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Den Übergang zwischen Beruf und Studium erleichtern

16.06.2015 • 10:23 Uhr • Wissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Den Übergang zwischen Beruf und Studium erleichtern
Prof. Dr. Michaela Röber/Frankfurt University of Applied Sciences
Prof. Dr. Michaela Röber/Frankfurt University of Applied Sciences

(openPR) Bundesbildungsministerium fördert 2. Phase des Projekts „MainCareer – Offene Hochschule“ mit 1,9 Millionen Euro

Ziel des Projekts „MainCareer – Offene Hochschule“ ist die nachhaltige Verortung Lebenslangen Lernens an der Frankfurt University of Applied Sciences (FRA-UAS). Dies soll erreicht werden, indem die Durchlässigkeit zwischen beruflichen und hochschulischen Ausbildungswegen erhöht wird sowie berufsbegleitende Weiterbildungsangebote und Studiengänge geschaffen werden. Im weiteren Fokus des Projekts stehen Beratungsangebote zu Anrechnungsfragen von beispielsweise während einer Ausbildung erworbenen berufspraktischen Kompetenzen und die Verbesserung der Studienbedingungen für heterogene Studierendengruppen durch orts- und zeitunabhängige Lehrformate. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt im Rahmen des Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ in einer zweiten Förderphase von 2015 bis 2017 mit 1,9 Mio. Euro. In dieser Phase sollen die bislang entwickelten Konzepte und Angebote nachhaltig an der Frankfurt UAS verankert werden.



„Leitgedanke von ‚MainCareer‘ ist es, möglichst individuell vielfältigen Lebensentwürfen, Lebenssituationen und Bildungsbiografien Rechnung zu tragen und interessierte Berufstätige bei einer Weiterqualifizierung und/oder Aufnahme eines Studiums zu unterstützen. An der Frankfurt University of Applied Sciences arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere Hochschule für das Lebenslange Lernen und für eine größtmögliche Bandbreite an (Aus-)Bildungswegen und Qualifikations- und Kompetenzprofilen zu öffnen“, so Prof. Dr. Kira Kastell, Vizepräsidentin für Studium und Lehre. „Die Bundesregierung ist daran interessiert, dem drohenden Fachkräftemangel durch eine größere Durchlässigkeit des Bildungssystems entgegenzuwirken, daher fördert sie Projekte wie ‚MainCareer‘, das neue Zugänge zur Bildung konzipiert und erprobt.“ Zudem will „Main Career“ neues Wissen schneller in die Praxis integrieren und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule und ihrer Studierenden stärken, indem beispielsweise berufsbegleitende Studiengänge angeboten werden. Ein Fokus in der zweiten Förderphase liegt auf dem Ausbau der Beratungsangebote, da die Anrechnungsverfahren hohe Beratungskompetenzen und geschulte Ansprechpersonen erfordern. Im Bereich der Lehre sollen flexible, orts- und zeitunabhängige Weiterbildungsformate (Blended Learning-Konzepte) entwickelt und erprobt werden. Die Begleitforschung und Qualitätssicherung erfolgt durch Bedarfs- und Zielgruppenanalysen.

Anrechnungsverfahren
Im Mittelpunkt der ersten Förderphase standen die Entwicklung und Erprobung wissenschaftlicher Anrechnungsverfahren außerhochschulisch erworbener Kompetenzen auf ausgewählte Studiengänge. Für die Soziale Arbeit wurde das pauschale Anrechnungsverfahren „AnKE“ (Anrechnung der Kompetenzen aus der Erzieher(innen)-Ausbildung auf ein Studium der Sozialen Arbeit) weiterentwickelt. Die Hochschulrektorenkonferenz würdigte dieses Verfahren im Mai 2013 als bundesweites Best-Practice-Beispiel. Bislang studieren rund 250 Studierende im AnKE-Verfahren an der Frankfurt UAS. Eine qualitative und quantitative Erhebung begleitet ihren Studienverlauf, um aus den gewonnenen Erkenntnissen gezielt Unterstützungsangebote für künftige Studierende zu entwickeln. Im Wintersemester 2015/16 startet das Anrechnungsverfahren für den Bachelor-Studiengang Pflege, für den Absolvent/-innen von sechs hessischen Pflegefachschulen im Alten- und Krankenpflegebereich während der Ausbildung erworbene berufspraktische Kompetenzen anrechnen lassen können. „Weitere pauschale Anrechnungsverfahren, beispielsweise im Studiengang Tourismusmanagement am Fachbereich Wirtschaft und Recht, sind geplant“, so Projektleiterin Prof. Dr. Michaela Röber.

„Wir wollen aber nicht nur Wege von der beruflichen in die akademische Bildung bahnen, sondern auch ‚umgekehrt‘ Wege erschließen: Damit während des Studiums erworbene Kompetenzen nicht verloren gehen, wenn dieses vor einem Abschluss beendet wird, streben wir an, dass absolvierte Studienmodule in der beruflichen (Aus-)Bildung anerkannt und angerechnet werden“, so Röber. Im Bereich Soziale Arbeit werden bestimmte (Studien-)Module auf die Erzieher(innen)ausbildung in einer kooperierenden Fachschule bereits angerechnet. Neben pauschalen Anrechnungsverfahren arbeitet das Projekt „MainCareer“ auch an der Schaffung von Strukturen für die immer stärker an Bedeutung gewinnende individuelle Anrechnung beruflicher Kompetenzen. In den Bachelor-Studiengängen Informatik sowie Informatik – mobile Anwendungen ist bereits die individuelle Anrechnung auf bestimmte Module möglich. Langfristiges Ziel ist die Schaffung hochschulweit einheitlicher und transparenter Regelungen zur Anrechnung beruflicher Kompetenzen.

Weiterbildungen
„Wir treiben auch den gezielten Auf- und Ausbau wissenschaftlicher Weiterbildungsangebote sowie deren Verzahnung mit entsprechenden Studiengängen voran, um Übergänge vom Beruf in die Hochschule zu erleichtern“, erläutert Röber. Mit der Neukonzeption des Weiterbildungsangebots „Ein guter Start ins Leben – Bildungsorientierte Arbeit mit Kindern unter drei Jahren“ bietet die Frankfurt UAS berufserfahrenen pädagogischen Fachkräften von Kindertageseinrichtungen die Möglichkeit, einen akademischen Abschluss anzustreben. Das Programm ist bislang die einzige zertifizierte Weiterbildung in Hessen, die auf ein Studium der Sozialen Arbeit angerechnet werden kann. Die berufsbegleitende Weiterbildung zur/zum staatlich anerkannten Fachpfleger/-in für Psychiatrische Pflege startete 2012 und wird deren Absolvent/-innen auch ohne (Fach-)Abitur die Aufnahme eines Hochschulstudiums sowie die Anrechnung von Weiterbildungsanteilen auf ein Pflegestudium an der Frankfurt UAS ermöglichen. Dasselbe gilt für die Weiterbildung zur/zum „Gutachter/-in für Pflegeeinstufung und Qualitätsprüfung“. Der im Wintersemester 2015/16 startende Master-Studiengang „Suchttherapie und Sozialmanagement in der Suchthilfe“ ist begleitend zu einer Berufstätigkeit im Suchthilfebereich konzipiert. Er verbindet ein anwendungsorientiertes wissenschaftliches Studium mit einer von den Deutschen Rentenversicherern anerkannten suchttherapeutischen Ausbildung auf Masterniveau.

Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung“
Im Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ werden von 2011 bis 2020 innovative, nachfrageorientierte und nachhaltige Konzepte von Hochschulen gefördert. Insgesamt werden über 100 deutsche Hochschulen gefördert, die Weiterbildungsangebote vor allem für Berufstätige und Arbeitssuchende entwickeln. So wird beruflich qualifizierten Fachkräften im Rahmen des Lebenslangen Lernens der Weg an die Hochschulen geöffnet. Jede vierte Hochschule in Deutschland wird am Ende der Projektlaufzeit eine „Offene Hochschule“ sein.

Weitere Informationen zum Projekt „MainCareer“ unter: www.maincareer.de

Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Projekt „MainCareer – Offene Hochschule“, Prof. Dr. Michaela Röber, Projektleitung, Telefon: 069/1533-2620, E-Mail: E-Mail

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