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Sexsucht: Patienten sind meist schwer traumatisiert und werden selten optimal therapiert

22.09.201418:11 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Sexsucht: Patienten sind meist schwer traumatisiert und werden selten optimal therapiert
Johannes Bitzer, Hans-Wolfgang Hoefert (Hrsg.) Psychologie in der Gynäkologie
Johannes Bitzer, Hans-Wolfgang Hoefert (Hrsg.) Psychologie in der Gynäkologie

(openPR) Etwa fünf Prozent der Bevölkerung leiden zeitweise unter Sexsucht. Männer sind drei- bis viermal häufiger betroffen als Frauen. Bei Männern ist die Krankheit häufig mit Substanzabhängigkeit, bei Frauen oft mit Essstörungen kombiniert, berichten Dr. Christiane Eichenberg und Dr. Felicitas Auersperg im Lehrbuch "Psychologie in der Gynäkologie". Die Neuerscheinung wurde am Montag zum Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in Bochum vorgestellt.

Aus Sicht der Biologie kann ein besonders stark ausgeprägter Sexualtrieb die Krankheit auslösen. Dies betrifft insbesondere Männer, die physiologisch in der Amygdala eher stark erregbar sind und gleichzeitig über wenige hemmende Mechanismen des präfrontalen Cortex verfügen. Diese erhöhte Verletzlichkeit lässt sich über das Belohnungssystem erklären und macht die Kombination mit Alkohol- oder Drogenabhängigkeit verständlich.

"Negative Bindungserfahrungen können zu einem Abblocken von Intimität in Beziehungen und zu einer Entkopplung von sexueller Lust oder Beziehungsbedürfnis führen." Psychische, oft auch gewalttätige, u.U. sexuelle Traumatisierungen stehen bei Frauen fast immer im Hintergrund der Sexsucht. Für alle Suchtformen gilt, dass die Mehrheit der Betroffenen in ihrer Kindheit, Jugend oder in späteren Jahren schwer misshandelt worden sind.

Nach Einschätzung von Eichenberg und Auersperg wird Sexsucht nur in den wenigsten Fällen optimal behandelt. Betroffene wie Therapeuten tabuisieren das Tema häufig und stellen die Stoffabhängigkeit - Alkohol, Drogen, Essen - in den Vordergrund. Die Hoffnung, mit der erfolgreichen Behandlung der anderen Süchte auch die Sexsucht automatisch mitzutherapieren, halten die Wissenschaftlerinnen für einen Trugschluss. Sie empfehlen Behandlungen mit unterschiedlichen methodischen Ansätzen und warnen dringend davor, moralische Urteile anklingen zu lassen.

>> Johannes Bitzer, Hans-Wolfgang Hoefert (Hrsg.) Psychologie in der Gynäkologie. Pabst 2014, 372 Seiten, ISBN 978-3-89967-985-4

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