(openPR) LIEBENAU – Das Schloss Bad Wurzach ist aus der oberschwäbischen Kulturlandschaft nicht wegzudenken. Das barocke Kleinod mit seinem bekannten Treppenhaus wurde Anfang des 18 Jahrhunderts errichtet und hat seitdem eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Und auch der Zahn der Zeit hinterlässt zum Teil deutliche Spuren. Zur Erhaltung des Schlosses wurde deshalb die Stiftung Kulturdenkmal Schloss Bad Wurzach errichtet.
Zukunft gestalten
Gegründet 2004 ist die Stiftung Kulturdenkmal Schloss Bad Wurzach noch eine vergleichsweise junge Stiftung. Manche sind schon mehrere Jahrhunderte alt, viele wurden gerade in jüngster Zeit neu gegründet. "Stiftungen sind wie kein anderes Instrument geeignet, die Zukunft zu gestalten", meint Dr. Berthold Broll, Vorstand der Stiftung Liebenau und Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Kulturdenkmal Schloss Bad Wurzach. Mit der Gründung einer Stiftung setzen Stifter einen Kontrapunkt zur kurzfristigen Erfolgsorientierung, die in der Wirtschaft vermehrt eingefordert wird. Wer nachhaltig handle, achte auf eine dauerhafte Sicherstellung der ökonomischen Grundlagen – das heißt des Stiftungsvermögens - ebenso wie auf die ökologischen Auswirkungen, im Sinne der Verantwortung für die Schöpfung.
Weitsichtig denken
Stiftungen haben die unterschiedlichsten Zweckbindungen: Kunst und Kulturförderung, Heimatpflege, kommunale Aufgaben, Bildung und Erziehung sowie die Sorge für alte und kranke Menschen sowie Menschen mit Handicap. Alle wurden gegründet von Menschen, die sich ihrer Verantwortung für die Zukunft der Region bewusst waren.
Und eines ist dabei klar: Wer eine Stiftung errichtet, trennt sich für immer von seinem Vermögen, um es einem bestimmten Zweck zu widmen. "Das tut nur, wer weitsichtig denkt, Visionen hat und Spuren legen will für die Zukunft", so Broll. Das können Privatpersonen sein, aber auch bereits bestehende Stiftungen, die, von ihrem jeweiligen Satzungszweck geleitet, selbst wieder Stiftungen gründen.
Stiftung gründet Stiftung
So geschehen bei der Stiftung Kulturdenkmal Schloss Bad Wurzach. Sie wurde von der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist mit Sitz in Kisslegg gegründet. Diese ist mit 439 Jahren die älteste rechtsfähige Stiftung im Landkreis Ravensburg. In enger Verbundenheit mit der Stiftung Liebenau verfolgt die Stiftung Hospital zum Heiligen Geist den Satzungszweck der Erziehung, Bildung, Beschäftigung, Heilbehandlung, Betreuung und Pflege von Menschen jeden Alters. Einrichtungen befinden sich in Kißlegg, in Neutann bei Wolfegg und in Bad Wurzach.
Auch der Kultur hat sich die Stiftung Hospital zum Heiligen Geist verpflichtet. Und hier schließt sich der Kreis: Als Treuhänderin der rechtlich unselbstständigen Stiftung Kulturdenkmal Schloss Bad Wurzach bemüht sie sich um den Erhalt dieses barocken Baudenkmals. Für die Bewahrung seiner Schönheit engagieren sich Persönlichkeiten aus Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft im Kuratorium der Stiftung (siehe Info-Kasten).
Stiftungen
Eine gemeinnützige Stiftung legt das ihr übertragene Vermögen sicher und gewinnbringend an, und die erwirtschafteten Überschüsse werden für den gemeinnützigen Satzungszweck ausgegeben. Das gestiftete Vermögen selbst muss als Grundkapital der Stiftung erhalten bleiben. Denn eine Stiftung ist für die Ewigkeit gedacht und kann in der Regel nicht aufgelöst werden.
Jedes Jahr am 1. Oktober ruft der Bundesverband deutscher Stiftungen den Tag der Stiftungen aus. Damit soll ein besonderes Augenmerk auf die Bedeutung von Stiftungen für eine nachhaltige Gestaltung unserer Gesellschaft gelegt werden. Bundesweit existieren über 20 150 Stiftungen. Davon befinden sich 67 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts im Bodenseekreis und 74 im Landkreis Ravensburg.
Quelle: Bundesverband deutscher Stiftungen
Hinzu kommen acht rechtsfähige kirchliche Stiftungen der Diözese Rottenburg-Stuttgart in den beiden Landkreisen (sechs im LK RV, zwei im BSK).
Quelle: Verzeichnis der rechtsfähigen kirchlichen Stiftungen der Diözese
Weitere Infos zum Stiftung Kulturdenkmal Schloss Bad Wurzach unter www.schloss-badwurzach.de.








