(openPR) Svenja Maaß
It's not easy being green, 11.Dezember 2014 bis 24. Januar 2015
Tiere spielen bei Svenja Maaß seit Jahren eine tragende Rolle. Hintersinnig hat die Künstlerin sie mit menschlichen Körperteilen à la Collage in oft absurden, dadaistisch anmutenden Szenen zu fremdartigen Wesen werden lassen. Inzwischen haben sich die Tiere emanzipiert. Als Protagonisten zeigen sie weiterhin anthropomorphe Eigenschaften, ohne dass der menschliche Körper noch unmissverständlich Teil der Darstellung sein müsste.
Die menschlichen Eigenschaften bleiben dennoch bedeutend, wie zum Beispiel in dem Bild „Insistier“, aus dem uns mit etwas verschlagenem Blick ein Klammeraffe in Kauerhaltung entgegen blickt. Der Bildtitel ist nicht nur in diesem Fall eine künstlerische Zugabe, ein kleines Wortspiel. Tatsächlich hockt er da, als würde er uns so lange anstarren, bis er die geforderte Beachtung bekommt. Und das zu Recht. Der monochrom gehaltene Bildhintergrund lässt kaum Ablenkung zu. Man vermutet gleich, dass hier mehr als „Füttere mich“ gefordert wird. Tiere übernehmen, Menschen sind die weniger spannenden, weniger attraktiven Kreaturen.
In weiteren neuen Arbeiten eröffnet die Malerin ein kleines Universum aus spielerischen Bildideen. Alltagssymbole, wie zum Beispiel jenes für einen Wasser-Kurort, das in der großen Leinwandarbeit „Du wässerst meine Kresse“ dem Seeelefanten vor herrlichem Blaugrund den Lebensraum symbolisch ersetzen mag, stellen eine Verbindung zwischen den inhaltlich zunächst gar nicht zueinander passen wollenden Bildelementen her. Es gesellen sich ein Känguru und eine Würstchengirlande neben anderen Absurditäten dazu. Dass bei all der Fülle auch die Ausgewogenheit der Sujets zueinander funktioniert, ist dem Können und der humorigen Unerschrockenheit der Künstlerin geschuldet. Sie versteht nicht nur, all diese Elemente zusammen zu führen, sondern die inhaltliche Bedeutungsvielfalt auch malerisch erstaunlich zu verbinden.
Maa? hintersinniger Humor lässt gewieft die inhaltliche Langeweile so mancher zeitgenössischer Malerei hinter sich. Und das begeistert. Denn: wenn schon gegenständlich malen, dann nicht abbildhaft oder episch tragend, sondern in intelligenter Auseinandersetzung, so, dass uns das „Mensch sein“ deutlich vor Augen geführt wird. Zu ernst muss es aber keiner nehmen. Das signalisiert schon der Ausstellungstitel.
Svenja Maaß, geboren 1977, studierte Freie Kunst an der HBK Braunschweig bei den Professoren Hermann Albert und Klaus Stümpel. Sie lebt und arbeitet als freie Künstlerin seit 2004 in Hamburg und war, neben zahlreichen Ausstellungen in Kunstvereinen und öffentlichen Institutionen, mit ihren Einzelausstellungen „Wohingetis“ und „fooop“, sowie in mehreren Gruppenausstellungen bereits seit 2011 in der Galerie Kramer Fine Art vertreten. Zuletzt erschien im Herbst 2014 ein Katalog mit einem Text von Ulla Lohmann anlässlich Maa? Ausstellung „Gegenfüßler“, die im Saarländischen Künstlerhaus Saarbrücken gezeigt wurde.
Text: Sandra Kramer, November 2014













