(openPR) „Was bei der all der Regulierungswut der Gesetzgeber auf der Strecke bleibt, ist das Vertrauen in die eigenverantwortliche Handlungsfähigkeit der Menschen. Das macht insbesondere uns Freiberufler betroffen, denn unser Credo ist das Vertrauensverhältnis zu unseren Klienten, Mandanten, Patienten und Kunden.“ Mit diesen kritischen Worten an die Adresse der Bundesregierung begrüßte Hans-Peter Küchenmeister, Präsident des Landesverbandes der Freien Berufe in Schleswig-Holstein (LFB SH,) die Gäste beim diesjährigen Empfang des Landesverbandes.
Prof. Dr. Udo Beer, Präsident der Fachhochschule Kiel, Referent des Jahresempfangs stellte die Entwicklung der Fachkräftesituation bei den Freien Berufen in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Bei den Berufsangehörigen selbst – so Prof. Beer – gebe es insbesondere bei den Ärzten erhebliche Nachwuchsprobleme, was noch dadurch verstärkt werde, dass keine Tendenzen erkennbar seien, Ausbildungskapazitäten an den Hochschulen auszubauen. Erhebliche Nachwuchsprobleme hätten auch Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.
Um dem entgegen zu wirken, warb Prof. Udo Beer für eine Förderung und Fortbildung der Mitarbeiter. Freiberufler könnten sich dadurch auf die Kernbereiche ihres Berufes konzentrieren. Zum anderen motiviere dies die Mitarbeiter zu qualifizierter Weiterbildung.
Gefahren sehe er, so Prof. Beer, für die duale Ausbildung. Bei ständig steigenden Zahlen von Studenten gebe es immer weniger Bewerber für die duale Ausbildung. Umso mehr seien deshalb auch Freie Berufe gefordert, attraktive Ausbildungsplätze mit Perspektiven zur beruflichen Weiterentwicklung anzubieten.
Kritisch sieht Küchenmeister das vom Bundeswirtschaftsminister im Dezember letzten Jahres angekündigte Gesetz zum Bürokratieabbau. „Nahezu zeitgleich mit dessen Ankündigung tritt zum Jahresbeginn das Mindestlohngesetz in Kraft“, so Küchenmeister, „ein wahres Bürokratiemonster, insbesondere auch mit seinen Dokumentationspflichten beim Mini-Job, selbst wenn der Stundensatz deutlich über dem Mindestlohn liegt.“
Und auch die vom Arbeitsministerium geplanten Arbeitsschutzverordnungen führen nach den Worten Küchenmeisters das erklärte Ziel zum Bürokratieabbau mit ihren Forderungen und Überwachungspflichten der Arbeitgeber ad absurdum. „Mit dem jetzt vorgelegten Gesetzentwurf zum Bürokratieabbau soll Bürokratie abgebaut werden, nachdem man zuvor alles getan hat, um neue Bürokratie zu schaffen.“
Küchenmeister schloss mit einem Appell an Parteien, Parlament und Regierung: „Lassen Sie uns den Freiraum, damit wir kreativ planen und gestalten und uns mit Zuwendung um die Menschen kümmern können.“















