(openPR) Ein Ergebnis im Vortrag von Prof. Dr. Peter Schaltegger, Forschungsprofessor für Nachhaltigkeitsmanagement, Leitung des Instituts Centre for Sustainability Management (CSM), Leuphana Universität, auf dem vergangenen Deutschen CSR-Forum war(1): Unternehmen scheinen ihre Nachhaltigkeits-Bemühungen oft nur aus Legitimitätsgründen zu betreiben. Eine andere Studie von Prof. Dr. Uwe Hannig und Prof. Dr. Rainer Völker an der Hochschule Ludwigshafen ergab, dass selbst dann, wenn Key Performance Indicators (KPIs) gesetzt worden sind, die Daten zwar gemessen, aber kaum Konsequenzen daraus gezogen werden(2). Diese Erkenntnisse passen gut zu dem Fakt, dass heute kein Unternehmen sagen kann, „wie gut“ es Nachhaltigkeit bzw. CSR implementiert hat.
Das ist sehr erstaunlich. Jedes Unternehmen weiß, wo es im Vergleich zum Wettbewerb steht. Überall, wo Ziele vereinbart werden, wird der Grad der Zielerreichung überwacht. Nur bei CSR und Nachhaltigkeit soll das anders sein?
Wie aber kann man die Unternehmensleitung motivieren, CSR und Nachhaltigkeit als wichtig und strategisch anzusehen und dort zu investieren, wenn man auf diese elementare Frage keine Antwort geben kann? Wie kann man sich selbst als CSR-Verantwortlichen motivieren, Tag für Tag etwas zu tun, ohne zu wissen, ob das eigene Unternehmen weiter ist als andere oder gar weit zurückliegt? Und wie kann man diese Orientierungslosigkeit vor der externen Öffentlichkeit verstecken, sollte sie einmal fragen?
Tatsächlich: Das Erfüllen der GRI-Indikatoren – selbst mit allen Unteraspekten – gibt keinen Hinweis auf die „Nachhaltigkeits-Performance“ des Unternehmens. Es wird ja nur die Beantwortung von Fragen verlangt, und „Nein“ ist auch eine Antwort. Das eigene CSR- oder Nachhaltigkeits-Programm gibt ebenfalls keinen Aufschluss darüber, denn wer weiß schon, welche Punkte auf den Programmen der Anderen stehen. Und selbst wenn: Gäbe das Hinweise auf die eigene Position? Eher nicht.
Ist es nicht erstaunlich, dass es für das bewusste Handeln von Unternehmen bezüglich CSR und Nachhaltigkeit keine objektive, neutrale, standardisierte Skala der eigenen Performance gibt?
Seit etwa einem Jahr gibt es eine Meßlatte, den „Quick-Check Nachhaltigkeits-Performance“. dokeo hat ihn unter Zugrundelegung der GRI Guidelines, der ISO 26.000 und anderer Normen entwickelt, mit dem Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie (LVI) und der Universität Stuttgart diskutiert und Pilotprojekte gefahren. Daraus entstand ein Instrument, das sich sowohl für produzierende als auch dienstleistende Unternehmen eignet. Unter Beschränkung auf die wichtigsten Fragen zeigt es, wie weit ein Unternehmen Grundziele von CSR / Nachhaltigkeit erreicht hat. Es ist sowohl für Großunternehmen als auch für kleine und mittelständische Unternehmen gut geeignet.
Große Unternehmen werden daraus viele Bestätigungen ableiten, aber auch auf offene Fragestellungen aufmerksam gemacht. Sie können außerdem durch regelmäßige Wiederholung die Fortschritte von Jahr zu Jahr dokumentieren.
KMUs gewinnen oft erst das richtige Verständnis zur Thematik. Ihnen öffnet das Instrument eine neue Welt und zeigt Optionen zur Effizienzsteigerung auf, die bis zu 5 % vom Umsatz betragen. Auch bei großen Unternehmen findet der Check Einsparpotentiale, jeweils ohne Personalabbau und ohne Arbeitsverdichtung. Die Umsetzung der Ergebnisse ist nicht mehr Teil des Checks.
Interessant ist auch, dass die Bewertung im Check von den hergestellten Produkten oder Dienstleistungen unabhängig ist. Das sonst erforderliche Splitting in Best-in-class entfällt, da der Check davon ausgeht, dass kein Unternehmen sein Produkt-Portfolio aufgrund von Nachhaltigkeits-Aspekten umstellen wird.
Die Ergebnisse im bisherigen Einsatz zeigen, dass dieses Instrument weitaus mehr bewegt als erwartet. Durch die geschickte Wahl der Fragen kommen nicht nur neue Sachverhalte ans Licht, sondern auch viele Positionen, die vielleicht bekannt, aber nicht beachtet wurden. Die persönliche Auswertung mit dokeo am Ende des Prozesses bringt Klärungen und Anregungen.
Die Ergebnisse sind ausschließlich für die interne Befassung bestimmt. Wobei ein Erreichen von mehr als der Hälfte der möglichen Punkte darauf hinweist, dass das Unternehmen ganz ordentlich aufgestellt ist und niemanden hindert, dieses Ergebnis auch nach außen zu kommunizieren.
Der durchschnittliche Erfüllungsgrad aus allen bisherigen Checks liegt bei 52 %. In dieser Größenordnung dürften die meisten deutschen Unternehmen liegen, die sich mit Nachhaltigkeit befassen. Der bisher beste Wert beträgt 70 %.
Ein Instrument, das 3.900 Euro kostet, extern ca. fünf Arbeitstage benötigt und beim Kunden mit ein paar Stunden Befassung auskommt, ersetzt weder Controlling noch Beratung bei der Umsetzung der detektierten Potentiale. Aber es zeigt die Positionen auf, an denen anschließend Beratung und Messung einsetzen sollten.
LVI und AVE empfehlen den Quick-Check Nachhaltigkeits-Performance.
Mehr Informationen unter www.dokeo.de/b-qcnp1.html
Bei Interesse rufen Sie uns an. Tel.: 0711 633 969 80 oder E-Mail an
(1) www.csrforum.eu/site_media/uploads/F4-Abschlussbericht.pdf
(2) Prof. Dr. Uwe Hannig, Prof. Dr. Rainer Völker, „Messung der Nachhaltigkeit mit Key Performance Indikatoren“









