(openPR) Ein Blick auf die internationalen Immobilienmärkte zeigt: In Deutschland stiegen die Häuserpreise bisher langsamer als in anderen Ländern. Vor allem in Südafrika und Australien haben sich Immobilien innerhalb der vergangenen 40 Jahre rasant verteuert: So legten die Preise hier seit 1975 um mehr als das 55-Fache beziehungsweise um mehr als das 20-Fache zu. Was steckt hinter diesen großen Preissprüngen – und warum fanden sie in Deutschland nicht statt?
Staatliche Regulierungen treiben Baulandpreise in die Höhe
Die Ökonomen Katharina Knoll, Moritz Schularick und Thomas Steger haben zahlreiche Immobilienmärkte genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ihrer Analyse: Oft beschränken staatliche Regulierungen das Baulandangebot und treiben dementsprechend die Preise in die Höhe. In Ländern wie Südafrika oder Australien, die zwar über eine große Fläche verfügen, deren Einwohner mit mittlerem und hohem Einkommen aber vorrangig in den Städten leben wollen, macht sich dies besonders bemerkbar. Daneben steigt mit wachsendem Einkommen auch der Wunsch nach einem komfortableren Lebensstandard: In Australien beispielsweise ist die durchschnittliche Wohnfläche von Häusern zwischen 1985 und 2003 um 54 Prozent gestiegen.
Die Geldpolitik der jeweiligen Länder wirkte sich in der Vergangenheit ebenfalls auf die Entwicklung der Immobilienpreise aus. Niedrige Zinsen und ein reiches Kreditangebot befeuerten in Australien und Südafrika immer wieder den Immobilienmarkt – allerdings nur vorübergehend. Langfristig gesehen spielt die Geldpolitik der Studie zufolge auf den Immobilienmärkten eine eher untergeordnete Rolle.
Nachfrage ausländischer Investoren sorgt für steigende Immobilienpreise
Ein weiterer Preistreiber ist die wachsende Nachfrage von ausländischen Investoren, die Immobilien als Kapitalanlage erwerben. Spürbare Effekte zeigten sich der Untersuchung zufolge insbesondere in Südafrika und Australien, aber auch in Metropolen wie London. Deutschland hingegen war lange Zeit kein Zielland ausländischer Investoren. Sein Image als sicherer Hafen in Krisenzeiten ruft jedoch seit geraumer Zeit wachsendes Interesse an Wohnimmobilieninvestments hierzulande hervor. Die Folge sind Preissteigerungen. Diese Entwicklung wird aber bei weitem nicht nur von Käufern aus dem Ausland befeuert, sondern auch durch die Nachfrage deutscher Privatanleger. Diese haben laut der Studie der Ökonomen in den vergangenen Jahrzehnten kaum in Immobilien investiert, denn Wohneigentum spielte durch das große Angebot an Mietwohnungen im Land nur eine untergeordnete Rolle. Das ändert sich nun, die Wohneigentumsquote steigt.
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