(openPR) Dübener Heide, 4. April 2006 – Fischadler können jetzt bei der Brut und Aufzucht ihrer Jungtiere im Naturpark Dübener Heide beobachtet werden. Dazu wird am Mittwoch (5. April) im Umweltbildungszentrum „Haus am See“ in Schlaitz (Kreis Bitterfeld, Sachsen-Anhalt) eine Fischadlerbeobachtungsstation eröffnet. Mit Hilfe einer schwenk- und neigbaren Kamera, die in der Nähe des Horstes im ehemaligen Tagebau Muldenstein installiert wurde, werden 24 Stunden lang Videobilder live in das Umweltbildungszentrum gesendet, wo das Leben der Fischadler auf einem großen Plasmabildschirm zu sehen ist.
Finanziert wurde das Projekt mit Hilfe der EU-Initiative LEADER+, dessen Träger der 400 Mitglieder starke Verein Dübener Heide e.V. ist. Die EU förderte die Gesamtmittel in Höhe von 78.000 Euro zu 75 Prozent. Der Kreis Bitterfeld stellte die Eigenmittel zur Verfügung. Durch die EU-Initiative LEADER+ konnte der Verein Dübener Heide e.V. gemeinsam mit regionalen Partnern bisher 1,9 Millionen Euro in 30 nachhaltige Natur-, Umwelt und Tourismusprojekte in der Dübener Heide investieren.
Das „Haus am See“ befindet sich am Nordufer des Muldestausees bei Bitterfeld. Es wurde am 4. Mai 1994 vom damaligen Bundesumweltminister Professor Klaus Töpfer und dem Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt Osnabrück, Fritz Brickwedde, eröffnet. Seither haben mehr als 86.000 Leute das Umweltbildungszentrum besucht. Zur ständigen Ausstellung gehören über 70 präparierte Tiere. Es handelt sich dabei ausschließlich um Tiere, die in der Region um den Muldestausee leben wie Fischadler, Seeadler und Biber. Letzterer ist die Symbolfigur des Naturparks Dübener Heide, dem einzigen Bundesländer übergreifenden Naturpark Deutschlands im Dreieck zwischen Leipzig (Sachsen), Halle und Lutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt).
Fischadler sind eine europaweit geschützte Greifvogelart und können Geschwindigkeiten bis zu 80km/h erreichen. Beim Fischfang stoßen sie aus einer Höhe von bis zu 30 Metern senkrecht oder schräg herab, tauchen mit ihren Fängen ins Wasser ein und ergreifen die Beute mit den Krallen. Die Tiere leben bevorzugt an fischreichen Binnengewässern wie dem Muldestausee.
www.naturpark-duebener-heide.com
www.informationszentrum-hausamsee-schlaitz.de
Daten & Fakten: Der Naturpark Dübener Heide wurde 1992 gegründet und nimmt eine Fläche von 75.094 Hektar ein. Landschaftstypisch sind Nadel- und Mischwald (53 Prozent der Gesamtfläche), Seen, Moore und Grünland. Träger des Naturparks ist der 400 Mitglieder starke Verein Dübener Heide e.V. Die EU-Gemeinschaftsinitiative LEADER fördert seit 1991 modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum. Ziel ist es, die ländlichen Regionen Europas auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung zu unterstützen. Für LEADER+ stehen in der Laufzeit von 2000 bis 2006 in Deutschland 247 Millionen Euro an Gemeinschaftsmitteln bereit. Für den Naturpark Dübener Heide sind es insgesamt rund drei Millionen Euro. LEADER steht für „Liaison entre actions de développement de l´économie rurale“ (Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft).
Ansprechpartner für nähere Auskünfte:
„Haus am See“, Schlaitz
Frau Grießbach, Frau Kunze, Telefon: 034955/21490





