(openPR) Maxi Holzhäuser ist richtig glücklich: Die angehende Sportlehrerin hat sich zwar beim Skifahren das Kreuzband gerissen. Doch schon acht Wochen nach der Operation stand die 24-Jährige wieder im Sportunterricht vor ihren Schülern. Ihre Krücken hatte sie schon eineinhalb Wochen nach dem Eingriff in die Ecke gestellt. Und das Beste: Der Eingriff hinterlässt nur allerkleinste Narben. Auch das war Maxi Holzhäuser wichtig. „Im Sommer möchte man ja wieder kurze Sachen tragen: Röcke, kurze Hosen. Und wenn man die große Narbe am Schienbein vermeiden kann, ist das natürlich super und in der Kniekehle fällt es ja wirklich überhaupt nicht auf.“
Möglich gemacht hat all dies der Kaiserslauterer Knie-Spezialist Dr. Wolfgang Franz. Der international anerkannte Experte hat ein neues Verfahren zur Entnahme von Sehnen entwickelt, mit denen gerissene Kreuzbänder im Knie repariert werden. Und was Patientinnen wie Maxi Holzhäuser berichten, wurde durch eine internationale wissenschaftliche Studie untermauert: Der Eingriff geht schneller, die Narbe ist kürzer und es gibt weniger Komplikationen als bislang. Über Maxi Holzhäuser und das neue OP-Verfahren von Dr. Wolfgang Franz hat der Südwestrundfunk (SWR 2) einen Radiobeitrag ausgestrahlt.
Dr. Wolfgang Franz zählt zu den führenden deutschen Knie-Experten. Sein Buch „Knie-Arthrose“ liegt bereits in vierter Auflage vor, im vorigen Jahr hat er über 1400 Knieoperationen durchgeführt und Ärzte aus der ganzen Welt lassen sich von dem Kaiserslauterer Unfallchirurgen in den neuesten Operationstechniken schulen.
Kreuzbandrisse im Knie zählen zu den häufigsten Sportverletzungen. Zur Heilung wird das verletzte Band durch eine Sehne ersetzt. Entnommen wird die Semitendinosussehne üblicherweise an der Schienbeinvorderseite. Doch dieses Verfahren gilt unter erfahrenen Medizinern als haarige Angelegenheit, da die Sehnenentnahme wegen der schwierigen anatomischen Verhältnisse den Anfänger und wenig erfahrenen Chirurgen vor große Probleme stellt. „Vor diesem Hintergrund kamen wir auf die Idee, die Ersatzsehne einfach aus der Kniekehle herauszunehmen", berichtet Dr. Wolfgang Franz. Der Knie-Spezialist hat das innovative Verfahren entwickelt, an mehreren tausend Patienten mit großem Erfolg angewandt und bereits gegenüber seinen Ärztekollegen im In- und Ausland bekannt gemacht.
Die Rückmeldungen der Patienten waren in der Vergangenheit stets sehr positiv. Um diesen guten Eindruck auch wissenschaftlich zu untermauern, führte Dr. Franz in Zusammenarbeit mit einem Arztkollegen aus Großbritannien eine breit angelegte Studie durch.
Geprüft wurde folgende Hypothese: Die moderne Sehnenentnahme geht schneller als bei der herkömmlichen Methode, die Hautschnitte sind deutlich kleiner und es gibt weniger Komplikationen. Die Untersuchung entsprach internationalen medizinischen Standards. Sie war prospektiv randomisiert, das heißt vor dem Eingriff wurden die Patienten per Los der Untersuchungs- oder Kontrollgruppe zugeordnet. Das neue Verfahren wurde in der Untersuchungsgruppe angewandt.
Die Resultate waren beeindruckend: Die Sehnenentnahme mit der von Dr. Franz entwickelten Methode dauerte im Durchschnitt nur eine Minute und 23 Sekunden. Dagegen hinkten die Zeiten beim klassischen Verfahren mit 5:20 Minuten deutlich hinterher. Genau so deutlich zeigten sich die Vorzüge bei der Länge der Hautschnitte. Ganze 21 Millimeter genügten in der Untersuchungsgruppe, um die Sehne zu entnehmen. Mehr als doppelt so lang, nämlich 4,9 Zentimeter, waren die Narben im Durchschnitt in der Kontrollgruppe. „Vor allem unter kosmetischen Aspekten ist das neue Verfahren gegenüber der althergebrachten Methode vorzuziehen“, zielt Dr. Franz auf Patientinnen, die nach dem Eingriff im Sommer viel Bein zeigen möchten.
Auch beim Thema Komplikationen gab es deutliche Differenzen: Während in der Untersuchungsgruppe kein Patient weitere Beschwerden aufwies, kam es in der Kontrollgruppe zu einer Wundheilungsstörung und sieben Parästhesien, also Hautreizungen wie Kribbeln oder Jucken.
Ein Kreuzbandriss lässt das verletzte Kniegelenk stark anschwellen und verursacht große Schmerzen. Es kann nicht vollständig gebeugt oder gestreckt werden. Im Gelenk findet sich häufig ein blutiger Erguss. Sind diese akuten Symptome nach einigen Wochen abgeklungen, ist das Knie instabil. Der Verletzte bemerkt, dass bei bestimmten Bewegungen das Knie wegknickt. Das kann schon bei geringfügigen Alltagsbelastungen wie Treppensteigen auftreten oder das Phänomen zeigt sich erst bei intensiver sportlicher Belastung auf dem Fußballplatz oder der Skipiste. Hier besteht ein großes Risiko für die Verletzten: Wenn sie es nicht schaffen, das Knie durch eine verminderte Belastung oder durch Muskelaufbau zu stabilisieren, kann das andauernde Schlackern die Knorpelschicht schädigen und Arthrose auslösen.
Bei der Rekonstruktion des Kreuzbands wird während der Operation die Sehne, die das Kreuzband ersetzt, über Knochenkanäle in Schienbein und Oberschenkel exakt an der Stelle platziert, an der sich normalerweise das intakte Kreuzband befindet.
Drei Tage nach der Operation verlassen die Patienten die Klinik. Wer einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit nachgeht, kann schon ein bis zwei Wochen nach dem Eingriff wieder arbeiten. Sportler müssen dagegen bis zu einem halben Jahr für die volle Regeneration einplanen. Nach dem Eingriff sind die Patienten eine Woche lang mit Gehstöcken unterwegs, anschließend tragen sie eine Orthese, eine Gelenkschiene mit stabilem Rahmen. Jetzt schon beginnt schon das Training von Kraft und Koordination. Vor allem die feinen Reflexe müssen wieder eingeübt werden.
Nach sechs Wochen können die Betroffenen mehr für ihren Muskelaufbau tun. Hier sind Radeln, Schwimmen und das gelenkschonende Aquajogging zu empfehlen.











