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Mobile Commerce: Chancen für die Zukunft

09.12.201419:35 UhrIT, New Media & Software
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(openPR) Technischer Fortschritt verändert die Welt. In der Welt des Konsums hat zuletzt der flächendeckende Einzug des Internets die Kaufgewohnheiten der Konsumenten nachhaltig beeinflusst. Neben dem stationären Handel erfreuen sich Online-Shops großer Beliebtheit. Die weite Verbreitung von Smartphones und Tablets wird eine vergleichbare Wandlung nach sich ziehen, denn wenn die technischen Möglichkeiten erst gegeben sind, finden sie auch Anwender. Mobile Commerce, kurz M-Commerce, kann die Chancen des E-Commerce erweitern, wenn der Handel hohe Zuwachsraten durch mobile Endgeräte verzeichnen kann.



Die Situation heute

Eine repräsentative Umfrage* der Forschungs- und Beratungsinitiative ECC Handel der Universität Köln kommt 2012 zu folgenden Ergebnissen:
- 82 Prozent der 1.011 befragten Smartphone-User nutzen ihr Handy zur Informationssuche vor dem Kauf
- 60,5 Prozent der Käufer suchen via Smartphone Informationen über lokale Händler
- 43 Prozent nutzen das Handy für Preisvergleiche im Laden.

Die stärksten Nutzergruppen lassen sich in den Altersgruppen von 20 bis 49 Jahren finden, wobei Männer einen kleinen Vorsprung gegenüber Frauen aufweisen. In den Altersgruppen von 50 bis über 60 Jahren gaben immerhin noch 27,3 Prozent der Befragten an, mobile Endgeräte im Internet zu nutzen. Die sogenannten »Silver Surfer« holen im mobilen Bereich also deutlich auf. In der Mehrheit gaben 75,9 Prozent der Befragten an, ausschließlich mit dem Smartphone mobil das Internet aufzusuchen. 24,1 Prozent hingegen steht ergänzend ein Tablet zur Verfügung. Das zeigt Auswirkungen auf den Warenkorb.
Generell ließ sich feststellen, dass Nutzer mit Tablet und Smartphone über höhere Einkommen verfügen als der Rest der Befragten. In der Folge konsumieren sie mehr. Ungeachtet dessen ergibt sich ein durchschnittlicher Warenkorb je Endgerät von
- 46 Euro beim Shopping via Smartphone
- 81 Euro mit dem Tablet
- 113 Euro an PC oder Laptop.

Auch wenn die Umsätze über Smartphone und Tablet vergleichsweise gering erscheinen, nehmen beide eine wichtige Schlüsselrolle im Verkaufsprozess ein: Sie dienen bevorzugt der Recherche nach Preisen, Verfügbarkeit und lokalen Händlern. Wird das gesuchte Produkt nicht vor Ort erworben, kommt es häufig zur Konversion am PC oder Laptop. Ein Zusammenhang wird hier beim Bezahlvorgang vermutet und als weitere Gründe werden Usability-Aspekte genannt.

Aktuelle Hemmnisse beim M-Commerce
Unter den Enthüllungen im NSA-Skandal leiden alle Internet-Plattformen, die personengebundene Daten nutzen. Was jahrelange Phishing-Attacken nicht erreichen konnten, stellt sich nun als konkretes Vertrauensproblem dar. In der Konsequenz setzen Verbraucher bevorzugt auf vermeintlich sichere Datenübertragungswege wie das heimische WLAN. An dieser Stelle kann der Handel nur indirekt eingreifen, indem er Bezahlweisen anbietet, die als vertrauenswürdig anerkannt sind. Ein Blick auf die Akzeptanz von NFC-Bezahlung (mobile Payment) bestätigt diese Annahme: Allein in Deutschland äußern 55 Prozent der Bevölkerung Bedenken gegenüber dem kontaktlosen Bezahlen und im europäischen Durchschnitt immerhin noch 48 Prozent, wie sich einer Veröffentlichung von Statista** aus dem Jahre 2014 entnehmen lässt.
Als weitere Hinderungsgründe geben User das Handling von Internet-Seiten am Handy an: Hier stehen lange Ladezeiten neben fehlender Optimierung im Vordergrund und ebenso der vergleichsweise kleine Bildschirm.

Wie kann der Handel reagieren?
Von besonderem Interesse für den User ist sicherlich die Usability, die bei der Gestaltung des mobilen Webauftritts Berücksichtigung finden muss. Dabei besitzt auch die Optimierung ihre Tücken: Tablet-User fühlen sich von Webseiten kaum angesprochen, die auf ein kleines Display optimiert wurden. Im umgekehrten Fall sind Smartphones von der Darstellung eines Online-Shops überfordert, der für die Ansicht an großen Monitoren entwickelt wurde. Hier sind Entwickler gefragt, die den Kauf- und Informationsprozess aus Sicht der Kunden entwickeln und erst dann fragen, welcher weitere Nutzen sich für den Händler ergibt.
Apps finden vielfach nicht die gewünschte Akzeptanz, wenn mit ihnen der Zugriff auf Daten im mobilen Endgerät einhergeht, die für die Kaufabwicklung oder die Produktinformation nicht erforderlich sind. Der Handel sollte sich aus Rücksicht auf die Sensibilität der Konsumenten in seiner Datensammelwut um Zurückhaltung bemühen. Ungeachtet dessen erlauben Apps die erste Kontaktaufnahme zum Kunden, indem ihm die Produktvielfalt vorgeführt wird und er sich umfassend informieren kann. Im Idealfall kauft er am heimischen PC im Online-Shop oder im stationären Handel des Anbieters.

Der Bestellvorgang sollte sich in größtmöglicher Transparenz darstellen. Häufig werden aufwendige Registrierungsverfahren und langwierige Bestellprozesse als Gründe für einen Kaufabbruch genannt. 44 Prozent der Befragten gaben zudem an, von ihrer Kaufabsicht in der Vergangenheit zurückgetreten zu sein, weil sie nicht bereit waren, sensible Daten im Rahmen einer Bestellung am Smartphone anzugeben. Hier punkten anerkannt sichere Verfahren. Neben Paypal steht der Kauf auf Rechnung beim Konsumenten hoch im Kurs.

Aussichten im M-Commerce
Bereits zu Beginn des Jahres 2014 wurden mehr als 40 Millionen Smartphone-Besitzer in Deutschland verzeichnet***. Die Prognose lässt erwarten, dass der Trend weiter anhält. Daneben stehen immer leistungsfähigere Datenübertragungswege im mobilen Bereich zur Verfügung und die Kosten für eine solche Verbindung sinken. Auch wenn der Nutzer das Smartphone heute noch im eher geringen Umfang zum Shoppen nutzt, stellt es einen idealen Zugang zum Kunden dar. Multi-Channeling heißt das Stichwort. Dass M-Commerce durchaus erfolgversprechend sein kann, beweisen große Anbieter wie eBay, Amazon oder die OTTO Group, die signifikante Umsätze im mobilen Bereich erwirtschaften. Hier kann der Handel ansetzen und mit technisch einwandfreien Angeboten auf sich aufmerksam machen. Die Auswahl der richtigen Technologie kann entscheidend sein und stellt dabei einen erheblichen Kostenfaktor dar. Open Source Technologien unterstützen die Unternehmen und schonen die Ressourcen. So lassen sich beispielsweise mit der ERP-Software Odoo Shops und Apps im Einklang mit weiteren Anforderungen im Enterprise Resolution Planning kostengünstig verwirklichen. Markt und Technik sind bereit für M-Commerce – fehlen nur noch die auf den mobilen Konsumenten zugeschnittenen Angebote.

Quellen:
*http://www.ecckoeln.de/Downloads/Themen/Mobile/ECC_Handel_Mobile_Commerce_in_Deutschland_2012.pdf
**http://de.statista.com/statistik/daten/studie/313942/umfrage/umfrage-zum-vertrauen-in-kontaktloses-bezahlen-via-nfc-im-laendervergleich/
***http://de.statista.com/statistik/daten/studie/198959/umfrage/anzahl-der-smartphonenutzer-in-deutschland-seit-2010/

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