(openPR) Oppenheim / Rhein (mxp) - Kräftige Regenschauer und Gewitter haben gestern im Tagesverlauf den Höhenflug der Temperaturen erst einmal gestoppt. Darauf verweisen die Meteorologen des privaten Wetterdienstes meteoXpress Ltd.
Teilweise nahmen die Gewitterschauer gar unwetterartige Züge an - kein Wunder bei dieser feucht-warmen Luftmasse, die von den aus Westen nachfolgenden kühleren Luftmassen und einem ausgeprägten Höhentrog kräftig gehoben wurden.
Diese Entwicklung gipfelte gestern Abend kurz nach 19 Uhr in Hamburg-Harburg in dem ersten beobachteten Tornado dieser Saison in Deutschland. Und dieser schlug - im Gegensatz zu den meisten seiner Brüder und Schwestern in unserem Land - kurz, aber heftig zu.
Die traurige Bilanz: Zwei Tote Kranführer, die mit ihren tonnenschweren Stahlgiganten durch die Windhose umgekippt sind, als der Wirbelsturm eine Baustelle erfasste. Behinderungen gab es zudem durch Stromausfälle nach mehreren Blitzeinschlägen und durch gerissene Stromleitungen, nachdem von dem Wirbelsturm Dachteile auf Hochspannungsleitungen geweht worden waren. Auch Keller liefen durch sintflutartige Regenfälle voll.
Meist bleiben bei uns Windhosen unbeobachtet oder toben sich auf unbebautem Gelände aus. Und ihre Lebensdauer ist oft denkbar kurz: Von wenigen Sekunden bis hin zu wenigen Minuten - siehe
http://www.wolkengalerie.de/wolken-was-sind-tornados.php
Doch nicht immer haben wir solches Glück. Von den bei uns durchschnittlich 30 zu erwartenden Tornados in einem Jahr kann durchaus auch mehr als einer pro Jahr bebautes Gelände erfassen und seine zerstörerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Die Monster unter diesen unangenehmen Zeitgenossen mit der Stärke F5 erreichen durchaus auch Durchmesser von einigen hundert Metern und können schlimmstenfalls auch zwei Stunden lang ihr Unwesen treiben - wie Beispiele aus den USA immer wieder zeigen. Sie entwickeln gänzlich unvorstellbare Windgeschwindigkeiten und zerstören alles was sich ihnen in den Weg stellt. Dagegen war der gestrige Tornado mit einer Stärke F2 oder maximal F3 noch ein "Waisenknabe".
Hoffen wir nur, dass dies nicht der Anfang einer Serie von Tornados in diesem Jahr ist, die über Städten entstehen und sich dort austoben. Eine Warnung hiervor ist leider kaum möglich, da die Windhosen schnell entstehen und vergehen. Grundsätzlich kann bei einer Gewitterlage, die mit einem Luftmassenwechsel verbunden ist - besonders in den Übergangsjahreszeiten - ein solcher gefährlicher Wirbelsturm immer entstehen.
Friedliche Stunden und bis zum nächsten Mal,
Udo Baum, Meteorologe bei meteoXpress
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Herr Florian Hirschmann
meteoXpress Ltd.
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