(openPR) Über Vor & Nachteile von Open Source-Lösungen wird viel und heftig diskutiert. Die wirtschaftliche Bedeutung von Open Source Software (OSS) ist heute weitestgehend unzweifelhaft. Ängste und Vorurteile gegenüber OSS weichen nüchternen Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen.
Dies zeigen auch aktuelle Mitteilungen aus dem Hause Microsoft. Um die Zeitspanne zwischen Software-Updates zu verkürzen, eifert Microsoft künftig dem Entwicklungsprinzip von OS-Programmen nach, berichtet die IT-Wochenzeitung COMPUTERWOCHE in der Ausgabe (12/2006). Hintergrund sei die Tatsache, dass Micosoft-Kunden bislang beispielsweise mindestens vier Jahre auf einen neuen Windows-Server warten mussten. Zukünftig sollen zusätzliche Features (durch kleine Updates) im günstigsten Fall innerhalb von drei Monaten auf den Markt kommen, größere Veröffentlichungen jeweils nach zwei bis drei Jahren, sagt Paul Flessner, Microsoft Senior Vice President of Server Applications. Was kann ein Konzern wie Microsoft von OSS lernen? Viel nämlich wie man Kompetenzen bündelt und Engagement in Menschen weckt.
Eine direkte Wettbewerbswirkung von OSS besteht darin, dass sich das Angebot an Software vergrößert und damit mehr Wahlmöglichkeiten für die Anwender bestehen. Mehr Wettbewerb bedeutet auch mehr Innovationsdruck, d.h. Softwareproduzenten sehen sich gezwungen durch kontinuierliche Produktverbesserungen und Innovationen , Produkte anzubieten, die sich vom Angebot der Konkurrenz abheben. Bei der Entwicklung von OSS konkurrieren Entwickler weltweit um die besten Ideen und nur die besten schaffen es, dass ihr Softwarecode ein Teil des Produkts wird. OSS wird damit immer besser und überholt Produkte, die in einem Unternehmen von einigen wenigen Programmieren entwickelt wurden. Microsoft möchte dieses Open Source-Prinzip kopieren, indem die derzeit relativ geschlossenen Entwicklereinheiten, die jeweils für bestimmte Produkte zuständig sind, geöffnet werden sollen. Geplant sind virtuelle Teams, die sich über die Grenzen der betreffenden Organisation hinweg für einzelne Projekte zusammenfinden.
Open Source-Produkte im Business-Bereich
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Zu den erfolgreichsten OS-Produkten im Business-Bereich zählen Linux (Suse, RedHat und Co.), der Apache-Webserver in Verbindung mit Open-Source-Datenbanken wie PostgreSQL, Firebird, MaxDB oder der die populärste Datenbank der Welt MySQL. Auf diese Plattform setzten viele weitere erfolgreiche Produkte auf, wie das Content-Management-System Joomla, der Internet-Shop osCommerce oder Customer Relationship Management-Lösungen wie OpenSugar. Im Endnutzer-Bereich freuen sich der Web-Browser Mozilla oder auch das Office-Paket Open-Office immer größerer Beliebtheit.
Alle Produkte haben folgendes gemeinsam: sie sind lizenzkostenfrei, in ihnen steckt die Kreativität und Kompetenz von Experten aus der ganzen Welt und individuelle Anpassungen können jederzeit vorgenommen werden, da der Quellcode frei zugänglich ist.
Open Source-Produkte im Gesundheitswesen
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Der Einsatz von OS-Software im Gesundheitswesen ist so vielfältig wie die Medizin.
Klinikinformationssysteme, PACS (Befundungssystem in der Röntgen-Technik), Abrechnungssoftware der Krankenkassen sowie zahlreiche kleine Programme für Ärzte und Patienten kommen zum Einsatz. Slicer ist beispielsweise eine frei erhältliche Open Source Software zur Darstellung, Erfassung, Segmentierung und Quantifizierung medizinischer Daten. Es setzt auf dem, ebenfalls frei zugänglichen Visualization Toolkit (VTK) auf. Das OS-Produkt Slicer ist in der Lage Bilddatenformate von Standard-CT und MRTs zu lesen, inklusive DICOM.
OSS ist eine Möglichkeit um unwirtschaftliche Individual-Entwicklungen oder hohe Lizenzkostengebühren zu vermeiden. Noch ist OSS vorwiegend in Fachkreisen. Gerade im Gesundheitswesen kann OSS ein Schritt sein, Gesundheitskosten mittel- & langfristig zu senken und somit das Gesundheitssystem finanziell zu entlasten.









