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Blicke in Vergangenheit und Zukunft

17.07.200913:08 UhrIndustrie, Bau & Immobilien
Bild: Blicke in Vergangenheit und Zukunft
Außenansicht des Dokumentationszentrums Bergen-Belsen - Blick auf die U-förmige Glasfassade
Außenansicht des Dokumentationszentrums Bergen-Belsen - Blick auf die U-förmige Glasfassade

(openPR) Staatspreis für Architektur an Dokumentationszentrum Bergen-Belsen / Anspruchsvolle Architektur um das ehemalige Konzentrationslager / Würdevolles, differenziertes und anschauliches Erinnern im Dokumentationszentrum

Kann Architektur aufklären? Kann ein heutiges Bauwerk die nur noch schwer zu begreifende Geschichte seines Standortes begreifbar machen? Mit dem neuen Dokumentationszentrum des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen im Norden Niedersachsens gelingt diese anspruchs-volle Aufgabe – durch seine Exponate, seine didaktische Konzeption, nicht zuletzt jedoch auch durch seine Gestalt selbst. Der mit dem Niedersächsischen Staatspreis für Architektur 2008 ausgezeichnete Bau ermöglicht den „offenen Blick“ in die Vergangenheit durch sein architektonisches Herzstück – eine dreiseitige Glasfassade über die gesamte Stirnfront des langgestreckten, monolithisch wirkenden Gebäudes.



Das Dokumentations- und Informationszentrum der Gedenkstätte Bergen-Belsen wurde am Rande des Geländes des ehemaligen Konzentrationslagers neu geschaf-fen. Der Neubau erhielt im Winter 2008/2009 den Niedersächsischen Staatspreis für Architektur. Der niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann würdigte das Zentrum als „wichtigstes neues Bauwerk Niedersachsens seit Jahren“. Der Entwurf des Bauwerkes stammt von dem Braunschweiger Architekturbüro KSP Engel und Zimmermann. Das 200 Meter lange und 18 Meter breite, monolithische Gebäude enthält eine Ausstellung über die drei geschichtlichen Abschnitte Bergen-Belsens als Kriegsgefangenenlager, Konzentrationslager und Unterkunft so genannter „Displaced Persons“, durch den Zweiten Weltkrieg heimatlos gewordener Flüchtlinge.

Das von Glas Wagener (Kirchberg/Hunsrück) gelieferte Glas erfüllt einige Funktionen, die für die Anwendung im Museum nötig sind. So ist die extrem dicke Scheibe des Typs „Solarlux“ (Sonnenschutzglas) alarmgesichert und durch ihre hohe Stabilität absturzsicher. Dies dient auch einem architektonischen Zweck. So entfällt eine Absperrung vor der Fensterfläche und der Besucher tritt noch näher an die Fläche, die den freien Blick zulässt.

Den Blick öffnen

Die architektonische Aussage des Gebäudes bündelt sich an seiner Stirnseite, im Blick auf die Umgebung. Hier stößt der Bau an das ehemalige Lagergelände. Es gilt als jüdischer Friedhof, der nicht bebaut werden darf. Der Blick richtet sich durch die Glasfront auf die nach der Befreiung angelegten Massengräber. Sie bergen einen großen Teil der etwas 52.000 KZ-Opfer verschiedener Nationalität. Der angrenzende Teil des Lagergeländes war jahrelang durch einen Mischwald überwuchert, in den nun Schneisen geschlagen werden, um die innere Aufteilung des Lagers wieder sichtbar werden zu lassen.

Die Gestalt des Gebäudes wandelt sich an dieser Stelle. Zu dem im Zentrum dominanten Baustoff Beton tritt eine dreiteilige Front aus Glas, die den Blick auf die ehemalige Lagerfläche freigibt. Die Ansicht des Gräberfeldes stößt den Be-sucher am unmittelbarsten auf die Schrecken der Vergangenheit – gerade, weil das Gesehene an dieser Stelle nicht kommentiert, nicht eingeordnet wird. Hier helfen keine Hinweisschilder, hier geben keine Hinweistafeln dem Wahrgenommenen einen geistigen Rahmen.

Gleichzeitig bietet der freie Blick eine Möglichkeit der unvoreingenommenen Begegnung, einem Begegnen, dass sich – wörtlich und übertragen – nach vorne, nach draußen wagt, das nicht mehr nur über geschichtliche Fakten nachsinnt, sondern an diesem Fenster Leben und Tod selbst reflektiert. In diesem Sinne äußert sich auch die Jury des Niedersächsischen Staatspreises für Architektur in Ihrem Urteil über den Baukörper: „Er bewegt zur Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes, ohne sich selbst in den Vordergrund spielen zu wollen. Er bewegt zum Nachdenken, ohne dieses bestimmen zu wollen. Und er findet den Ort, ohne ihn zu dominieren. In Verbindung mit der Ausstellung thematisiert er die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers, ohne von dieser erdrückt zu werden.“

Maßstäbe für anschauliches Erinnern gesetzt

Gerade diese Anschaulichkeit war es, die das aus Politikern, Architekten und Wissenschaftlern bestehende Preisgericht in seiner Bewertung lobend betonte: „Das Dokumentationszentrum Bergen-Belsen hat Maßstäbe gesetzt – für ein würdevolles, differenziertes und anschauliches Erinnern, für dieses Land ebenso wie im internationalen Vergleich“, begründete die Jury ihre Wahl. Die Architektin Ursula Wilms, Mitglied des Gremiums, betont auch die anspruchsvolle handwerkliche Ausführung des Gebäudes: „Neben der Architektur verdient auch die hohe Verarbeitungsqualität der Fassaden ein besonderes Lob“.

1940 entstand in Bergen-Belsen ein Kriegsgefangenenlager in unmittelbarer Nä-he des Mitte der 30er Jahre errichteten Truppenübungsplatzes Bergen-Hohne, dem größten militärischen Übungsgelände im Deutschen Reich. Seit 1943 wurde in einem Teilbereich des bisherigen Kriegsgefangenenlagers das Konzentrati-onslager Bergen-Belsen errichtet. Die von der britischen Armee bei der Befreiung vorgefundenen Bilder haben Bergen-Belsen weltweit als Symbol für die Grauen des Dritten Reiches bekannt gemacht.

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