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ödp fordert "Alkohol am Steuer" - Bioethanol hat Zukunft

27.04.200610:17 UhrEnergie & Umwelt
Bild: ödp fordert "Alkohol am Steuer" - Bioethanol hat Zukunft
ödp fährt mit Pflanzenöl
ödp fährt mit Pflanzenöl

(openPR) München, 27.4.: Seit Jahren propagiert die ödp als werteorientierte Umweltpartei den Umstieg auf Biokraftstoffe. Diesem Grundsatz folgend hatte ödp-Stadträtin Mechthild von Walter das Umrüsten aller MVG-Busse in München auf Pflanzenölbetrieb beantragt. Die MVG hat bislang trotz steigender Benzinpreise und zunehmender Klimaprobleme lediglich zwei Testfahrzeuge (einen Kleinwagen und einen Transporter) auf den Betrieb mit Pflanzenöl umgerüstet hat. Um das Thema stärker an die Öffentlichkeit zu tragen und Interessierten mögliche Informationsquellen an die Hand zu geben, veranstaltete die ödp am 13. April 2006 in den Räumen der Gregor-Louisoder-Umweltstiftung einen Vortrag zum Thema "Biokraftstoffe in der Praxis - vom Pflanzenöl zum solaren Wasserstoff". Referent war Marcus Reifenberg vom Verein Mobil ohne Fossil.

Reifenberg erläuterte zunächst die verschiedenen Arten von Biokraftstoffen, die derzeit am Markt sind.
Dabei ging er auch auf Bioethanol ein, das aus stärke- und zuckerhaltigen Getreidesorten, Zuckerrüben, Kartoffeln und anderer Biomasse hergestellt wird. Der entscheidende Vorteil dieses Biokraftstoffes besteht in dem hohen Ertrag, der pro Hektar Anbaufläche erzielt werden kann.

In diesem Zusammenhang legte der Referent den Anwesenden nahe, sich kostenlos auf der Internetseite www.ethanol-statt-benzin.de als Flexi-Fuel-Autofahrer, Tankstellenbetreiber, Flexi-Fuel-Autohändler oder einfach als Interessierter zu registrieren. Ziel sei es, den biogenen Treibstoff in Deutschland zur selben Marktpräsenz wie in Schweden zu verhelfen. Als weiteres gutes Beispiel führte er Brasilien an, wo mittlerweile fast nur Flexi-Fuel-Autos verkauft werden, die über ein Eintankantriebssystem verfügen, das jede beliebige Mischung von Benzin und Ethanol ermöglicht. Üblicherweise tankt man hierbei ein Treibstoffgemisch aus 85% Bioethanol und 15% Benzin, das man auch als E85 bezeichnet. Deutschland ist hier zwar noch im Hintertreffen, schließt aber auf. So ist E85 in München bereits an einer Tankstelle in der Baaderstraße erhältlich. Die sogenannten Flexi-Fuel-Autos werden schon von einigen Kfz-Herstellern produziert, u.a. von Ford, VW und Volvo; verkauft werden sie in Deutschland bislang allerdings nur von Ford.

Als weiteren Biokraftstoff diskutierte Reifenberg Pflanzenöl, einen nachwachsenden Rohstoff, dessen großer Vorteil darin bestehe, dass mit der Produktion regionale Wirtschaftskreisläufe angekurbelt werden könnten. Pflanzenöl behauptet sich sich mehr und mehr als Dieselersatz, ist aber wegen der notwendigen Umbaukosten nur für Vielnutzer wie Speditionen oder Flottenfahrzeug-Halter interessant. Reifenberg betreibt selbst eine Rapsöl-Tankstelle in Oderding bei Weilheim/Obb und besitzt deshalb fundierte Branchenkenntnisse. Unter Anderem berichtete er, dass Rapsöl als Dieselersatz wegen der begrenzten Anbauflächen eine maximale Substitution von 7% in Deutschland und etwa 20 % in der EU-25 erreichen könne. Diesem Nachteil stehe allerdings der entscheidende Vorteil gegenüber, dass jeder Prozentpunkt Erdölimport, der durch heimischen CO2-neutralen Kraftstoff ersetzt werden könne, unserer Wirtschaft und zugleich dem Klima helfe. Die Kraftstoffnorm für Abgaswerte erreiche Rapsöl ohnehin, sogar auch Euro IV, und es sei bei 80 Grad Celsius genauso zähflüssig wie Diesel und deshalb gut motorverträglich. Zwar sei BtL (Biomass to Liquid), wie das sog. Sun Diesel der Fa. Coren, noch im Versuchsstadium und besonders aufwändig in der Produktion, auf Wasserstoff als Treibstoff müsse man aber im Vergleich dazu noch länger warten. Die zur Herstellung von "solarem" Wasserstoff erforderlichen Ökostrommengen wären besser und viel effizienter ins allgemeine Stromnetz einzuspeisen.

Als dritten Biokraftstoff erwähnte Reifenberg das Biogas, das derzeit hauptsächlich als Substitut für Erdgas zur Stromerzeugung verwendet werde. Betrachte man das enorme Potential an Biomasse in Deutschland, so stünden hier noch enorme Entwicklungen an.

Zusammenfassend forderte Reifenberg eine Änderung der politischen Rahmenbedingungen für Biokraftstoffe. Von zentraler Wichtigkeit sei dabei, dass die geplante Besteuerung, die der Bundesrat am 19. Mai 2006 beschließen will, abgewendet werde. Anderenfalls werde die aufstrebende Branche der Biokraftstoffe, abgewürgt. Die 5,75%-Beimischungspflicht, die die Bundesregierung bis 2010 vorsieht, dürfe nicht dazu führen, dass die Mineralölkonzerne noch mehr am Sprit verdienten. Darüberhinaus sei es Pflicht der Politik, die alarmierenden Zeichen des Klimawandels nicht länger zu negieren, sondern sofort zu handeln. Als zentrale Signale nannte er beispielsweise den Rückgang der Gletscher und die Auflösung der Permafrostböden in Sibirien und Alaska, die wiederum erhebliche Folgen nach sich zögen.

Im Anschluss an den Vortrag fand eine Diskussion statt, in der Markus Hollemann, Regionalbeauftragter der ödp-München, forderte, dass die Alternativen zu den fossilen Kraftstoffen konsequent gefördert und verwendet werden müssten. In diesem Zusammenhang wies er auch auf den Stadtratsantrag der ödp hin, der die Landeshauptstadt München auffordere, sich für die Freistellung von der Mineralölbesteuerung von Biokraftstoffen einzusetzen.
(Dieser Antrag und ein druckfähiges Bild eines Pflanzenöl-Buses ist unter www.oedp-muenchen.de zu finden.)


Mit freundlichen Grüßen

Thomas Semonsky
Stellvertretender Stadtvorsitzender

Ökologisch-Demokratische Partei (ödp)
Stadtverband München
Fon 089/45 24 74 15 × Fax 089/244 365 397
E-Mail E-Mail
www.oedp-muenchen.de

Veranstaltungshinweise:

Alle Vorträge finden jeweils am zweiten Donnerstag im
Monat in den Räumen der Gregor-Louisoder-Umweltstiftung
statt: Brienner Str. 46, zwischen U2/U8 Königsplatz und U1/U7
Stiglmaierplatz.

Do., 11. Mai 2006, 19.30 Uhr
'Die 12 Salze des Lebens - Mit Schüßlersalzen gesund durch das Jahr'
Referentin: Angelika Gräfin Wolffskeel von Reichenberg, Heilpraktikerin und Buchautorin

Do., 08. Juni 2006, 19.30 Uhr
'EU-Feinstaubrichtlinie - zahnloser Papiertiger?'
Referent: Dr. Stefan Taschner, Mobilitätsexperte, Green City

Do., 13. Juli 2006, 19.30 Uhr
'Die Welt vor einer neuen Energiekrise? - Solare Zukunft ohne Erdöl und Atomenergie?'
Referent: Dr. Herbert Kuhn, Ingenieur, Energieberater

Do., 10. Aug. 2006, 19.30 Uhr
'Limbische Wahrheiten - Gehirnforschung, Marketing und Ökologie'
Referent: Günther Hartmann, Berater im Stadt- und Regionalmarketing

Do., 14. Sep. 2006, 19.30 Uhr
'Pflegenotstand - Keine Perspektive im Alter?'
Referentin: Christiane Lüst, Dipl.-Soz. Päd., Initiatorin des Münchner
Pflegestammtischs

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