(openPR) Kaum ist die neue Studie in Sachen Schulverpflegung auf dem Tisch, sorgen die Ergebnisse schon für Aufregung. Kein Wunder, denn die Noten, die von den befragten 1500 Schulleitungen, 212 Schulträgern und 12000 Schülern für das tägliche Essen vergeben wurden, lassen auf ganz erhebliche Defizite schließen, wenn es um Ausgewogenheit und Frische der Speisen geht. Lange Transport- und Warmhaltezeiten, ungeeignetes Gemüse und zu viel Fleisch tragen zu dem mageren Ergebnis bei. Dabei – so die Verantwortlichen der Studie – wäre es recht einfach, für Abhilfe zu schaffen. Sie verweisen auf Österreich, wo man den Lebensmitteln eine andere Wertschätzung beimisst. So wird im Nachbarland das Doppelte in ein Schulessen investiert als in Bayern, wo 2,50 bis maximal 3,50 Euro zur Verfügung stehen. Ein österreichischer Caterer, der Schulen im Landkreis Passau beliefern wollte, musste schnell wieder einen Rückzieher machen. Die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn sieht nicht nur allein deshalb einen dringenden Handlungsbedarf, den sie allein im Rahmen der Qualitätssicherung mit zwölf Millionen Euro pro Jahr beziffert.
Yvonne Vordermayr, die im oberbayerischen Halsbach täglich viele Schulessen für Kinder im Landkreis Altötting zubereitet und ausliefert, kennt das Dilemma. „Wir dürfen die Kinder nicht einfach und billig abspeisen, schließlich geht es um weit mehr als nur um das Essen“. Die Expertin verweist dabei auf die Tatsache, dass jedes zehnte Kind zu dick aus der Kita kommt und dann in der Schule munter weiter ungesund futtert. Konzentrationsfähigkeit und geistige Fitness nennt sie als weitere Faktoren, die im Zusammenhang mit einem ausgewogenen Schulessen stehen. „Es muss zu einer Selbstverständlichkeit zählen, den Kindern ein warmes und gesundes Essen zu liefern. Dafür müssen die finanziellen Mittel bereitstehen“.
Die Politik reagierte auf die Studie wie gewohnt. So äußerte sich der verantwortliche Bundesernährungsminister Christian Schmidt eher verhalten, indem er „mehr und bessere Kontrollen“ forderte. Man kann davon ausgehen, dass es bei dieser dünnen Aussage bleiben wird. So lange die Preise für ein Essen in den Grundschulen zwischen 1,50 und 3,20 Euro liegen, Lehrer und Eltern nicht stärker intervenieren, wird sich – so Yvonne Vordermayer aus der Halsbacher „Speisefactory“ – nicht viel ändern. Sie selbst hat ihr Unternehmen so organisiert, dass das frische und abwechslungsreiche Essen auf dem kürzesten Weg in die Schulen gebracht wird. „Vom Herd in die Schule brauchen wir oft kaum 20 Minuten“, sagt sie.
Die Speisefactory wurde von Michael Fischer und Yvonne Vordermayr im oberbayerischen Halsbach gegründet. Zusammen mit Michael Fischer, einem Metzgermeister, betreibt sie ein Cateringunternehmen und sieht den Schwerpunkt in der gesunden und ausgewogenen Schulverpflegung. Sie beschränkt sich auf einen Lieferradius von maximal 40 Kilometer und garantiert frische und regionale Produkte. Die Speisepläne werden laufend mit Schulleitungen und Elternvertretungen abgestimmt.
















