(openPR) Berlin, 29.01.2015 – Es ist erstaunlich, wie viele Menschen glauben, dass eine Kuh einfach so Milch gibt, als sei es ein naturgegebenes Phänomen. Kaum einer weiß noch, dass stets auch ein Kalb geboren werden muss. Am Tag der Geburt werden Kuh und Kalb voneinander getrennt. Anlässlich des Muttertages möchte die Welttierschutzgesellschaft auf das Schicksal von Millionen Milchkühen in Deutschland aufmerksam machen und zeigen, dass es auch Alternativen gibt.
Damit der Milchfluss nicht versiegt, wird eine Kuh jedes Jahr befruchtet – in der Regel künstlich. Nach etwa neun Monaten gebärt sie ein Kalb, von dem sie in den meisten Fällen noch am selben Tag getrennt wird. In der eigentlichen Stillphase wird die Kuh gemolken, während sie bereits das nächste Kalb in sich trägt, und ihre Milch geht in den Verkauf.
Mit der KUH+DU Kampagne sensibilisiert die Welttierschutzgesellschaft Verbraucher für die Verhältnisse, unter denen Milchkühe hierzulande leben. Mutter-Kalb-Trennung ist dabei ein Thema, das Tierfreunde besonders beschäftigt. „Es kommen immer wieder Anfragen, bei welchen Milchmarken das Kalb bei der Mutter aufwachsen darf“, so Katharina Tölle, Campaignerin bei der Welttierschutzgesellschaft. Bisher verweisen die Tierschützer dann auf vereinzelte Höfe, die auf das besondere Verhältnis von Kuh und Kalb Rücksicht nehmen.
Eine Landwirtin, die Mutter und Kalb nicht trennen will, ist Mechtild Knösel vom Bodensee. Auf dem Hofgut Rengoldshausen wird seit neun Jahren erfolgreich die muttergebundene Kälberaufzucht betrieben. Die Kälber werden von ihren Müttern aufgezogen und gesäugt. Erst nach drei Monaten beginnt die stufenweise Entwöhnung voneinander. Für Mechtild Knösel war die Entscheidung für die muttergebundene Kälberaufzucht eine Herzensangelegenheit. Sie wollte „der Kuh die Beziehung zu ihrem Kalb zurückschenken“. Gefragt nach der Voraussetzung für eine erfolgreiche muttergebundene Aufzucht antwortet sie: „Der Wille, es machen zu wollen. Wenn man erkannt hat, dass es eine gute Sache ist, funktioniert es einwandfrei!“ „Leider gibt es nur wenige Bauern, die aus den festgefahrenen Strukturen ausbrechen und eine Alternative zur Mutter-Kalb-Trennung wagen. Es fehlen auch entsprechende Beratungsstrukturen für interessierte Landwirte“, ergänzt Katharina Tölle.
Mit ihrer Kampagne möchte die Welttierschutzgesellschaft Positivbeispiele kommunizieren – denn es gibt sie durchaus, die Landwirte, die eine alternative Kälberaufzucht erfolgreich umsetzen.
Über KUH+DU
KUH+DU ist eine Kampagne der Welttierschutzgesellschaft. Ziel der Kampagne ist die Einführung einer Haltungsverordnung für Milchkühe sowie mehr Transparenz für den Verbraucher.
www.kuhplusdu.de
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