(openPR) DCCV e.V. verleiht Forschungsstipendium "Patientenorientierte Forschung bei CED" an Wissenschaftlerin aus Berlin
Berlin/Leipzig, 20.09.2014 – Mehr als ein Drittel der von Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa Betroffenen leiden an chronischen Schmerzen. Dr. med. Magdalena Sarah Prüß will in einer Untersuchung klären, inwieweit die etablierte Schmerztherapie mit transkranieller (durch den Schädelknochen) Gleichstromstimulation auch bei CED-spezifischen Schmerzzuständen wirkt.
Dr. Prüß ist Ärztin an der Medizinischen Klinik m.S. Gastroenterologie, Infektiologie und Rheumatologie der Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin (Direktorin: Univ.-Prof. Dr. med. Britta Siegmund). Das geförderte Forschungsprojekt untersucht die „Schmerzreduktion bei Patienten mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung durch transkranielle Gleichstromstimulation“.
Die Verleihung des mit einem Preisgeld von 50.000 ausgeschrieben Forschungsstipendiums "Patientenorientierte Forschung bei CED" erfolgte im Rahmen eines Arzt-Patienten-Seminars am Patiententag der Tagung VISZERALMEDIZIN 2014 durch Birgit Kaltz, stellv. Vorsitzenden der DCCV. Die Laudatio hielt Pro. Dr. med. Tilo Andus, Stuttgart-Bad Cannstatt, Sprecher des Beirates der DCCV e. V
Mit dem DCCV-Forschungsstipendium "Patientenorientierte Forschung bei CED" engagiert sich ein großer Selbsthilfeverband in der Forschungsförderung, denn noch immer sind die Ursachen für die Entstehung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa weitgehend unbekannt. Die DCCV-Forschungsstipendien sollen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Deutschland die Chance geben, erste Forschungsergebnisse mit innovativen Ansätzen zu erzielen. Der Preis wird aus Erträgen der Deutschen Crohn/Colitis Stiftung und dem Forschungsetat der DCCV finanziert. (Mehr zur Forschungsförderung der DCCV unter https://www.dccv.de/medizinische-fachkreise/forschungsfoerderung/forschungsstipendien/.)
Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind chronisch entzündliche, in Schüben verlaufende Erkrankungen des Verdauungstraktes. Starke Bauchschmerzen, Gewichtsabnahme, allgemeine Erschöpfungszustände und häufige Durchfälle sind Hauptsymptome. Hinzu kommen Auswirkungen auf andere Organe und seelische Belastungen der Betroffenen. Die Ursachen sind trotz intensiver Forschungen bis heute noch weitgehend unbekannt. Deshalb beschränkt sich die Therapie leider immer noch auf die Behandlung der Symptome. In Deutschland sind nach Schätzungen der DCCV rund 320.000 Menschen von einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung betroffen.
Zusammenfassung
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind in 38% der Fälle mit chronischen Schmerzen verbunden. Besonders wiederkehrende, tägliche Schmerzen verstärken das Krankheitsgefühl und führen zu einer verminderten Lebensqualität sowie Begleiterkrankungen wie z.B. Depressionen. Bekannt ist, dass chronische Bauchschmerzen Veränderungen im Gehirn verursachen, und es zur Ausbildung eines sogenannten „Schmerzgedächtnisses“ kommt. Eine Therapie-Strategie, die genau diesen Veränderungen begegnet, ist die transkranielle (durch den Schädelknochen) Gleichstromstimulation. Die Stimulation zeigte bereits eine relevante Schmerzreduktion bei anderen Schmerzerkrankungen. In dem Projekt soll die Stimulation auf die Schmerzwahrnehmung bei CED-Patienten untersucht und als mögliche Therapie-Option geprüft werden. Insgesamt werden 60 Patienten eingeschlossen und entweder ein echte oder eine Placebo-Stimulation verabreicht. Die schmerzstillende Wirkung der Stimulation wird u.a. mit der Druckschmerzschwelle und einer Schmerzskala bestimmt. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten zu einer neuen bzw. verbesserten Schmerztherapie bei CED-Patienten führen. Dabei stellt die Gleichstromstimulation eine Methode dar, die leicht durchzuführen, preiswert und sicher ist, welche somit flächendeckend einführbar wäre.







