(openPR) Alleinige Medikamentgabe oder „Korkenzieher“-Methode? Eine internatio-nale Studie aus den Niederlanden kam jetzt zu dem Ergebnis, dass bei Schlaganfall-Patienten der „Blutklumpen“ im Gefäß, der die Nährstoffzufuhr im Gehirn blockiert und somit den Hirninfarkt auslöst, am besten wie der „Korken aus einer Flasche“ entfernt wird. Diese Methode (Fachbegriff: Thrombektomie) ist sehr viel schneller und effektiver als die alleinige Gabe von speziellen Medikamenten, die den Thrombus angreifen und auflösen sollen. „Das Problem ist, dass diese Medikamente gerade bei Thromben, die einen längeren Abschnitt im Gefäß verstopfen, nur unzureichend wir-ken“, erklärt Prof. Dr. Stefan Rohde, Direktor der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie im Klinikum Dortmund. Er ist einer der führenden Experten für Thrombektomien und nimmt mit seinem Team auch an mehreren Stu-dien zur Wirksamkeit dieser Methode teil.
In der aktuellen niederländischen Studie, die im Dezember in der renommierten Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde, schnitten die Patienten der Thrombektomie-Gruppe in nahezu allen klinischen Kategorien besser ab. So konnten in der Thrombektomie-Gruppe 32,6% der Patienten nach der Intervention ihren Alltag ohne fremde Hilfe bewältigen – im Vergleich zu nur 19,1% aus der Kontrollgruppe, die nach der Standardtherapie behandelt wurden.
Wird ein schwerer Schlaganfall nur unzureichend behandelt, können lebenslange Lähmungen, Sprachstörungen und Behinderungen die Folge sein. Eine Medika-mentengabe allein ist in diesen Fällen oftmals nicht ausreichend. „Wenn bei ei-nem schweren Schlaganfall der Thrombus mittels einem feinen Korkenzieher, den wir in der Fachsprache „Stentriever“ nennen, entfernt wird, kann nach diesen Studienergebnissen bei einem Drittel der Patienten eine bleibende Behinderung verhindert werden “, erklärt Prof. Rohde.
Das überregionale Schlaganfallzentrum im Klinikum Dortmund ist mit dieser Me-thode führend in der Region und gilt von den Behandlungszahlen her als eines der größten Zentren in NRW.






