openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Kommentar: Facebook-Präsenz der Bundesregierung verhindert Bemühungen um mehr Datenschutz

06.03.201518:48 UhrIT, New Media & Software

(openPR) Wiesbaden, 05. März 2015 – Am 30. Januar 2015 hat das soziale Netzwerk Facebook seine Nutzungsbedingungen wieder geändert. Seit dem werden auch Daten gespeichert, die Nutzer auf Websites außerhalb von Facebook hinterlassen. Beispielsweise verraten Standortdaten, wo der Nutzer sich gerade aufhält und sollen so häufiger gezielt mit Werbung verknüpft werden. Fast gleichzeitig eröffnet die Bundesregierung ein eigenes Facebook-Profil. Mit Meldungen und Filmchen zeigt sie hier ihre Sicht der Dinge und bietet den Bürgern gleichzeitig eine Plattform für Kritik.

Martin Kuppinger, Principal Analyst und Gründer von KuppingerCole betrachtet diesen Schritt der Bundesregierung kritisch: „Während der Bundesjustizminister Heiko Maas dem Bundesverband der Verbraucherzentralen den Rücken bei deren Abmahnung von Facebook stärkt, macht die Bundesregierung ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt den Schritt hin zu einer eigenen Facebook-Präsenz“.
Mit den geänderten Nutzungsbedingungen hat Facebook seine Möglichkeiten, die Daten von Nutzern auszuwerten, massiv ausgebaut. Zwar erhält der Benutzer die Möglichkeit, seine Einstellungen für die eigene Privatsphäre besser steuern zu können Fakt ist aber, dass Facebook noch mehr Daten in schwer zu kontrollierender Weise sammeln kann. „Nutzer wissen nicht, welche Daten erhoben und wie sie verwendet werden“ stellt auch Bundesjustizminister Maas fest.

Laut Kuppinger sorgt die Bundesregierung mit ihrem Facebook-Profil dafür, dass Facebook indirekt auch Informationen über die politischen Interessen und Präferenzen der Nutzer erhält. Nachdem aber nicht nachvollziehbar ist, wie diese Informationen heute oder zukünftig genutzt werden können, ist das ein bedenklicher Schritt. Mit den zusätzlichen Informationen, die über das Facebook-Profil der Bundesregierung verfügbar werden, können beispielsweise auch Interessensgruppen zukünftig gezielt Werbung auf Facebook schalten. Es zeigt sich, dass die Implikationen von geschäftlichen Facebook-Profilen nicht verstanden werden. Der Wert von Facebook-Fans wird oftmals überschätzt – es handelt sich nicht um Kunden, nicht um Leads und auch nicht um Wähler, sondern bestenfalls um Personen mit einem mal mehr, oft aber nur vagem Interesse.

Das Geschäftsmodell von Facebook besteht darin, Informationen wie: Wer interessiert sich für meine Produkte, meine politischen Stellungnahmen (und welche) oder für meine sonstigen Aussagen auf Facebook? zu monetisieren – mit den neuen Geschäftsbedingungen, sogar noch mehr als bisher. Für ein Unternehmen hat dies zur Folge, dass solche Informationen auch für den Wettbewerb nutzbar werden. Somit könnte man auch sagen: Facebook ist die beste Möglichkeit, den Wettbewerb über seine (mehr oder minder interessierten) Follower zu informieren.

„Im Marketing, aber auch in der Politik, sollte man diesen Zusammenhang verstehen und abwägen, ob der Mehrwert den implizit zu zahlenden Preis in Form von für Wettbewerber interessanten Daten zahlen möchte“ so Martin Kuppinger.

Endbenutzern empfiehlt Martin Kuppinger, sich die neuen Einstellungen für die Privatsphäre genau anzuschauen und diese soweit wie möglich zu begrenzen, falls man auf Facebook bleiben will. Die Bundesregierung wäre laut Kuppinger in jedem Fall gut beraten, wenn sie sich erst einmal über den tatsächlichen Nutzen ihrer Facebook-Präsenz klar würde. 50.000 Follower sind keineswegs 50.000 Wähler. Die Bundesregierung sollte sich zudem über den Widerspruch zwischen ihrem Anspruch an starke Datenschutzregeln und ihrem Handeln klar werden: „Jetzt noch auf Facebook zu gehen, ist nicht einmal mehr modern – es ist schlicht der falsche Schritt zur falschen Zeit“ so Martin Kuppinger.

Marketing-Verantwortlichen in Unternehmen sollte darüber hinaus aus Sicht von KuppingerCole genau analysieren, welchen Preis sie für den erhofften Mehrwert eines Facebook-Profils zahlen – oft zahlt man mehr, während der tatsächliche Nutzen deutlich geringer ist. Ein Facebook-Profil kann durchaus seinen Nutzen haben. Man sollte aber immer genau prüfen, ob wirklich ein Mehrwert entsteht.

Den kompletten Beitrag von Martin Kuppinger finden Sie unter: www.blogs.kuppingercole.com/kuppinger/2015/03/05/facebook-profile-of-the-german-federal-government-thwarts-efforts-to-improve-data-protection/.

Journalisten können diesen Artikel auf Deutsch und Englisch sowie alle weiteren KuppingerCole-Analysen kostenlos bei KuppingerCole anfordern. Um die Zusendung von Belegexemplaren oder Links zu Online-Publikationen bei Veröffentlichungen mit Bezug auf den Beitrag wird gebeten.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 842931
 444

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Kommentar: Facebook-Präsenz der Bundesregierung verhindert Bemühungen um mehr Datenschutz“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von KuppingerCole

European Identity & Cloud Awards 2015
European Identity & Cloud Awards 2015
Wiesbaden, 07. Mai 2015 – Gestern Abend überreichte das unabhängige Analystenunternehmen KuppingerCole die European Identity & Cloud Awards 2015 im Rahmen der 9. European Identity & Cloud Conference (EIC). Mit diesem Preis werden herausragende Projekte und Initiativen in den Bereichen Identity & Access Management (IAM), Risk Management and Compliance (GRC) sowie Cloud Security ausgezeichnet. In den letzten 12 Monaten wurden zahlreiche Projekte durch Hersteller und Anwenderunternehmen nominiert. Die mehrköpfige Jury, bestehend aus Analysten v…
KuppingerColes European Identity & Cloud Conference 2015
KuppingerColes European Identity & Cloud Conference 2015
Wiesbaden, 05. Mai 2015 - Die von KuppingerCole organisierte European Identity & Cloud Conference 2015, Europas führende Konferenz für Identity and Access Management (IAM), Governance, Risk Management and Compliance (GRC) sowie Cloud Security wurde heute in München eröffnet. Zum 9. Mal bringt KuppingerCole 45 Aussteller und über 600 Teilnehmer zusammen, darunter die meisten der europaweit und weltweit führenden Anbieter, Endnutzer, Vordenker, Visionäre und Analysten. Das viergleisige Konferenzprogramm umfasst über 150 internationale Redner u…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Freie Wähler fordern bürgernahe Aufklärung und Unterstützung der Kommunen in Sachen Google Street-ViewBild: Freie Wähler fordern bürgernahe Aufklärung und Unterstützung der Kommunen in Sachen Google Street-View
Freie Wähler fordern bürgernahe Aufklärung und Unterstützung der Kommunen in Sachen Google Street-View
… (mk) Der Schutz persönlicher Daten und die ungefragte Verbreitung derselben durch Internet-Dienste bereiten den Freien Wählern zunehmend Sorge. Daher wird der Vorstoß der Bundesregierung und die aktuellen Absprachen zum Verbraucherschutz mit Google-Europa seitens der Freien Wähler grundsätzlich begrüßt. Wie das Magazin „Der Spiegel“ in seiner aktuellen …
Unternehmen widersetzt sich Datenschutzbehörde: "Wir bleiben bei Facebook trotz Bußgeld"
Unternehmen widersetzt sich Datenschutzbehörde: "Wir bleiben bei Facebook trotz Bußgeld"
Die vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) geforderte Abschaltung von Unternehmensseiten auf Facebook stößt auf Kritik und Widerstand. Die Kieler Behörde forderte kürzlich alle Unternehmen in Schleswig-Holstein auf, ihre Fanseiten bei Facebook aufzugeben, weil diese gegen die Gesetze zum Datenschutz verstießen. Obwohl ein Bußgeld in Höhe …
Bild: IT-Gipfel: Besserer Datenschutz lässt sich nicht allein per Gesetz verordnenBild: IT-Gipfel: Besserer Datenschutz lässt sich nicht allein per Gesetz verordnen
IT-Gipfel: Besserer Datenschutz lässt sich nicht allein per Gesetz verordnen
Dresden / Berlin – Zu Beginn des 5. Nationalen IT-Gipfels in Dresden hat die gemeinnützige Nichtregierungsorganisation "no abuse in internet" (naiin) die deutsche Bundesregierung dazu aufgerufen, ihre Bemühungen um einen besseren Datenschutz im Internet nicht nur auf die nationale Gesetzgebung zu konzentrieren. "Es ist für alle Beteiligten – Internet-Wirtschaft …
Bild: MdEP Arne Gericke: Beschäftigtendatenschutz ist kein SchlachtviehBild: MdEP Arne Gericke: Beschäftigtendatenschutz ist kein Schlachtvieh
MdEP Arne Gericke: Beschäftigtendatenschutz ist kein Schlachtvieh
… drittstärksten Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer im Europaparlament, die laufenden Verhandlungen zur Datenschutz-Grundverordnung. Die Blockade-Haltung der deutschen Bundesregierung ist ihm unverständlich: „Die Kanzlerin und Sozialministerin Nahles sind dabei, Arbeitgebern und Arbeitnehmern einen anwendbaren Neuanfang mit Beschäftigtendatenschutz …
flyerpara.de und Social-Media
flyerpara.de und Social-Media
… Unternehmen. Beispielsweise durch einen „Blick hinter die Kulissen“. Gerne kann auf diesem Weg auch Kontakt mit uns aufgenommen werden, ein Feedback mitgeteilt oder ein Kommentar hinterlassen werden. Wir freuen uns über jede Empfehlung und über jedes „Like“. Also: „Daumen hoch“!“ Neben Facebook ist das Onlinedruckportal flyerpara.de auch im Social-Media …
Mit Sicherheit Social: Trend@dress Medien AG stellt Social Privacy Checklist vor
Mit Sicherheit Social: Trend@dress Medien AG stellt Social Privacy Checklist vor
… dem jeweiligen Nutzertypus entsprechen und die persönlichen Daten sicher sind. Schritt für Schritt wird dargestellt, wie man Inhalte jeder Art teilen kann, ohne auf Datenschutz zu verzichten. Schließlich ist Privacy kein Modewort, sondern gutes Recht für alle Nutzer. Auch in Zukunft auf dem Laufenden bleiben Wer sich in die Benachrichtigungsliste einträgt, …
Bild: Facebook darf Account nach Hass sperrenBild: Facebook darf Account nach Hass sperren
Facebook darf Account nach Hass sperren
… mit Beschluss vom 10.09.2018 zum Aktenzeichen 2-03 O 310/18 entschieden, dass Facebook einen Account für 30 Tage sperren darf, wenn der Nutzer einen sogenannten Hasskommentar verfasst hat. Das kann im Einzelfall auch dann gelten, wenn der Hasskommentar noch von dem Recht auf Meinungsäußerung gedeckt ist. Der Entscheidung des Landgerichts lag folgender …
Bild: 14 Argumente gegen FacebookBild: 14 Argumente gegen Facebook
14 Argumente gegen Facebook
Datenschutzthema des Sicherheits-Berater am 15. September 2012: - Plädoyer gegen Facebook-Präsenz von Unternehmen - ULD greift Datenschutzverstöße von Facebook an Bonn, 13.9.2012 – Der Informationsdienst Sicherheits-Berater rät Unternehmen aus Gründen der Datensicherheit dringend davon ab, sich auf Facebook zu präsentieren. "Exhibitionismus pur!" - …
Bild: Facebook verdrängt die Presse als dritte Macht im StaatBild: Facebook verdrängt die Presse als dritte Macht im Staat
Facebook verdrängt die Presse als dritte Macht im Staat
… sogar zulässig. Den neuerlichen „Datenmissbrauch“ muss Facebook weder bedauern, noch muss das Geschäftsmodell geändert werden. Im Rahmen der Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung und innerhalb der in Europa geltenden datenschutzrechtlichen Regelungen war alles ordnungsgemäß. Davon abgesehen fand der eigentliche Missbrauch nicht durch Facebook, …
Bild: Daten auf Facebook sind nicht sicherBild: Daten auf Facebook sind nicht sicher
Daten auf Facebook sind nicht sicher
… die Zugangsdaten der Nutzer künftig besser schützen. Doch aus Sicht des Clusters IT Mitteldeutschland e. V. sind im Moment keine wirklich effektiven Schutzmechanismen zu erwarten. „Datenschutz ist ein Thema, das in Übersee keine übermäßige Bedeutung erfährt. Es gibt bisher weder ein umfassendes Bewusstsein für den sensiblen Umgang mit Informationen in …
Sie lesen gerade: Kommentar: Facebook-Präsenz der Bundesregierung verhindert Bemühungen um mehr Datenschutz