(openPR) Wohl keine Regierung in der Welt möchte Wirtschaftswachstum missen. Wirtschaftswachstum verspricht mehr Steuern in die staatlichen Kassen zu spülen und mehr Bürgerinnen und Bürgern Arbeit zu verschaffen. Mehr Einnahmen erlauben den Politikern mehr Ausgaben, um ihre Steckenpferde zu reiten und sich die, die ihnen ihre Pfründen sichern, gewogen zu halten. Von mehr Arbeitsplätzen – auch wenn diese prekär sind – versprechen sie sich zufriedenere Untertanen, mindestens aber eine finanzielle Entlastung der Öffentlichen Kassen.
Wirtschaftswachstum wird üblicherweise in Geld gemessen. Geld kann man bekanntlich nicht essen, sollte es jedenfalls besser lassen. Deshalb stellt sich die Frage, ob auch hinsichtlich anderer als wichtig erachteter Maßstäbe Wachstum stattgefunden hat. Haben zum Beispiel mehr Menschen genug zu essen, sauberes Trinkwasser, komfortablere Wohnungen? Sind die Menschen gesünder, gebildeter zufriedener, glücklicher geworden? Leben die Menschen sicherer vor Feinden innerhalb und außerhalb des Staates? Muß niemand entbehren, was er zu einem würdigen Leben braucht?
Ob wirtschaftliches Wachstum für eine Gesellschaft im Ganzen wirklich vorteilhaft ist, kann nicht an seinem Geldäquivalent gemessen werden. Und man sollte auch seine Kosten erfassen, die oft nicht in Geld bewertet werden (können).
„Mehr Fleisch, mehr Würmer“ heißt es im babilonischen Talmud. Wo Licht ist, ist auch Schatten weiß der Volksmund. Alles hat zwei Seiten. Mindestens. Und Weniger kann sogar mehr sein. Aber dennoch behauptet die „Neoliberale Logik:?Wer den Armen nimmt, um den Reichen noch mehr zu geben, macht die Armen reicher.“ (Prof. Querulix) Jedenfalls brauchen sie sich um den Erhalt ihres Vermögens nicht zu sorgen.
Wachstum, das um den Preis menschlicher Gesundheit, sozialer Beziehungen und prekärer Arbeitsplätze erkauft wird, schadet einer Gesellschaft viel mehr als es nützt. Menschliche Gesellschaften dem Primat des Mammons zu unterwerfen ist nicht nur unmoralisch, sondern auch dumm, weil die dadurch verursachten Schäden für die Gemeinschaft viel schwerer wiegen als der Nutzen für die kleine Schicht der Profiteure.
Auch der Export ist nicht unbedingt seinen Aufwand wert. Arbeitskraft, die für den Export genutzt wird, könnte unter Umständen im Inland wichtigere Leistungen erbringen und mehr zum Wachstum beitragen, wenn wir komplexere Maßstäbe anlegten als nur das Geldäquivalent.
Wir dürfen ein Mehr nicht leichtfertig mit einem Besser verwechseln. Nicht nur wer viel mehr Geld als andere hat, sondern auch wer viel mehr Verstand als andere hat, lebt nicht unbedingt glücklicher. Aus einem Menschen kann mehr werden. Aber nicht dadurch, daß er sich mehr materielle Güter aneignet, sondern nur durch bewußte Erfahrung, durch Nachdenken, Lernen und durch persönliches Reifen.
„Wirtschaftswachstum macht reicher, aber nicht unbedingt dich“, gibt Prof. Querulix zu bedenken. „Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr“ bedauerte Kurt Tucholsky einmal. „Fortschreiten heißt auch Weggehen“, ergänzt Prof. Querulix.
Von gesundem Wachstum kann man hinsichtlich einer Volkswirtschaft nur sprechen, wenn sich die Lebensumstände der Volksgemeinschaft hinsichtlich zahlreicher von ihr für maßgeblich gehaltener Kriterien verbessert haben, wenn also das Allgemeinwohl gesteigert wurde. Die Regierenden sind verantwortlich dafür, daß Wachstum in diesem Sinne angestrebt wird.
Gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen für ein solches organisches Wachstum und zugleich Mittel zu seiner Erreichung sind in einer kleinen Studie gezeigt worden. Ihr Titel: „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer - Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft“ (ISBN 978-3-943788-18-1, eBook [PDF] oder ISBN 978-3-943788-32-7, eBook [ePub]). Die erwähnte Studie ist übrigens für 9,95 Euro beim Verlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) und in allen guten (Internet-)Buchhandlungen erhältlich.
READ Pressestelle













