(openPR) Es war kurz vor Weihnachten, da klingelte das Telefon von Marco Bergmann (26), einem Schlangenhalter und Reptilienfreund aus Hameln. Am Apparat das örtliche Tierheim mit einem Notfall: Eine Dame hatte sich kurz zuvor an das Tierheim gewendet, um ihre drei Königpythons abzugeben. Das Tierheim jedoch ist für Exoten nicht ausgerüstet. Bergmann hatte sich dem Tierheim jedoch glücklicherweise in der Vergangenheit als Helfer angeboten, um im Falle eines exotischen Abgabetieres einzuspringen.
"Die Dame war ziemlich aufgelöst und wollte die drei Riesenschlangen so schnell wie möglich loswerden", schildert Bergmann. "Oder wie sie es formulierte: die Viecher sollten schnellstmöglich entfernt werden!" Bergmann selbst hält neben Königspythons auch andere Schlangen und war daher bereit, die drei männlichen Exemplare in seinen Bestand aufzunehmen. Die Tiere waren teilweise verletzt. Einem Exemplar fehlten Teile des Schuppenkleids aufgrund einer Verbrennung. "Das passiert, wenn sich Leute solche Tiere anschaffen und dann nicht artgerecht halten."
Aus diesem Grund steht die Haltung von Exoten seit geraumer Zeit in der Kritik von Tierschützern. Diese fordern Haltungsverbote, um solches Tierleid zu unterbinden. Aus Bergmanns Sicht absoluter Unsinn: "Nach solchen Negativbeispielen könnte man fast meinen, dass Forderungen nach Verboten begründet seien. Jedoch sind dies Einzelfälle, die bei jeder Art von Tierhaltung auftreten und absolut nicht repräsentativ für die gesamte Exotenhaltung sind." Aus der Sicht des Schlangenhalters würden Haltungsverbote oder Positivlisten mit leicht zu pflegenden Arten auch die Arbeit von engagierten Privatleuten behindern, die mit ihrem Einsatz nicht nur Behörden und Tierheime entlasten, sondern aktiv Tierleid verhindern und den Einsatz von Steuergeldern für Polizei- und Feuerwehreinsätze sparen, würden die Tiere einfach im öffentlichen Raum ausgesetzt.
"Reptilien und insbesondere Schlangen haben keine Lobby, daher ist der Einsatz von Privatleuten so wichtig", ist Bergmann überzeugt. Der Großteil der Exoten, bei denen er in der Vergangenheit Tierschutzverstöße feststellen konnte, würde aus seiner Sicht wohl auf solchen Positivlisten landen, wie sie z.B. der Deutsche Tierschutzbund fordert. "Dadurch würde für den Schutz dieser Tiere aktiv gar nichts getan", so Bergmann weiter. Er fordert von den politischen Entscheidungsträgern verbindliche Sachkundeprüfungen für jeden Tierhalter. Auch er hat eine solche Sachkundeprüfung abgelegt. Von Haltungsverboten oder Positivlisten sollte aus seiner Sicht hingegen Abstand genommen werden.
Auf die Frage, ob die drei Pythons denn schon Namen bekommen hätten, antwortet der Tierretter: "Eigentlich bin ich kein Freund von Vermenschlichung, aber so kurz vor Weihnachten würden sich wohl Caspar, Melchior und Balthasar für die drei Königspythons anbieten."













