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Autovermieter: Sorgen um die Zukunft

03.05.200613:25 UhrTourismus, Auto & Verkehr

(openPR) Zentrales Thema beim Jahreskongress des Bundesverbandes der Autovermieter Deutschlands e.V. (BAV): Die fehlende Kompromissbereitschaft der Versicherer in Fragen der Kfz-Schadensregulierung. Rund 120 Delegierte kritisierten erneut aufs Schärfste die Zahlungsverweigerungen in Millionenhöhe. Hunderte von anhängigen Gerichtsverfahren hätten zu ersten Geschäftsaufgaben kleinerer und mittlerer Betriebe geführt. In den nächsten zwei Jahren seien weitere 6.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Gutachten neutraler Experten, u.a. der Uni Bamberg – gedacht als Schlichtungsinstrument – würden bislang seitens der Versicherer nicht anerkannt.



Bad Nauheim / Düsseldorf (hds).- „Mit ihrem Drang nach Gewinnmaximierung bedrohen die Versicherungskonzerne kleine und mittlere Autovermiet-Unternehmen immer mehr in ihrer Existenz“, konstatierte Bernd Schumann, Präsident des Bundesverbandes der Autovermieter (BAV) e.V., Düsseldorf, anlässlich des Bundeskongresses im hessischen Bad Nauheim. „Die mächtigen Konzerne verstoßen durch Einmischung in die Kalkulationshoheit einer anderen Branche vehement gegen die Gesetze der freien Marktwirtschaft.“ Denn: Marketing-Aktionen mit Sonder-Konditionen nehme die Versicherungswirtschaft als Messlatte für die Preisfindung im Unfallersatzwagen-Geschäft (UEG). Hilfeleistungen für den Verbraucher in der Notsituation nach einem Unfall würden nicht erstattet. Begründung der Versicherer: Mietwagen zu minimalsten Konditionen seien schließlich überall und jederzeit verfügbar. Dabei erhellt schon ein Blick auf die Kalkulationen von Billig-Airlines die Zusammenhänge: Sonder-Aktionen sind generell limitiert. Das gilt für Luft und Strasse. Sie beschränken sich auf bestimmte Wagentypen, die nur in bestimmter Zahl vorhanden sind. Diese müssen rechtzeitig reserviert werden, sind an besondere Abhol- und Rückgabe-Daten gebunden etc. Die Autovermieter reklamierten deshalb in Bad Nauheim für sich eine marktwirtschaftliche und betriebswirtschaftlich sinnvolle Preisgestaltung. Nur so könne den Verbrauchern der nötige Service nach einem Unfall auch in Zukunft überall und jederzeit gewährleistet werden.

Zudem werde offenkundig auf Zeit gespielt: Hunderte anhängige Gerichtsverfahren sowie nicht - oder nur teilweise - gezahlte Rechnungen führten immer mehr mittelständische Autovermiet-Unternehmen in die Handlungsunfähigkeit. Langfristig fehlende Liquidität bedinge Entlassungen bis hin zu Firmenschließungen.

Juristische Auseinandersetzungen nehmen kein Ende

Versuche, die Preise der Autovermietungsbranche zu beeinflussen, sind nicht neu. Selbst der Bundesgerichtshof bestätigte: Die im Geschäftszweig ‚Unfallersatz’ nötigen Extra-Dienstleistungen wie Nachtdienste, Fahrzeug-Zustellungen oder Services zur Vorfinanzierung seien zu erstatten. Dies wird jedoch von Versicherungskonzernen nicht anerkannt. Dadurch ist ein Ende der juristischen Auseinandersetzungen nicht abzusehen: Aktuell – so berichtete der designierte Geschäftsführer des BAV, Michael Brabec – würden bundesweit Amts- und Landgerichte strapaziert, Streitfälle zu bearbeiten, in denen Autovermietungen Monate bis Jahre auf Zahlungen der Versicherungen warteten. „Geld,“ so Brabec, „das dringend für Löhne und die Neuanschaffung von Fahrzeugen benötigt wird.“

Gutachten nicht anerkannt

Der BAV signalisierte der Versicherungswirtschaft in der Vergangenheit mehrfach Kompromissbereitschaft. Hierzu hatte auch der diesjährige Verkehrsgerichtstag in Goslar aufgerufen. Seitens des Verbandes wurden betriebswirtschaftliche Zahlen und Kalkulationsgrundlagen von 53 Autovermiet-Unternehmen in 41 Städten mit mehr als 2.500 Mietfahrzeugen offen gelegt. Diese Erhebung des BAV, in enger Kooperation mit der DEKRA und dem Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes erstellt, wird seitens der Versicherer ohne plausible Begründung abgelehnt. Ein Gutachten der Forschungsstelle Automobilwirtschaft der Universität Bamberg, Fachbereich Betriebswirtschaftslehre, wird ebenso durch die Versicherer wenig akzeptiert.

„Somit werden auch in absehbarer Zukunft sowohl die Verbraucher als auch die Autovermieter unter den bestehenden Gegebenheiten leiden müssen“, resümiert Präsident Schumann, der mit dem BAV ca. 80 Prozent des Marktes repräsentiert. Mitglieder im BAV sind alle namhaften und die meisten mittelständischen Unternehmen mit einem Bestand von ca. 180.000 Fahrzeugen und mehr als 10.000 Beschäftigten.

Strategische Allianzen sollen helfen, Lösungen herbeizuführen

Die Sorge um den Fortbestand der Branche hat nun zu ersten strategischen Allianzen im Markt geführt: Mit dem Bundesverband der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen für das Kraftfahrzeugwesen (BVSK) e.V., Berlin, besteht seit kurzem ein Kooperationsvertrag. Auch mit zwei weiteren namhaften Verbänden konkretisiere sich die Zusammenarbeit. Um die Kompromissbereitschaft der Versicherungswirtschaft erneut einzufordern, stehe mit diesen Verbündeten in absehbarer Zeit ein Runder Tisch mit entsprechenden Resolutionen an. „Der Sparwille von Konzernen und deren Wunsch, die Schadensregulierung zukünftig komplett selbst zu bestimmen, darf schließlich keinen solch gravierenden Eingriff in die Freie Marktwirtschaft bedeuten.“

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