Interessen und das Schielen nach der Atombombe als Machtmittel vernebeln die Vernunft. Die technischen Möglichkeiten der Datensammlung, Datenordnung und Datenvernetzung bedrohen akut die Persönlichkeitsrechte und die Privatsphäre der Menschen, ohne daß die für das Wohl ihrer Wähler verantwortlichen Politiker dem Einhalt gebieten oder gar eine entschiedene Gegenwehr der Betroffenen sichtbar wird.
Die heutigen Probleme der Politik bestehen vor allem in den Lösungen der gestrigen Probleme. Aber können Politiker besser und integrer sein als die Menschenscharen, denen sie entstammen?
Es sieht ganz so aus, als stürze sich Menschentier wieder einmal in seiner Geschichte wie von unsichtbaren Dämonen gelenkt in die Tiefe seiner archaischen Abgründe – ganz ohne Fallschirm. Ein unwiderstehlicher Kick oder einfach nur Dummheit?
Zu fragen, warum menschliche Vernunft sich nicht im Gleichschritt mit seiner Intelligenz entwickelt hat, ist müßig. Auch warum die zahlenmäßig weit überlegenen Menschen-„Schafe“ die Übergriffe der Minderzahl an Menschen-„Wölfen“ auf ihr Leben, ihre Gesundheit, ihr Eigentum und ihre Menschenwürde nicht energisch abwehren, ist der Mühe nicht wert. Fressen und Gefressen werden – sich fressen lassen – sind heute so normal wie vor Millionen Jahren. Die Unterwerfung des (vermeintlich) Schwächeren unter den Stärkeren, das Mitläufertum, der – nicht selten geradezu sklavische – Gehorsam, die Rolle des Nützlichen Idioten, ja sogar die physische Aufopferung für die Ru¬delführer ist nach wie vor im Menschen(tier) programmiert.
Politiker sind Zeitgenossen, die sich von ihren Mitmenschen dafür bezahlen lassen, daß sie sich Scheinlösungen für Probleme ausdenken, die es ohne sie gar nicht gäbe.
Demokratie erschöpft sich nicht in Wahlen; sie ist eine sehr anspruchsvolle Lebensart menschlicher Gesellschaften. Aber Wahlen sind konstitutiv für die Demokratie, und wenn die Bürger aufhören, zu wählen, hat das Gebäude der Demokratie erste gefährliche Risse bekommen.
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