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Heimatlos nach dem Zweiten Weltkrieg

16.03.201519:01 UhrVereine & Verbände

(openPR) Heimatlos nach dem Zweiten Weltkrieg
Lesung von Rudi Geisler aus „Tränen am Kornfeld“ am 25.3.2015

Vor genau 70 Jahren nahm das Leben des Autors Rudi Geisler eine jähe Wendung, die bis heute tief nachwirkt und die er erst vor wenigen Jahren beschreiben konnte: Ende Januar 1945 fiel sein Vater an der Ostgrenze Schlesiens, Mitte Februar flohen die Bewohner des heimatlichen Dorfes in Niederschlesien vor den heranrückenden Russen. Auf der Flucht bei eisigen Temperaturen musste er erleben, wie andere Kinder erfroren, Tiefflieger in den Treck schossen, Tote am Straßenrand zurück gelassen werden mussten, Nachbarn auf Minen fuhren und die Brunnen so vergiftet waren, dass an Typhus mehr Dorfbewohner starben als durch die Waffen. Und als die Rote Armee nach Wochen die Flüchtenden einholte, musste er miterleben, wie Frauen vergewaltigt wurden. Er war damals noch nicht einmal 5 Jahre alt, aber die Ereignisse haben sich in seine Erinnerung eingegraben und dennoch…die „Tränen am Kornfeld“ – wie der Buchtitel lautet - wurden erst hier in der Syker Umgebung von der Mutter geweint, weil Enttäuschungen und Erniedrigungen auch Jahre nach der Vertreibung aus der Heimat das Leben der alleinerziehenden Kriegerwitwe aus dem Osten im relativ unzerstörten ländlichen Raum Niedersachsens bestimmten.


Sollte man 70 Jahre danach nicht diese schwere Nachkriegszeit zu den Akten legen? Was soll das Aufwärmen dieser längst vergessenen deutschen Geschichte durch heute kaum noch nachvollziehbare Alltagsgeschichten? Der Autor beginnt seine Erzählung mit dem Satz: „Vor allem geht es mir darum, für junge Menschen davon zu berichten, was Krieg aus Menschen macht, was Menschen anderen antun können, auch Jahre nach dem Kriegsende – damals wie heute.“ Und genau das ist der Bogen zur Gegenwart. Eine Schülerin einer 7. Klasse beschrieb das so nach einer Lesung: „Das ist ja unsere Familiengeschichte mit Krieg, Flucht, Vertreibung aus Bosnien und mit der Erniedrigung, an der wir heute hier in den letzten Jahren im reichen Deutschland leiden.“ Und dann fügte sie hinzu: „Gut, dass ich Freundinnen gefunden habe, meine Klasse ist meine neue Heimat.“ Beim Autor klingt das ähnlich, wenn er die Verdienste der Schulen in Syke um Integration lobt, so dass er nach einem Jahrzehnt aus vollen Herzen bekennen konnte, hier eine neue Heimat gefunden zu haben.
Aus der Geschichte sollte man lernen, dass die Flüchtlinge von heute genau wie die Heimatvertriebenen der Nachkriegszeit vor allem unter dem Verlust von Anerkennung und Würde leiden. Hunderte von Rückmeldungen zu dem Buch zeigen, dass damals gerade die alleinerziehenden Frauen und deren Kinder tiefes Mitgefühl und Hilfe gebraucht hätten, weil sie Heimat und Vater durch den Krieg verloren hatten – aber sie wurden wie auf einem Viehmarkt verteilt, jahrelang ausgegrenzt und gedemütigt. Viele Einheimische taten das nicht einmal mit Absicht und sind sich bis heute nicht einmal ihres damaligen Verhaltens bewusst. Erniedrigung ist die wahre Heimatlosigkeit und das hat die Flüchtlingsmütter bis heute traumatisiert, mehr als die Flucht und die damit zusammenhängende Armut.
Der Autor wird auch aus diesen Rückmeldungen zu seinem Buch berichten und er hofft, dass es andere Zeitzeugen bei der Veranstaltung am 25. März gibt, die von guter Aufnahme in der neuen Heimat berichten können, denn daraus ließe sich viel für unser Verhalten beim gegenwärtigen „Füchtlingsproblem“ ablesen.
Veranstaltungsort Gleis 1 AWO Trialog Syke Bahnhof
Am 25.3.2015 18.00 Uhr
Anmeldung AWO Büro 04242-60184

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